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Frage um Wasser für Surfpark wirft hohe Wellen

In Regensdorf soll ein künstlicher Wellensee zum Surfen entstehen. Obschon das Projekt noch in den Kinderschuhen steckt, wirft die Herkunft des Wassers bereits jetzt Fragen auf.

Auf künstlichen Wellen reiten: Dieser Traum für Surfer soll in Regensdorf Realität werden. Allerdings regt sich nun auch Widerstand gegen das Vorhaben.
Auf künstlichen Wellen reiten: Dieser Traum für Surfer soll in Regensdorf Realität werden. Allerdings regt sich nun auch Widerstand gegen das Vorhaben.
(Symbolbild), Keystone

Im Industriegebiet von Regensdorf ist ein grosser Surfpark geplant. Der Verein Waveup will angrenzend an die Sportanlage Wisacher einen künstlichen See anlegen und mit einem Generator Wellen zum Surfen erzeugen. Der 300 Meter lange und 80 Meter breite See soll mit überschüssigem Grundwasser aus der nahe gelegenen Baufirma Kibag gefüllt werden. Weil bei der Firma Grundwasser in eine ehemalige Kiesgrube fliesst, muss sie das Wasser abpumpen. Das Waveup-Projekt sieht vor, das überschüssige Wasser künftig für den Betrieb der Surfanlage zu nutzen.

Dies hat zwei Unterländer Kantonsräte auf den Plan gerufen. Beat Huber (SVP, Buchs) und Robert Brunner (Grüne, Steinmaur) wollen vom Regierungsrat wissen, wieso man dieses Wasser nicht in den Furtbach leitet und damit die Probleme bezüglich Wassermenge und -qualität des Gewässers löst. Der Furtbach ist als kleines Gewässer stark belastet und dient heute als Hauptbezugsquelle für die Bewässerung landwirtschaftlicher Kulturen.

«Wir wollen den Bauern nicht das Wasser stehlen»

Nun reagiert der Regensdorfer Gemeindepräsident Max Walter auf die kantonsrätliche Kritik. «Es ist nicht so, dass wir den Gemüsebauern das Wasser stehlen wollen», ärgert er sich. Der Hintergrund: Der Kantonsrat Beat Huber produziert Gemüse und Salate in Buchs. Huber und Walter gehören beide der SVP an. «Im Sommer, wenn die Gemüsebauern Wasser benötigen, braucht der See kein Wasser», sagt Walter.

Man müsse höchstens die Wassermenge nachfüllen, die verdunstet. «Aber diese Menge reicht nicht für die Gemüsebauern.» Geplant sei, den See jeweils im Winter nach den jährlichen Unterhaltsarbeiten neu aufzufüllen. «Im Sommer fliesst das überschüssige Grundwasser der Kibag weiterhin in den Furtbach.» Auch sei das Projekt nicht auf das Wasser der Kibag angewiesen, führt Walter weiter aus. «Wir können auch Wasser aus dem Zürichsee oder der Limmat beziehen.»

Für Walter bringt das Grossprojekt Surfpark und Badesee dem ganzen Kanton einen positiven Schub. «Es geht nicht nur um eine Welle, die ein paar Spinner nutzen dürfen, sondern um eine Freizeitanlage für die ganze Region.» Denn nebst dem Surfpark sind ein Seekindergarten, ein Restaurant und Naturerlebniswege geplant. Aufgrund der Dimension des Projektes rechnet Walter damit, dass der Regierungsrat Rücksprache mit ihm nimmt, wenn er die Anfrage der beiden Kantonsräte behandelt. «Für das Standortmarketing der Region und des Kantons ist dieses Projekt einmalig.»

Zuerst geht es um denEintrag in den Richtplan

Überhaupt sei das Wasser beim heutigen Stand des Projektes noch kein Thema. «Das Nutzungsgesuch für Wasser ist noch nicht gestellt. Dazu ist es noch viel zu früh.» Jetzt gehe es erst einmal um den Richtplaneintrag. Die Gemeinde Regensdorf will im Gebiet Wisacher 7,5 Hektaren Land als Erholungszone ausscheiden. 10 Hektaren als Erholungszone haben die Delegierten der Zürcher Planungsgruppe Furttal bereits bewilligt. «Das heisst wir brauchen für das Projekt weniger Kulturland als geplant.»

Wie geht es nun weiter? Im Oktober wird die Gemeinde Regensdorf den Regionalen Richtplan mit geänderten Erholungszone der Delegiertenversammlung der ZPF zur Genehmigung vorlegen. Gibt danach auch der Kanton seinen Segen dazu, kann der Regensdorfer Gemeinderat im Herbst 2018 das Projekt der Gemeindeversammlung zur Abstimmung vorlegen.

Da der Surfpark von privater Seite finanziert wird, muss die Gemeindeversammlung und der Gemeinderat lediglich eine Umzonung des Gebiets in eine Erholungszone und den Gestaltungsplan bewilligen. Zuvor werde die Bevölkerung über das Projekt informiert, verspricht Gemeindepräsident Walter.

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