Regensdorf

Fleissige Hühner suchen ein neues Zuhause

Landwirt Philip Ogg sucht zusammen mit der Susy Utzinger Stiftung für Tierschutz schöne Lebensplätze für rund 300 seiner Hühner. Finden sie kein neues Zuhause, werden sie getötet.

Es geht um das Leben der Hühner: Landwirt Philipp Ogg und Simone Maurer, die sich bei der Susy Uztinger-Stiftung für Tierschutz ehrenamtlich engagiert.

Es geht um das Leben der Hühner: Landwirt Philipp Ogg und Simone Maurer, die sich bei der Susy Uztinger-Stiftung für Tierschutz ehrenamtlich engagiert. Bild: Barbara Stotz Würgler

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Eine Legehenne muss, wie es der Name bereits sagt, vor allem eins: Viele Eier legen. Dies tut sie auch in ihrem ersten Lebensjahr. Doch das fleissige, oftmals tägliche Eierlegen zehrt die Tiere aus. Zusätzlich kommt es im Alter von zehn bis zwölf Monaten zu einer hormonell bedingten Legepause, der sogenannten Mauser. Danach nimmt die Eierleistung ab, und auch die Schalenqualität verschlechtert sich.

Deshalb stallen Eierproduzenten ihre rund einjährigen Hühner regelmässig aus, sprich, sie werden getötet. Laut Angaben des Schweizerischen Tierschutzes werden so in der Schweiz jährlich 2 Millionen Legehennen entsorgt.

Seit einigen Jahren setzt sich die Susy Utzinger Stiftung für Tierschutz (SUST) dafür ein, dass einige der ausgedienten Hühner von Legebetrieben weiterleben dürfen. Jährlich zwei bis drei Mal kommt es auf ausgewählten Bauernhöfen zu sogenannten SUST-Rettungsaktionen: Möglichst viele Hühner werden an neue Besitzer vermittelt. Alle, welche bis zur Rettung keinen Platz gefunden haben, werden geschlachtet.

Die Hälfte ist schon platziert

Landwirt Philip Ogg aus Watt ist einer der Landwirte, der mit der SUST zusammen arbeitet. «Ich finde es eine sehr gute Sache», sagt der 39-Jährige, der den Landwirtschaftsbetrieb in zweiter Generation führt. Zum dritten Mal gibt er am kommenden Samstag, 20. Juli, seine Hühner der Rasse «Lohmann Braun» gratis an Private ab. Für rund die Hälfte seiner 700 Tiere sind bereits neue Lebensplätze gefunden worden. Die übrigen Hühner sind noch zu haben. «Die Bedingung ist, dass die neuen Besitzer die Hennen bis an ihr Lebensende behalten», erklärt Simone Maurer, die sich bei der SUST ehrenamtlich für das Legehennenprojekt engagiert.

Die Hühner hätten eine Lebenserwartung von zwei bis drei Jahren. Ausserdem müssen die Tierhalter eine artgerechte Haltung garantieren. Dazu braucht es einen Stall mit Auslauf, Sitzstangen und Legenestern sowie ein Sandbad. Zu beachten gilt es auch, dass die neuen Besitzer für das Futter aufkommen müssen. Auf dem Speiseplan stehen Körner, Gras, Gemüse und Früchte. Auch etwaige Tierarztbesuche müssen selber berappt werden. Dafür kommt man in den Genuss von vielen frischen Eiern. Simone Maurer hält selber sieben ausgediente Legehennen und kann mit deren Eiern die halbe Verwandtschaft versorgen.

Die Leistung sinkt

Die jetzigen Hühner von Philip Ogg kamen im Alter von 18 Wochen auf den Hof. Sie haben täglich Auslauf ins Freie. Die Eier verkauft der Bauer in seinem Hofladen, im Volg und im Landi. Ausserdem nimmt ihm die Strafanstalt Pöschwies rund ein Viertel der Eier ab. In ihren besten Zeiten legen die Hennen wöchentlich etwa 4000 Eier. «Nach rund einem Jahr sinkt die Legeleistung um zehn Prozent», erklärt Philip Ogg.

Auch die Farbe und Beschaffenheit der Schale verändere sich, was von den Konsumenten gar nicht geschätzt werde. Auch deshalb wechselt er zu Beginn der Mauser jeweils die Hühner aus. Die Rettung der ausgedienten Hühner in Zusammenarbeit mit der SUST bedeute für ihn keinen Mehraufwand. Nach den vergangenen Aktionen habe er viele gute Rückmeldungen erhalten.

Interessenten für Hühner können sich bei Simone Maurer per E-Mail melden unter: legehennen@susyutzinger.ch.

Erstellt: 15.07.2019, 13:19 Uhr

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