Oberhasli

Jede Rose hat ihre eigene Nummer

Die meistverkaufte Blume am Valentinstag ist die Rose. Bei Blume 3000 ist jede mit einer Rückverfolgbarkeitsnummer versehen. Ein Blick hinter die Kulissen des Blumenfachgeschäfts.

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Das Betriebsgebäude der agrotropic AG in Oberhasli fällt durch seine eigentümlich gezackte Dachkonstruktion auf. Diese ist gewollt, denn unter dem Dach werden tausende von Blumen zur Weiterlieferung verarbeitet. Für die Mitarbeitenden bedeutet dies viel Tageslicht, für die Blumen Schutz vor direkter Sonnenbestrahlung.

Das Gebäude an der Florastrasse wurde nach einer rund einjährigen Bauzeit im Juli 2017 bezogen. Agrotropic AG wurde 1976 von Bernhard Bürgisser gegründet. Heute ist sie der grösste Schweizer Importeur für Fairtrade Rosen und beliefert Supermärkte und den Fachhandel mit tausenden Blumen.

Eines dieser Fachgeschäfte ist die Blume 3000 AG, welche 1983 ebenfalls durch Bernhard Bürgisser gegründet wurde und sich seither dem Gedanken der Nachhaltigkeit verpflichtet hat, wie Björn Gensler, CEO der Firma, betont. Die Firma ist mit ihren Büroräumlichkeiten, dem Zentral- und dem Kühllager ebenfalls im Gebäude mit dem Zackendach untergegracht.

Alle Rosen sind Fairtrade zertifiziert

«Rund 50 Prozent der verkauften Blumen, die wir in unseren Filialen verkaufen, sind Rosen – alle Fairtrade zertifiziert», betont Gensler nicht ohne Stolz. Dabei handelt es sich um Edelrosen vor allem aus Ecuador und Kenia, welche Blumen 3000 von der Agrotropic AG bezieht.

«Beim Transport der Rosen muss
die Kühlkette von rund drei bis vier Grad immer gewährleistet sein.»
Matthias Haudenschild Geschäftsleiter der Agrotropic AG.

Matthias Haudenschild, der Geschäftsleiter der Agrotropic AG, erklärt den Weg dieser Rosen. «Die Lieferungen aus unseren Produktionsstandorten kommen via Lastwagen von den Flughäfen Zürich, Amsterdam oder Frankfurt zu uns nach Oberhasli. Dabei muss die Kühlkette von zirka drei bis vier Grad gewährleistet sein», sagt Haudenschild. Einen Zwischenstopp machen die sorgfältig in Karton verpackten Edelrosen in einem gekühlten Zwischenlager. «Hier werden sie sofort angeschnitten und in Wasser eingestellt, das mit Schnittblumennahrung angereichert ist.» Die Rosen und andere Blumen gelangen direkt vom Zwischenlager an fünf Blumenverarbeitungsstrassen. Dort werden sie von den Mitarbeitenden in diversen Veredelungsabschnitten angeschnitten, wo nötig gesäubert und in gekühltem Wasser zum Weitertransport an die Kunden bereitgestellt.

Eine Nummer weist auf Produzenten hin

Zurück zu den Edelrosen aus Ecuador. Bei diesen geraten die drei Männer ins Schwärmen. Bernhard Bürgisser, der Verwaltungsratspräsident der beiden Firmen, erklärt weshalb. «Diese Rosen gedeihen unter besten klimatischen Bedingungen. Rosen aus Ecuador oder auch Kenia wachsen auf 2000 bis 3000 Meter Höhe. Die Tages- und Nachttemperaturen sind ideal, wie bei uns im Frühling.» Und je höher die Rosen angebaut würden, umso grösser würden ihre Köpfe. «Wir haben immer sechs bis sieben Sorten in unseren Filialen – alle mit Sieben-Tage-Haltbarkeitsgarantie.»

Je höher die Rosen angebaut wird, umso grösser werden ihre Köpfe.

Björn Gensler weist auf die Fairtrade Nummer an der Rose hin. «Mit dieser Nummer kann der Kunde verifizieren, woher die Rose stammt und er erfährt gleichzeitig viel über den Produzenten und die mit den Fairtrade-Prämien finanzierten Projekte.» Für Gensler ist der Nachhaltigkeitsgedanke nicht nur bei den Importrosen zentral. «Wir setzen auch beim restlichen Blumensortiment verstärkt auf Schweizer Produkte, auch regionale», denn kurze Lieferantenwege seien ihnen wichtig. So freut sich Gensler, dass sie einen neuen Lieferant für Bio-Sonnenblumen gefunden haben.

Nachhaltiges Betriebsgebäude

Aber nicht nur die Blume 3000 AG schaut auf die Öko-Bilanz. Bei der Agrotropic werden die vielen anfallenden Kartonverpackungen in der Schweiz recycelt. Und die Mehrweg-Blumeneimer werden im Haus gereinigt und desinfiziert. «Unsere Kühlräume erzeugen genug Abwärme, um 95 Prozent des Heizungsbedarfs zu decken. Die restlichen 5 Prozent übernimmt die örtliche Schnitzel-Fernheizung», erklärt Matthias Haudenschild ihr Konzept. Ausserdem sei eine Photovoltaikanlage auf dem Dach geplant.

So bewusst wie auf Nachhaltigkeit in beiden Firmen geachtet wird, wird auch auf die Qualitätskontrolle geschaut. Von der Eingangskontrolle bis zum Testraum, in welchem die Blumen zwei Wochen bleiben – werden sie regelmässig auf Pilzbefall oder Haltbarkeit kontrolliert.

Erstellt: 11.02.2019, 17:19 Uhr

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