Rümlang

«Ich will einen Männerchor»

Die fünfköpfige Zürcher Band Tim Freitag eröffnete den zweiten Tag des Zürich Openair.

Tim Freitag eröffnete den zweiten Tag des Zürich Openair 2019 in Rümlang.

Tim Freitag eröffnete den zweiten Tag des Zürich Openair 2019 in Rümlang. Bild: Urs Brunner

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Zu Beginn eures Auftritts waren ziemlich wenige Leute im Publikum. Was geht dir durch den Kopf, wenn du vor einem beinahe leeren Zelt stehst?

Janick Pfenninger: Zum einen sind wir uns das gewohnt, zum anderen sind im Laufe des Konzerts immer mehr Leute dazugestossen, was uns sehr gefreut hat. Vor einer Handvoll Menschen zu spielen, hat aber auch etwas Besonderes, die Stimmung wird sehr schnell sehr intim.

Normalerweise seid ihr zu fünft, heute stand ein sechster Mann auf der Bühne. Ein neues Bandmitglied?

Das ist Matthias. Er springt sonst ein, wenn der Bassist oder der Keyboarder verhindert ist. Während der Vorbereitung fürs Zürich Openair hatten wir die Idee, ihn mit auf die Bühne zu holen, obwohl er niemanden vertreten musste. Vielleicht bauen wir ihn in Zukunft öfter ein. Das ist typisch Tim Freitag, spontan Dinge zu verändern. Nachdem ich uns nun gehört habe mit einem Backgroundsänger mehr, will ich künftig am liebsten mit einem Männerchor auftreten.

Eure Musik gehört nicht eindeutig zu einem Genre, sie ist zwischen Pop, Indie und Rock einzuordnen. Auch eure über 100 Konzerte habt ihr an sehr unterschiedlichen Orten gespielt, vom Zürcher Szeni-Club bis zum Moon and Stars in Locarno. Es ist keine klare Linie hinter Tim Freitag zu erkennen.

Ja klar, wieso auch? Man will schliesslich nicht jeden Tag nur Spaghetti essen. Das gilt für uns auch musikalisch: Wir haben nicht immer Lust auf das Gleiche. Wir arbeiten sehr songbasiert. Ausserdem lasse ich mich gerne von allem, was um mich herum geschieht, beeinflussen. Die Musikszene verändert sich so rasch, es gibt jeden Tag so viel Neues, das ich gerne in die Musik von Tim Freitag einfliessen lasse.

Zwei eurer Mitglieder spielen auch für Bands wie Hecht oder stehen mit anderen Schweizer Künstlern auf der Bühne. Wie gross ist da die Gefahr, dass ihr euch als Gruppe verliert?

Persönlich sind wir wie eine grosse Familie. Musikalisch gibt es drei Dinge, die uns zusammenhalten: meine Stimme, das Gefühl und die Botschaft in unseren Songs.

Ihr legt grossen Wert auf Präsenz in den sozialen Medien. Vor jedem Konzert macht ihr ein komödiantisches Video. Seid ihr also eher Unterhaltungskünstler als eine Konzertband?

Die Musik ist mir schon wahnsinnig wichtig und auch todernst. Da gibt es keinen Platz für Klamauk. Wir sind aber eigentlich alle lustige Menschen, doch diese Seite können wir nicht musikalische ausleben. Deswegen machen wir das auch in den sozialen Medien.

Für den Song «Hold On» habt ihr über eine Million Plays auf der Streamingplattform Spotify. Ihr habt aber alle auch noch andere Jobs im Informatik- und Bildungsbereich. Wann setzt ihr alles auf Tim Freitag?

Wann, lässt sich nicht sagen, es ist aber auf jeden Fall unser Ziel. Die harte Realität ist allerdings, dass man am Anfang ziemlich untendurch muss. Doch es läuft immer besser. Wir nähern uns diesem Ziel Schritt für Schritt, und ich bin überzeugt, dass alles gut kommt, wenn es so weitergeht.

Erstellt: 24.08.2019, 09:20 Uhr

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