Schleinikon

Bald gibts Frühstücksbrot aus der Milchhütte

Daniel Hirt will dem Wehntal hausgemachtes Brot verkaufen. 100 Kilo sollen ab Oktober täglich über die Theke seines Selbstbedienungsladens in der Schleiniker Milchhütte wandern. Betriebswirtschaftlich ist das Modell ambitioniert.

Seinen eigenen Brotkreationen traut der Schleiniker Daniel Hirt eine überkommunale Ausstrahlungskraft zu. So soll das Geschäft in der alten Michhütte an der Dorfstrasse ab Oktober florieren – falls nicht, bestehen durchaus Erweiterungsoptionen.

Seinen eigenen Brotkreationen traut der Schleiniker Daniel Hirt eine überkommunale Ausstrahlungskraft zu. So soll das Geschäft in der alten Michhütte an der Dorfstrasse ab Oktober florieren – falls nicht, bestehen durchaus Erweiterungsoptionen. Bild: Francisco Carrascosa

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Klischeehafter könnte die alte Milchhütte wohl nicht in der Landschaft stehen; gleich gegenüber dem Schleiniker Gemeindehaus gelegen ziert noch das Strassen­schild «Sennhüttenweg» die Ostfassade; heile, ländliche Welt von damals.

Bald soll es auch im Innern des Häuschens wieder ländlicher zuge­hen. Eigentümer Daniel Hirt will im Erdgeschoss einen Laden einrichten, über den er gemein­sam mit seiner Schwester hausgemachtes Brot verkauft. Ein entsprechendes Baugesuch hat er inzwischen eingereicht. «Wir gehen davon aus, dass die Baubewilligung Ende Juli kommt und wir dann etwa drei Monate brauchen, um alles umzubauen.» Im Oktober soll der Laden dann fertig eingerichtet sein.

Im Modus Selbstbedienung

Seit 15 Jahren backe er sein Brot schon selber, sagt der gelernte Lebensmittelingenieur, der beruf­lich derzeit im Agrarhandel ­tätig ist. Dabei habe er auch schon mit Dinkel experimentiert. Die Idee eines eigenen Brotladens sei schliesslich entstanden, als er von den Organisatoren des Breitensportprogramms «Schweiz-bewegt» angefragt worden sei, ob er nicht die Verpflegung liefern könnte. «Meine Brote gingen damals sprichwörtlich weg wie warme Semmeln», sagt Hirt. «Und man hat mich für das nächste Dorffest ja wieder angefragt – also kann das nicht so verkehrt gewesen sein.»

70 Quadratmeter Ladenfläche sollen in der Milchhütte am Ende zur Verfügung stehen. Diese will Hirt in Selbstbedienung laufen lassen, also quasi nach dem Prinzip «Selber pflücken» – nicht zuletzt, weil er die Kosten tiefhalten muss. Denn so begehrt seine Brot­kreationen sein mögen, so bewusst ist sich der künf­tige Dorfbäcker auch: In einem 700-Seelen-Dorf wie Schleinikon einen Laden rentabel zu betreiben, das ist schwierig. Rund 100 Kilogramm an Brot pro Tag ­müsste er in etwa absetzen können, um in die schwarzen Zahlen zu kommen.

Und wie will Hirt das schaffen? «Nun, wenn man sich die de­mo­grafische Zusammensetzung unseres Dorfes anschaut, dann wollen wir sicher den Anwohnern hier vor Ort eine Einkaufsmöglichkeit bieten. Gleichzeitig wissen wir, dass diese Laufkundschaft allein bei weitem nicht ausreichen wird.»

Regio als Mehrwert

Das Einzugsgebiet muss also ver­grös­­sert werden. Und diese Ver­grös­se­rung verspricht Hirt sich vom Mehrwertprädikat «regional». «Wir produzieren von Hand mit lokalem Getreide frisches, lo­ka­les Brot – und wir verlangen dafür gleichzeitig reguläre Ladenpreise», fasst er seine Strategie zusammen. Und frisches Brot als Produkt, das sei überaus gefragt. «Wenn Sie an einem Samstagmorgen in Niederweningen an einen Tankstellenladen fahren, werden Sie erstaunt sein, wie ­viele Leute anstehen, um Brot zu kaufen – und dort versteht man unter ‹Frische› bloss Aufback­produkte aus der Industrie.»

In Schleinikon werde es aber wirklich frisches Brot geben – täglich. «Darüber hinaus überlegen wir uns, wie wir allenfalls auch Firmen und Restaurants beliefern könnten.» Und vielleicht würden auch Möglichkeiten bestehen, das Sortiment der Milchhütte zu einem späteren Zeitpunkt noch auszuweiten, «aber spruchreif ist da noch nichts».

Erstellt: 24.07.2017, 17:05 Uhr

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