Niederweningen

Integration auf «natürliche» Weise

Im Rahmen des Deutschkurses ging eine Gruppe Asylsuchender gemeinsam mit ihrer Lehrerin und dem Förster in den Wald. Ziel war, den Ort besser kennenzulernen und Ängste abzubauen.

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Statt Unterricht im Schulzimmer stand am Dienstag in Niederweningen ein Ausflug in den Wald auf dem Stundenplan der Asylsuchenden. «Die Natur und die Umgebung zu kennen, ist meiner Meinung nach für die Integration wichtig», sagt Isabella Günthardt, die seit 2014 in der Gemeinde Deutschunterricht gibt. Es sei aber auch eine Wortschatzerweiterung sowie eine Gelegenheit, das Gelernte anzuwenden.

Treffpunkt ist das alte Feuerwehrgebäude, wo sonst der Sprachkurs stattfindet. Von dort aus geht man gemeinsam in Richtung Wald. Nach etwa einer halben Stunde ist der Waldeingang erreicht. Isabella Günthardt packt das Insektenschutzmittel aus und bietet allen davon an.

Keine Schlangen oder Bären

Der eben eingetroffene Förster Patrick Schibli lädt die Gruppe zum Rundgang unter den grünen Wipfeln. «Es braucht niemand Angst zu haben, es gibt hier keine Schlangen, Wölfe oder Bären», versichert er gleich zu Beginn.

Als Vorbereitung auf den Ausflug war der Wald – von den Baumarten über die Tiere bis zu den Bodenschichten – seit Juni Thema in der Schule. Beim Ausflug berichtet der Förster aus seinem Alltag. «Zur Forstarbeit gehört auch das Baumfällen. Wissen Sie, was danach mit dem Holz geschieht?» fragt Schibli in die Runde. «Feuer», «Stühle und Tische», «Papier», «Bleistifte» tragen die Schülerinnen und Schüler zusammen.

Einer von ihnen zeigt auf die herumliegenden Äste von gefällten Bäumen und will wissen, warum das Holz nicht weggeräumt worden sei. Das sei ökologisch und Tiere wie zum Beispiel Ameisen bräuchten das Holz, klärt der Förster auf. «Wo sind die Rehe?» will ein anderer wissen. «Die sind eher im hinteren Teil des Waldes, wo sie vor unseren Blicken geschützt sind», erwidert Schibli.

Diese Regeln gelten im Wald

Während des Rundgangs hängt der Förster zusammen mit zwei Schülern ein Banner auf, auf dem vor Holzschlag gewarnt wird. «Wenn ihr das seht, lauft nicht weiter, das wäre gefährlich.»

Isabella Günthardt überprüft jeweils, ob ihre Schülerinnen und Schüler verstehen, was der Waldexperte ihnen sagt. Sie wiederholt mit ihnen an diesem Vormittag auch die anderen Verhaltensregeln: Keine Tiere berühren, den Abfall immer mitnehmen, keinen Lärm und auch kein Feuer machen und die Pflanzen nicht beschädigen.

«Schlange, Schlange» ruft ein Junge plötzlich. Die anderen scharen sich aufgeregt um ihn und schauen auf den Boden am Wegrand. Die «Schlange» ist höchstens 40 Zentimeter lang. «Das ist eine Blindschleiche, sie gehört zu den Echsen», sagt Isabella Günthardt und beruhigt damit alle.

Erstellt: 17.07.2018, 18:00 Uhr

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