Buchs

«Es geht mir ums Spasshaben»

Am 36. Buchser Seifenkistenderby starteten am Sonntag rund 80 waghalsige Pilotinnen und Piloten. Zum ersten Mal dabei war auch die siebenjährige Sarah Langmeier, Tochter eines dreifachen Schweizer Meisters.

Mit Vollgas den Hang hinunter am Buchser Seifenkistenderby.
Video: David Gonzales /CA-Media

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Cool finde sie es, zum ersten Mal am Seifenkistenderby starten zu können, meinte Sarah Langmeier am Sonntag Mittag strahlend. Kurz zuvor hatte die siebenjährige Buchserin die rund 500 Meter lange Rennstrecke auf der gesperrten Dielsdorferstrasse in gut eineinhalb Minuten zurückgelegt. Gestartet ist sie mit einer «uralten Kiste», wie ihr Vater Thomas Langmeier erklärt. Jedoch mit einer, die ihm in seinen jungen Jahren dreimal den Schweizer-Meister-Titel eingebracht hat.

«Uralte Kiste»

Der Altmeister erinnert sich, wie er früher während der Saison an jedem Sonntag an einem anderen Ort in der Schweiz Rennen gefahren ist. Auch sein jüngerer Bruder Markus war ein ambitionierter Pilot. Obwohl mit 16 Schluss war – die Begeisterung für die holprigen fahrbaren Untersätze ist in der Familie erhalten geblieben: So ist Markus Langmeier als OK-Präsident des Seifenkistenderbys Buchs und sein Bruder Thomas als Rennleiter und Streckenbauer engagiert.

Grossvater Ruedi Langmeier baut seit vielen Jahren jeweils die Festwirtschaft auf. Dass nun seine Enkelin erstmals am Start stand, machte ihn sichtlich stolz. Ob sie einmal in Papas Fussstapfen treten wird, darüber macht sie sich allerdings keine Gedanken: «Es geht mir nicht ums Gewinnen, sondern ums Spasshaben», erklärt die Erstklässlerin selbstbewusst. Dennoch sei sie sehr nervös gewesen und habe am Vorabend Mühe gehabt mit Einschlafen.

Schweizer Meisterschaft im Juli 2020 in Buchs

Die insgesamt 16 Seifenkistenderbys, die in der Schweiz stattfinden, zählen für den Seifenkisten-Cup und sind zugleich Qualifikationsläufe für die Schweizer Meisterschaft vom 30. Juni in Hinwil. Wie das hölzerne, motorlose Kleinfahrzeug beschaffen sein muss, ist streng geregelt.

Die Seifenkiste darf maximal zwei Meter lang und 65 kg schwer sein. Ausserdem müssen die Fahrerinnen und Fahrer zwingend einen Helm, Handschuhe, ein langärmliges Shirt und feste Schuhe tragen. Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit beträgt 40 km/h. Dass das Tempolimit nicht überschritten wird, dafür sorgen auf der Rennstrecke die zahlreichen Schikanen in Form von Strohballen und orangen Leitkegeln.

Dem Namen alle Ehre gemacht

Von den «heissen Temperaturen und dem klebrigen Asphalt», wie auf der Website der IG Seifenkistenderby angekündigt, war am Sonntag allerdings wenig zu spüren. Während der erste Lauf am Vormittag noch auf trockener Fahrbahn stattfand, begann es während des zweiten am frühen Nachmittag wie aus Kübeln zu giessen.

«Nun macht das Rennen seinem Namen alle Ehre», sagte OK-Präsident Markus Langmeier. Einerseits werde das Rennen dadurch lustiger, vor allem für die Zuschauer, für die Fahrerinnen und Fahrer aber auch gefährlicher. Doch auch der dritte und letzte Lauf ging unfallfrei über die Bühne.

Nachdem in Buchs die letzten 36 Jahre immer am Pfingstmontag das Seifenkistenderby auf dem Programm stand, gibt es nächstes Jahr dann erstmals eine Pause. Denn am 5. Juli 2020 findet in Buchs die Schweizer Meisterschaft statt, am Tag zuvor das Derby. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 11.06.2019, 07:50 Uhr

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