Regensdorf

Es geht weiter im Fall Fröschegrueb

Im alten Dorfkern klafft noch immer eine Lücke, wo einst die Fröschegrueb stand. Nach dem Abriss des alten Bauernhauses im Sommer 2015 kommt jetzt wieder Bewegung in den Fall.

Wo einst die Fröschgreub stand, klafft in Regensdorf immer noch ein  Lücke. Jetzt gibt es Pläne für ein Ersatzbauprojekt.

Wo einst die Fröschgreub stand, klafft in Regensdorf immer noch ein Lücke. Jetzt gibt es Pläne für ein Ersatzbauprojekt. Bild: Sibylle Meier

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Wiederauferstehen lassen kann man die Fröschegrueb nicht. Das historische Bauernhaus im Regensdorfer Dorfkern ist abgerissen, das Material entsorgt. Dem Abbruch vorausgegangen war ein jahrelanger Streit um den Erhalt des geschützten Gebäudes zwischen dem Besitzer und dem Zürcher Heimatschutz. Das Fachwerkhaus aus dem 16. Jahrhundert verlotterte zusehends, bis der Gemeinderat im Sommer 2015 den Abbruch anordnete aus Sicherheitsgründen, wie er nach dem Einsturz eines Hausteils geltend machte. Der Zürcher Heimatschutz reichte darauf eine Aufsichtsbeschwerde gegen den damaligen Gemeinderat ein, in der Folge forderte das Baurekursgericht den «originalgetreuen Wiederaufbau». Seither wartet der Fall Fröschegrueb auf seine Fortsetzung.

Jetzt will die Gemeinde ein neues Kapitel aufgeschlagen. Sie hat die Schutzanordnung für ein «Ersatzbauprojekt Dällikerstrasse 16» publiziert. Laut Reto Merkli, Bereichsleiter Baurecht und Bewilligungen der Gemeinde Regensdorf, kann der Besitzer nun aufgrund dieser Schutzanordnung den Ersatzbau erstellen.

Nur äusserlich dem Original ähnlich

Mit der Schutzanordnung regelt der Gemeinderat lediglich die Gesamterscheinung des Ersatzbaus, nicht aber das Innere des Gebäudes. Gleich wie das Original wird es also nicht. Wie es im Text heisst, hat der Ersatzbau «die Identität des ehemaligen Bauernhauses und die ehemaligen für das äussere Erscheinungsbild massgebenden Elemente grundsätzlich zu übernehmen». Es sind aber mehr Fenster erlaubt, besonders in den beiden Dachgeschossen. Auch ist neu «zur Gewährleistung eines zeitgemässen Wohnkomforts» ein Balkon auf der strassenabgewandten Hausseite möglich.

Speziell an diesem Fall ist: Der Gemeinderat hat die Baubewilligung für einen Ersatzneubau bereits am 15. Dezember 2015 erteilt. Der Besitzer der Fröschegrueb, der Buchser Architekt Thomas Palmy, plant ein Mehrfami-lienhaus mit zwei Arztpraxen. Sofern kein Rekurs gegen die neue Schutzanordnung eingeht, kann er das Bauprojekt nun umsetzen. Auf Anfrage will Palmy dazu nur einen Satz sagen: «Ich hoffe, dass es positiv weitergeht – für alle Anwohner, für die Gemeinde und für den Verband.» Der Zürcher Heimatschutz seinerseits will die Schutzanordnung erst prüfen, wie Verbandspräsident Martin Killias auf Anfrage sagt.

Die Schutzanordnung liegt bis am 10. Januar auf der Gemeinde Regensdorf zur Einsicht auf, für allfällige Rekurse gilt eine Frist bis am 20. Januar.

Erstellt: 26.12.2018, 14:41 Uhr

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