Wehntal

Einzelinitiative fordert Fusion von Schöfflisdorf und Oberweningen

Zwei Initianten streben eine Zweier-Fusion im Wehntal an. Sie fordern eine Urnenabstimmung über die Ausarbeitung eines Zusammenschlussvertrag der Politischen Gemeinden Schöfflisdorf und Oberweningen.

Am Bahnhof haben sich die Gemeinden Schöfflisdorf und Oberweningen bereits zusammengeschlossen.

Am Bahnhof haben sich die Gemeinden Schöfflisdorf und Oberweningen bereits zusammengeschlossen. Bild: Paco Carrascosa

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Die beiden Initianten, Walter Bickel aus Schöfflisdorf und Erich Meierhofer aus Oberweningen wollen mit ihrer Einzelinitiative Gespräche über einen Zusammenschluss wieder ins Rollen bringen. «Im November 2017 sind diese abrupt gestoppt worden, weil sich Schleinikon gegen eine Weiterführung stellte», sagt Bickel. Das gelte jedoch nur für diese eine Gemeinde. Die anderen hätten gar keine Gelegenheit mehr erhalten, ob sie das Zusammenschluss-Projekt weiter verfolgen wollten. «An der ersten Urnenabstimmung im November 2014 fiel das Resultat in allen vier Gemeinden nämlich positiv aus. Damals waren alle dafür, Gespräche über einen Zusammenschluss zu führen», erklärt Meierhofer.

Diese sollen jetzt fürs obere Wehntal wieder aufgenommen werden. Er ist überzeugt davon, dass eine Fusion von Schöfflisdorf und Oberweningen sinnvoll ist. «Die beiden Gemeinden arbeiten ja bereits jetzt in vielen Bereichen zusammen.» Bickel weist auf die ohnehin nicht mehr sichtbare Grenze hin. «Die Dörfer sind zusammengewachsen.» Mit finanziellen Vorteilen rechnen beide nicht. Bickel glaubt jedoch an eine Stärkung der Verwaltung und an eine verbesserte Lösung für Stellvertretungen. Beide sind überzeugt davon, dass ihre Initiative eine Chance hat.

«Das Ziel ist nicht, dass es
zu Entlassungen kommt.»
Richard Ilg
Gemeindepräsident
Oberweningen

Fast gleichzeitig mit der Einreichung der Einzelinitiative, ist ein Flyer in allen Wehntaler Gemeinden in Umlauf gekommen, der die Frage Fusion im Wehntal aufwirft. Ein eben gegründeter Verein mit Mitgliedern aus allen vier Gemeinden möchte erreichen, dass die bisher geleistete Arbeit vervollständigt und ergänzt wird. «Dass wir das Thema gleichzeitig mit den Initianten aufgegriffen haben, ist reiner Zufall», sagt Vereinspräsidentin Silvia Zürcher.Geplant ist die Abklärung der Befindlichkeiten der Bevölkerung zum Thema Fusion durch eine Umfrage und Analyse des Instituts für Politikwissenschaft der Universität Zürich. Alle Infos sind auf www.unserwehntal.ch nachzulesen.

Im Oktober werden die Weichen gestellt

Die Exekutiven von Schöfflisdorf und Oberweningen haben die Initiative für gültig erklärt. Richard Ilg, Gemeindepräsident von Oberweningen, schätzt den Einsatz von aktiven Bürgern und steht der Idee für erneute Zusammenschlussgespräche, die nur seine Gemeinde und Oberweningen betreffen, positiv gegenüber. Er betont jedoch, es gehe nicht um Sparmassnahmen, aber Synergien könnten genutzt werden. «Das Ziel ist nicht, dass es zu Entlassungen kommt.» Vielmehr wolle man gemeinsam betreute Bereiche fördern und alle kommunalen Angelegenheiten unter einen Hut bringen.

«Die Initiative
ist ein Weg
der kleinen
Schritte.»
Alois Buchegger
Gemeindepräsident
Schöfflisdorf

Sein Amtskollege aus Schöfflisdorf, Alois Buchegger, sieht in der Initiative einen Weg der kleinen Schritte. «Haben erst einmal zwei Gemeinden fusioniert, könnte sich das allenfalls auf einen Zusammenschluss im grösseren Rahmen auswirken.» Doch jetzt befinden die Stimmberechtigten aus Schöfflisdorf und Oberweningen zuerst einmal darüber, ob ein Vertrag zur Bildung einer gemeinsamen Gemeinde überhaupt ausgearbeitet werden soll. Die Urnenabstimmung findet am 20. Oktober statt. «Bereits jetzt besteht in vielen Bereichen eine sinnvolle Zusammenarbeit, zum Beispiel werden das Gemeindewerk und das Steueramt bereits gemeinsam betrieben», sagt Buchegger. Und es gibt einen Bahnhof, der bereits mit Schöfflisdorf-Oberweningen angeschrieben.

Neue Gemeindeordnung ist der nächste Schritt

Beide Exekutiven unterstützen die Einzelinitiative von Meierhofer und Bickel. «Sollte sie nicht angenommen werden, ist das Thema vom Tisch», erklärt Buchegger. «Spricht sich eine Mehrheit für die Ausarbeitung eines Zusammenschlussvertrags aus, muss ein solcher gemäss Gesetz innerhalb von 18 Monaten ausgearbeitet werden.» Er und Ilg sind sich einig, dass das möglich ist, weil sie sich dabei auf die Vorarbeit für den Zusammenschluss aller vier Wehntaler Gemeinden abstützen können. Im Herbst 2020 könnte der Vertrag also bereits zur Abstimmung kommen. Wird er angenommen, folgt als nächster Schritt eine neue Gemeindeordnung, die für die neu gegründete Gemeinde Oberweningen-Schöfflisdorf gilt, und im Sommer 2021 an die Urne kommen könnte.

Die laufende Amtsperiode endet 2022. Beiden Gemeindepräsidenten ist klar, dass es danach nur noch eine Behörde geben wird, sollte die Fusion Wirklichkeit werden. Vorerst gibt es jedoch für die beiden bestehenden Gremien noch einiges zu tun.

Erstellt: 17.07.2019, 15:13 Uhr

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