Otelfingen

Furttaler Jodlerfamilie feierte mit 400 Gästen Geburtstag

Der Jodelclub «Altberg» blickte mit einem Konzert auf 75 Jahre Vereinsgeschichte zurück.

Der Jodelklub «Altberg» blickt trotz Nachwuchsproblemen optimistisch in die Zukunft.

Der Jodelklub «Altberg» blickt trotz Nachwuchsproblemen optimistisch in die Zukunft. Bild: Beatrix Bächtold

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Kurz vor Mitternacht nimmt Präsident Peter Hunziker den Filzhut ab und atmet aus. Sein Jodelklub «Altberg» Dänikon-Hüttikon hat gerade den 75. Geburtstag gebührend gefeiert. Die meisten der ursprünglich fast 400 Gäste sind gegangen und langsam versammeln sich auch die Mannen des Jodlerklubs Wasen vor ihrer Heimfahrt ins Emmental. Das Jubiläum wäre überstanden, aber was wünscht sich Vereinspräsident für die Zukunft? «In diesem Moment zählen nur die gemeinsamen Erinnerungen, wie zum Beispiel dieses geglückte Jubiläum», sagt er.

Peter Hunziker liegt mit seinen 62 Jahren drei Jahre unter dem Durchschnittsalter des Vereins. Das sagt alles. Den ganzen Tag über gaukelte ihm die Anspannung einen vollen Magen vor. Er sagt: «Für die Zukunft wünsche ich mir, dass Festwirt Heiri Marthaler eine Portion Beinschinken für mich übrig lässt.»

Kulturgut erhalten, …

Der Verein wurde 1944 als Jodler-Doppelquartett «Lägern» Otelfingen geboren. 1952 zügelte er auf die andere Seite des Tals und nannte sich fortan Jodler-Club «Altberg» Dänikon-Hüttikon. Seit 2003 singen die traditionsbewussten Damen und Herren unter dem Namen Jodelklub «Altberg», Dänikon-Hüttikon. Musikalisch bereichert er Dorffeste, kehrt ruhmreich vom «Eidgenössischen» zurück, singt an Geburtstagen und an Kirchenkonzerten. «Sie haben es sich verdient, mit Stolz zurückschauen», sagt Markus Imhof, Gemeindepräsident von Hüttikon in seiner Ansprache. «Als fester Bestandteil von Kultur und Brauchtum verbinden sie unsere beiden Dörfer.» Vor den Toren der Stadt Zürich sei es wichtig, dass man zu seinen Wurzeln stehe und das Kulturgut pflege «...damit es den nächsten Generationen erhalten bleibt».

…modernisieren…

«Wir stellen fest, dass in der Innerschweiz gerade junge Leute dabei sind, das Jodellied zu modernisieren», bemerkt Peter Hunziker. «Mit ihrer selbstverständlichen Begeisterung wirken sie ansteckend und erfrischend», Als Beispiel steht die preisgekrönte Gastformation Arlette, Léonie und Priska Wismer aus Luzern. Das gerade vorgetragene Stück «Windspiel» schrieb Arlette Wismer vor zwei Jahren als Matura Arbeit.

Doch im Unterland wird es langsam knapp mit dem Nachwuchs. «Man hört uns gerne zu, applaudiert, aber will sich nicht in einem Verein binden», sagt Hunziker. «Auf jeden Fall hat es mich gefreut, dass wir heute auf Augenhöhe mit der Topliga der Schweizer Traditionsmusik mithalten konnten», sagt er. Der Verein habe schon schwierige Zeiten überstanden und werde auch für die Zukunft eine Lösung finden. «Wie auch für die zehn Kilo Emmentaler, die uns der Jodelklub Wasen mitgebracht hat. Wir holen an der bevorstehenden GV unsere Sackmesser heraus und essen ihn auf», witzelt er.

…und ehren

Nach dem Konzert atmet auch Hansueli Dubach auf. «Dass man mich wegen meiner 60-jährigen Vereinszugehörigkeit mit guten Worten überhäufte, war mir fast ein bisschen zu viel», sagt der 79-Jährige. 1959 trat er als 18-Jähriger dem Jodler-Club «Altberg» bei. «Zu den Proben raste ich mit dem Velo den Hüttiker hinab. Dabei kam schon vor, dass ich in der Kurve im Strassengraben landete. Heimwärts habe ich es gestossen. Im Winter war das eine rechte Anstrengung, bis ich ganz oben bei uns auf dem Bauernhof wieder ankam», berichtet er. 40 Jahre lang war er Kassier. «Ich schon geschaut, dass die Zahlen stimmten», erzählt er und schwärmt dann von seinem Lieblingslied «Bim vernachte», das er gerade eben mit seinen zehn Vereinskollegen zum Besten gegeben hat.

Nächster Auftritt: Freitag, 12. April um 20 Uhr singt der Jodelklub «Altberg» Dänikon-Hüttikon beim Jodelkonzert der Jodlervereinigung Zürcher Unterland in der Reformierten Kirche Eglisau. Eintritt frei.

Erstellt: 08.04.2019, 17:20 Uhr

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