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Heiratsanträge sind an der Tagesordnung

Salome Zollinger aus Niederhasli ist seit anderthalb Monaten im Tschad und beteiligt sich an einem Hilfsprojekt. Immer wieder wird sie mit kulturellen Unterschieden konfrontiert.

Salome Zollinger auf dem «Grand Marché».
Salome Zollinger auf dem «Grand Marché».
zvg

Ich lebe auf der Station des Projektteams der Schweizer Allianz-Mission (SAM). Dort verkehren auch die Kinder aus den umliegenden Dörfern. Ich habe ihnen und den beiden Missionarskindern ein Fotoalbum aus der Schweiz gezeigt und ihnen von meiner Familie, meinen Freunden, den Haustieren, meinen Hobbys, den Bergen und dem Schnee erzählt. Alles Dinge, die für die Menschen hier unvorstellbar sind. Bereits jetzt unterrichte ich den 6-jährigen Jungen meiner Gastfamilie in Deutsch und Mathematik. In Kürze wird eine christliche Schule eröffnet. Dort werde ich als Nachhilfelehrerin tätig sei. Darauf freue ich mich sehr. Doch dafür muss ich Arabisch können. So treffe ich mich zweimal pro Woche mit einer 17-jährigen Muslimin, damit wir uns sprachlich austauschen können. Ich hoffe sehr, dass sich aus diesem Kontakt eine Freundschaft entwickelt. Das ist nämlich nicht einfach, weil die Frauen hier gesellschaftlichen Zwängen ausgesetzt und an Regeln gebunden sind. Es ist schwierig, mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Es braucht viel Geduld und Zeit, aber ich bin bereit dazu. Mit Männern zu reden, ist viel einfacher. Und Heiratsanträge an eine weisse Frau sind etwas Alltägliches. Eine Ehe mit einer Ausländerin wäre für viele der Schlüssel zu einer höherem gesellschaftlichen Stellung sowie Luxus und Reichtum. Es ist wichtig, auf einen solchen Antrag mit einem deutlichen Nein zu antworten, ohne jedoch den Mann blosszustellen. Das übernimmt meistens jemand aus dem Team, der Erfahrung hat damit und vor allem die arabische Sprache beherrscht.

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