Lägern

Für das Unterland wichtiger Nagra-Bericht wird bis Mitte 2016 vorgelegt

Mitte nächsten Jahres will die Nagra einen Zusatzbericht vorlegen. Von diesem hängt es stark ab, ob dem Unterland weiterhin ein Atommülllager droht.

Die Regionen Jura Ost und Zürich Nordost sind laut Nagra von den untersuchten Gebieten am besten für ein ­Tiefenlager geeignet. Doch auch Nördlich Lägern und damit das Unterland sind noch nicht aus dem Schneider.

Die Regionen Jura Ost und Zürich Nordost sind laut Nagra von den untersuchten Gebieten am besten für ein ­Tiefenlager geeignet. Doch auch Nördlich Lägern und damit das Unterland sind noch nicht aus dem Schneider. Bild: pd

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Die Region Nördlich Lägern und damit das Unterland sind noch immer eine mögliche Standortregion für ein geologisches Tiefenlager für radioaktive Abfälle. Ob dies weiterhin so bleibt, hängt vor allem von einem Zusatzbericht ab, den die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) derzeit für das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi) ausarbeitet. Wie die Nagra gestern mitteilte, will sie den Bericht Mitte 2016 vorlegen.

Die Ausarbeitung der Zusatzdokumentation wurde vom Ensi im September verlangt, nachdem die Nagra bekannt gegeben hatte, dass sie die Regionen Jura Ost und Zürich Nordost für am besten geeignet hält. Die Nagra erachtete Nördlich Lägern als weniger geeignet, da dort bis auf 900 Meter gegraben werden müsste. An den anderen beiden Standorten könnte bereits in 700 Metern ­Tiefe gebaut werden. Das Ensi konnte diese Argumentation aber nicht nachvollziehen und verlangte einen Zusatzbericht.

Liegt dieser vor, wird das Ensi seine Detailprüfung im Frühling 2017 abschliessen. Danach erfolgt eine Vernehmlassung, bevor der Bundesrat bis Ende 2018 entscheidet, welche Standorte in die dritte und letzte Phase des Auswahlverfahrens aufgenommen werden.

Verzögerung verhindern

Obwohl also noch nicht klar ist, ob das Unterland in der dritten Runde dabei ist, beginnt die Nagra in Nördlich Lägern bereits jetzt mit den Planungsvorarbeiten für die dritte Phase. «Um für alle Fälle gerüstet zu sein und allfällige Verzögerungen zu vermeiden, haben wir entschieden, mit Planungsvorbereitungen für das Gebiet zu beginnen», sagt Markus Fritschi, Mitglied der Geschäftsleitung. So solle eine zweijährige Verzögerung verhindert werden. An den anderen beiden Standorten sind bereits Felduntersuchungen im Gang. «Zurzeit werden in Jura Ost und danach in Zürich Nordost 3-D-Seismikmessungen durchgeführt», erklärt Nagra-Sprecherin Jutta Lang. Im Unterland würde nun mit internen Planungsvorbereitungen für allfällige Felduntersuchungen begonnen. Konkret werden ein Explorationskonzept für Etappe 3 erstellt und Planungen für eine 3-D-Seismik sowie potenzielle Standorte für Tiefbohrungen aufgenommen.

Regionalkonferenz gefordert

Für Hanspeter Lienhart, Präsident des Mitspracheorgans Regionalkonferenz Nördlich Lägern, deutet das Vorgehen der Nagra dar­auf hin, dass die Region wohl in die dritte Runde komme. «Vom BFE verlangen wir deshalb, dass wir unsere Arbeit als Regionalkonferenz wieder voll aufnehmen können, damit in diesem partizipativen Prozess die Region Nördlich Lägern nicht ins Hintertreffen gerät», sagt Lienhart. Auch Weiach und Stadel seien erneut gefordert. Denn die Nagra beginne nun auch mit den Umweltverträglichkeitsprüfungen für mögliche Oberflächenanlagen in den beiden Gemeinden. Auf die Regionalkonferenz komme im nächsten Jahr mehr Arbeit zu als erwartet. So werde es vier Vollversammlungen geben. ()

Erstellt: 16.12.2015, 20:26 Uhr

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