Zum Hauptinhalt springen

Hymne aufs Unterland geht ans Herz

Der Jodelklub Altberg, Dänikon-Hüttikon war Gastgeber des Benefizkonzerts der Jodlervereinigung Zürcher Unterland.

Der Gesamtchor der Jodlervereinigung Zürcher Unterland besingt die «Bärgblueme».
Der Gesamtchor der Jodlervereinigung Zürcher Unterland besingt die «Bärgblueme».
Beatrix Bächtold

In der Reformierten Kirche erschallt das Jodellied «Mys Underland». Rund 200 Gäste spitzen jetzt speziell die Ohren, denn im Lied geht es nicht um irgendein Tal. Einige lächeln, andere stupsen ihren Sitznachbarn an, so, als wollten sie sagen: «Hey, hast du gehört? Hier geht es um unser Unterland» und wieder andere kramen ihr Taschentuch hervor. Schliesslich wird im Jodellied die Schönheit und Einzigartigkeit ihrer unmittelbaren Heimat gepriesen. Das geht ans Herz. «Wo Töss und Rhy sich eined, wo d Glatt dur sChornfäld zieht», hat der Eglisauer Texter Franz Gerber dieser Komposition von Theodor Schweizer nach Mass auf den Leib geschrieben. Und weiter rühmt der Text Fleiss und Wohlstand der Unterländer. Dort, wo Stadt und Land sich finden, da treffe man liebe Freunde die Sinn fürs Heimatland haben.

Wuchtiger Dirigent

Gegen Ende der Hymne aufs Unterland bringt der Dirigent Beat Joost die 70 Sängerinnen und Sänger des Gesamtchors dann noch einmal so richtig auf Hochtouren. Der Bassersdorfer rudert mit den Armen, mal hebt er die Handflächen nach oben, so, als wolle er die Töne eigenhändig bis unter die Kirchenkuppel tragen. Dann wieder pumpt er sachte mit den Handflächen nach unten, um die Lautstärke zu drosseln. Später stellt er sich auf die Zehenspitzen, gibt den Sängern Zeichen mit dem Kopf, reckt den Hals. Manchmal gerät er dabei gefährlich nahe an den Rand seiner extra für ihn aufgestellten Minibühne.

«Wir haben nur zweimal gemeinsam geprobt. So etwas funktioniert nur mit wirklich grossartigen Sängern», sagt er. Eine war die Hauptprobe am Veranstaltungstag, die andere fand bereits am Vortag im Däniker Anna-Stüssi-Haus statt. In Dänikon deshalb, weil der gastgebende und organisierende Verein dieses Jahr der Jodelklub Altberg, Dänikon-Hüttikon ist.

Wuchtige Einzelauftritte

Jedes Jahr veranstaltet ein anderes Mitglied der Jodlervereinigung Zürcher Unterland (JvZU) ein gemeinsames Konzert auf eigenem Terrain. 2018 dürfen die Freunde der heimatlichen Klänge am Freitag, den 13. April, nach Embrach pilgern. Zur Vereinigung gehören der Jodelklub Altberg, Dänikon-Hüttikon, der Jodelklub Eglisau, das Frauenjodelchörli Embrach, der Jodelklub Bärgarve, Opfikon-Glattbrugg, der Jodelklub Freienstein, das Jodel-Doppelquartett Höri, das Jodelchörli Bachenbülach und der Bernerverein Zürcher Unterland an. Sie alle leisten an diesem Abend ihren Beitrag in Soloauftritten. Die Alphorn-Gruppe Altburg gehört zwar genau genommen nicht der JvZU an, doch die vier Männer und eine Frau lassen ihre Alphörner trotzdem erschallen. Das wohl schweizerischte aller Instrumente bringt bei den Stück «De Sörenberger» und «Mis Glarnerland» die Luft in der kleinen Kirche zum Vibrieren.

Insgesamt 15 Jodelklassiker plus zwei Zugaben bekommen die Anwesenden bis spät in die Nacht hinein zu hören. Alle sind zufrieden, auch die drei jungen Gäste in Reihe 2. «Mega», urteilt Livienne und ihr Cousin Tristan und seine Zwillingsschwester Malin nicken. Die drei Regensdorfer Kids im Primarschulalter sind, wie sie betonen, völlig freiwillig anwesend. «Mir gefallen die Lieder, besonders weil unsere Grossmutter Elisabeth Walther dirigiert und auch mitsingt», sagt Livienne. Ob sie denn vom Konzert restlos begeistert waren, will man wissen. Livienne sagt: «Ja schon, aber ich hätte mir als Zugabe den Steimandli-Jutz gewünscht.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch