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Gemeindehaus wird zum Jazzkeller

Die Besucher des geplanten Open-Air-Konzerts von Pianist Raphael Jost und seiner Band kamen in den Genuss eines intimen Auftritts. Die Musiker zeigten im ungewöhnlichen Ambiente des Gemeindehauses ein Erlebnis der besonderen Art.

Jazzmusiker Rapahel Jost (ganz links) und seine Band liessen sich vom schlechten Wetter nicht irritieren und verlegten ihr Konzert kurzfristig von draussen ins Rümlanger Gemeindehaus.
Jazzmusiker Rapahel Jost (ganz links) und seine Band liessen sich vom schlechten Wetter nicht irritieren und verlegten ihr Konzert kurzfristig von draussen ins Rümlanger Gemeindehaus.
Kultur Rümlang

Es war am Samstagabend alles fixfertig vorbereitet für das Freiluftkonzert auf dem Dorfplatz. 300 Stühle waren für das Pu­blikum aufgereiht und der Jazzmusiker Raphael Jost und seine Band waren mit dem Soundcheck fertig und gingen zum Nachtessen. Dann zogen dunkle Wolken auf, vereinzelte Regentropfen fielen und der Wind blies über den Platz.

Noch während des Essens, rund eine Stunde vor Konzert­beginn, entschieden die Musiker und Michael Dinner, Konzertplaner von Rümlang Kultur, kein unnötiges Risiko einzugehen, dass der Wind die Bühnenblache zerfetzen könnte und der Regen die Instrumente beschädigen. Kurzum beschlossen sie, das Konzert ins Foyer des Gemeindehauses zu verlegen.

Bühne in Windeseile räumen

Praktisch vom Esstisch weg räumten die Männer die Bühne ab und bauten in Windeseile ihre Ausrüstung im Gemeindehaus auf. Ein kurzer Check und das Konzert begann mit leichter Verspätung, was der Begeisterung der achtzig Zuhörenden keinen Abbruch tat.

Im Gegenteil. Die Jazzliebhaber zeigten sich vom ersten Lied an begeistert. Dies aus gutem Grund: Die Akustik im zweckmässigen Foyer war hervorragend und das Jazzquintett gab alles. Jeder der fünf Männer präsentierte sich auch als heraus­ragender Solist. Lediglich Josts Gesang wurde verstärkt, die In­strumente waren alle in naturazu hören.

Das Publikum bekam bekannte Songs wie «Cheek to Cheek» zu hören und selbst geschriebene Stücke von Jost. Knapp zwei Stunden lang spielte das Quintett einen Song um den anderen. Mit ein wenig Fantasie konnte manes sich durchaus vorstellen, in einem gemütlichen Jazzkeller zu sitzen statt im nüchternen Licht einer Eingangshalle. Nach zwei Zugaben verabschiedeten sich die Musiker und wurden vom Publikum gefeiert.

Die ungewöhnliche «Konzerthalle» irritierte die Musiker indes nicht im Geringsten. «Wir sind gewohnt, auch in kleineren Sä-len zu spielen, deshalb war es für uns nichts Ungewöhnliches, auch sehr kurzfristig von der grosszügigen Open-Air-Bühne ins Foyer zu ziehen», sagte Sänger und Bandleader Raphael Jost, der vor zwei Jahren mit dem Swiss Jazz Award ausgezeichnet wurde.

«Die geplante Schlechtwetterlösung wäre eigentlich der Gemeindesaal gewesen», erläuterte Michael Dinner von Kultur Rümlang. «Aber als wir die Entscheidung fällten, war es dafür schon zu spät, deshalb entschlossen wir uns, buchstäblich im letzten Moment, für diese Notlösung.» Positiv hob er die Kulanz und Flexi­biliät der Gemeindeverwaltung hervor, welche diese Lösung schnell und unkompliziert ermöglichte.

Jungtalente im Vorprogramm

Als Überraschungsgäste im Vorprogramm spielten die Schüler Robin und Mithosh von der Musikschule Zürcher Unterland drei Stücke. Robin sang und spielte Gitarre, der 13-jährige Mithosh gab auf dem Cajon, einer Kis-tentrommel, den Rhythmus an. Seit vier Jahren spielt Mithosh Schlagzeug und Cajon. «Es ist nicht mein erster Auftritt vor ­Publikum, deshalb war ich nicht nervös», sagte der junge Schlagzeuger nach seinem Auftritt. Er freute sich, dass seine Eltern und ­Geschwister seinen Auftritt verfolgten.

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