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«Futsal ist attraktiver als Fussball»

Hurti Wiedmer, ehemaliger Teamleiter der Kloten Flyers, will den Futsalsport in der Schweiz gross machen. In einer Turnhalle in Höngg trainiert er drei Teams. Darunter eines, das nur aus afghanischen Flüchtlingen besteht.

Der technisch begabte Hassan umspielt den Torhüter der gegnerischen Mannschaft gekonnt. «Ich möchte Profi werden», sagt er.
Der technisch begabte Hassan umspielt den Torhüter der gegnerischen Mannschaft gekonnt. «Ich möchte Profi werden», sagt er.
Francisco Carrascosa

Manch einem Fussballspieler friert es diese Woche die Zehen ein. Es ist sogar so kalt, dass Spiele und Trainings abgesagt werden müssen. Hier haben es die Futsalspieler — auch Hallenfussballer genannt — um einiges besser. Sie können, unbeeindruckt von der russischen Kältepeitsche, in der geheizten Halle trainieren. So auch die Futsal Organisation Lachenzelg, die im gleichnamigen Schulhaus in Höngg beheimatet ist. Neben zwei Aktivmannschaften trainiert dort zurzeit auch ein Team, das lediglich aus Afghanen besteht, die noch nicht lange in der Schweiz leben.Am Freitagabend treffen sich die Teams zu einem internen Freundschaftsspiel. Es treten gegeneinander an: die Futsal Sélection Lachenzelg und der FC Afghanistan. Kurz nach Anpfiff zeigt sich: Bei der Nummer 10 der Afghanen lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Technisch brilliant, schnell im Antritt, schnörkellos im Abschluss. Einzig das Auge für seine Mitspieler fehlt dem 21-jährigen Hassan in manchen Spielsituationen. Trotzdem nennen ihn seine Mitspieler liebevoll «Profi». Das fussballerische Können des jungen Afghanen, der im Iran gelebt hat, kommt nicht von ungefähr: «Ich habe im Iran bei einem Profiklub gespielt. Dort trainierten wir dreimal pro Woche», erzählt er in gebrochenem Schriftdeutsch. Der Stürmer habe schon immer Fussball und Futsal gespielt. «Mir gefällt beides gut.» Seinen Traum, eine Profikarriere hinzulegen, hat er noch nicht aufgegeben. Er absolvierte gar ein Probetraining bei den Grashoppers in Niederhasli. «Sie haben mir ein Angebot gemacht. Ich musste es leider ablehnen», sagt Hassan. Viermal Training in der Woche und der umständliche Weg nach Niederhasli seien für ihn nicht zumutbar.

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