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«Kurz» und «Lätz» als neuer Schulstoff

Vier Klassen im Schulhaus Pächterried erlernten diese Woche die Grundlagen des Schweizer Nationalsports Schwingen. Am 8. Mai findet auf dem Areal das Kantonal-Schwingfest statt.

Schuklassen aus dem Pächtenried?übten Griffe und Tricks, wie die Schwinger sie am Kantonalen in Regensdorf auch zeigen werden.
Schuklassen aus dem Pächtenried?übten Griffe und Tricks, wie die Schwinger sie am Kantonalen in Regensdorf auch zeigen werden.
Balz Murer

Die Schwinglektion der Klasse 5a beginnt mit einem Einlaufen, bei dem Muskeln und Gelenke aufgewärmt werden. Danach heisst es «Schwinghose fassen»: Die Kinder lernen, wie man die Hosen aus Zwilchstoff mit einem Ledergürtel richtig anzieht. Wichtig dabei ist, dass das «Gestöss», also die Hosenbeine, hochgekrempelt werden, damit sich der Gegner gut daran festhalten kann.«Als erstes geben wir uns immer die Hand, das ist ein Zeichen von Respekt», erklärt Stefan Tresch, Präsident des Schwingklubs Glatt- und Limmattal, der gemeinsam mit Bruno Auf der Maur, Medienchef des Klubs, die Trainingseinheiten gibt. Die Schwing-Lektion beginnt mit dem sogenannten «Grifffassen», das ist die Ausgangsposition vor jedem «Gang», also vor jeder Runde. Dabei fassen beide Schwinger mit einer Hand an den Ledergürtel am hinteren Teil der Hose des Gegners während sie sich mit der anderen am «Gestöss» festhalten.

Der erste Schwung

Die Schülerinnen und Schüler teilen sich in eine Buben- und eine Mädchengruppe auf. Es gilt nun, das «Grifffassen» und den ersten Schwung, den «Kurz», zu üben. Bei der nächsten Instruktionseinheit erklärt der ehemalige Schwinger Tresch den «Lätz», das ist der einzige Schwung, bei dem man für den Sieg keine Hand an der Hose des Kontrahenten haben muss. Weiter betont Tresch, dass Schwinger faire Leute seien: «Der Gewinner gibt dem Verlierer nach dem Kampf immer die Hand und putzt ihm den Rücken vom Sägemehl.» Zwar schwingen die Kinder im Pächterried nicht auf Sägemehl sondern auf Turnmatten, doch mit Fairness und Respekt begegnen auch sie sich.

Daniel Baumann, Lehrer der Klasse 5a, ist zufrieden mit der aussergewöhnlichen Sportstunde: «Ich sehe nur Lachen auf den Gesichtern der Kinder, es macht ihnen Spass. Ich bin auch überrascht, dass sie so gar keine Berührungsängste haben.» Baumann erzählt, dass die Schulleitung mit diesem Angebot auf die Lehrpersonen zugegangen sei: «Ich fand es eine gute Idee, vor allem auch weil viele der Kinder gar nicht wussten, was Schwingen überhaupt ist, und weil das Schwingfest auch hier stattfinden wird.»

Nachwuchs finden

Grund für das Angebot ist für Bruno Auf der Mauer vom Schwingklub Glatt- und Limmattal einerseits, den Kindern die ihnen meist unbekannte Sportart näher zubringen, andererseits ist es aber auch ein Dankeschön des OKs des Zürcher Kantonalschwingfestes dafür, dass der Anlass am 8. Mai auf der Anlage des Pächterried stattfinden kann. «Es ist auch eine Möglichkeit, Nachwuchs für den Sport zu gewinnen, was in der städtischen Umgebung eher schwierig ist», sagt Auf der Maur.

Eine potenzielle Interessentin ist mit Ilaria Scuderi aus Watt schon gefunden: «Ich habe heute zum ersten Mal geschwungen und es hat mir sehr gut gefallen.» Die 11-Jährige freut sich schon darauf, die neu gelernten «Tricks» an ihrem Nachbarn, der noch etwas jünger ist als sie, auszuprobieren: «Er schwingt manchmal im Garten, da würde ich jetzt mitmachen.»

Loris Fabiano freute sich hingegen vor allem darüber, wieder einmal kämpfen zu können: «Das dürfen wir in der Schule sonst nicht. Es macht Spass die anderen umzuwerfen, es ist aber auch völlig ok wenn ich umgeworfen werde», resümiert der 11-Jährige aus Watt.

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