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Geringes Interesse an uralten Dokumenten der Bienenzüchter

Seit einigen Wochen werden auf der Internet-Plattform Ricardo zwei alte Buchhaltungsbücher und zwei Statistiken des Bienenzüchtervereins Dielsdorf dem Meistbietenden zum Kauf angeboten. Der Preis ist hoch, das Interesse klein.

Für den 1928 durchgeführten Königinzuchtkurs erhielt der Verein einen Staatsbeitrag von 55.20 Franken.
Für den 1928 durchgeführten Königinzuchtkurs erhielt der Verein einen Staatsbeitrag von 55.20 Franken.
zvg

Bei den Dokumenten handelt es sich einerseits um je ein «Kassabuch des Bienenzüchtervereins Dielsdorf». Das eine enthält die Einnahmen und Ausgaben der Jahre 1906 bis 1928, das andere jene von 1929 bis 1944. In fein säuberlicher, schwungvoller Handschrift sind darin die Jahresbeiträge der Imker, die Abonnementskosten der Bienen­zeitung, Zuckerprämien usw. fest­ge­halten. Auf der Ausgabenseite figurieren unter anderem die Kosten für Inserate in der Publikation des «Wehntalers» und des «Lägern-Boten».

«Tolle Dokumente»

Bei den beiden anderen Dokumenten handelt es sich um Statistiken, erstellt auf den Formularen des Verbands Zürcherischer Bienenzüchter-Vereine. Die statistischen Dokumente aus den Jahren 1931 und 1938 enthalten Angaben zu den Imkern im Furttal, Wehntal-Dielsdorf, Glattal und Stadel-Weiach. «Es geht um die Buchhaltung der Bienenvölkerzahl (Abgang, Zuwachs, Veränderungen), Bienenwohnungen, Zuchtbestrebungen, Ertrag, Fütterung, und Berufe und Alter der Imker», schreibt der Ver­käufer auf Ricardo. Es seien allesamt «tolle, zeitgeschichtliche Dokumente!»

Ziemlich «toll» ist auch der Preis: Das Mindestgebot für jedes Dokument beträgt 350 Franken. Noch dauert die Auktion knappe fünf Tage. Bisher ist jedoch kein einziges Gebot eingegangen. Und es macht ganz den Anschein, als würde es auch dabei bleiben.

Auf den Einwand zweier Leute, der Anbieter solle doch die historischen Schriften dem heutigen Imkerverein Bezirk Dielsdorf schenken, liess «eintagammeer» verlauten, eine Preisreduktion sei möglich, wenn jemand gleich alle vier Dokumente kaufe.

Besser Honig abfüllen

Urs Haberstroh, der Präsident des Imkervereins Bezirk Dielsdorf, zeigt auf Anfrage wenig Inter­esse am Angebot. «Wir sind im Besitz eines Büchleins zur Geschichte des Dielsdorfer Imkervereins. Darin sind auch Ausschnitte historischer Dokumente enthalten», erklärte der Niederweninger. Man werde die Ricardo-Auktion auslaufen lassen. «Vielleicht will sich der Anbieter dann bei uns melden.»

Im Übrigen besitze auch der FC Niederweningen – für welchen Haberstroh früher als Kassier und Vizepräsident tätig war, alte Dokumente, die bis in die Anfangszeiten des Vereins um 1965 reichen würden. «Kein Mensch hat sich jemals dafür interessiert.» Viel interessanter ist für Imker die Tätigkeit, die Urs Haber­stroh gestern gerade ausübte, als der ZU ihn anrief: Er war nämlich dabei, den geernteten Honig abzufüllen…

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