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Leseratten bringen mit und tauschen um

Der Büchertausch der privaten Kulturinitiative Philosophe.ch präsentierte sich auch im dritten Jahr als beliebte Tausch- und Austauschplattform für Leser jeden Alters. Zahlreiche Bücher aller Art fanden am Sonntag neue Besitzer.

Ana-Maria Uhzinger-Auer aus Regensberg liebt eigentlich Kochbücher. Aber beim Stöbern beim Büchertausch im Bistro Philosophe in Dielsdorf lässt sie sich auch für andere Werke begeistern.
Ana-Maria Uhzinger-Auer aus Regensberg liebt eigentlich Kochbücher. Aber beim Stöbern beim Büchertausch im Bistro Philosophe in Dielsdorf lässt sie sich auch für andere Werke begeistern.
Leo Wyden

«Wohin damit?» Zwei Taschen voller Bücher haben Verena und Toni Blum dabei und schauen sich erwartungsvoll um. Das Ehepaar aus Schleinikon gehört zu den ersten, die am Sonntagmittag zum Büchertausch im Dielsdorfer Bistro Philosophe erscheinen. «Es gibt kein System. Suchen Sie sich einfach einen Tisch aus», lautet die freundliche Auskunft von Vreni Hitz vom Team der privaten Kulturinitiative Philosophe.ch, welche nun bereits im dritten Jahr zum unkompliziertem, nichtkommerziellen Büchertausch bei Kaffee und Kuchen lud. «Wir wussten bisher gar nicht, dass es diesen Anlass gibt und sind zufällig drauf gestossen», erzählt Verena Blum, während sie die mitgebrachten literarischen Werke sorgfältig auf dem ausgewählten Tisch aneinanderreiht.

Geben und Nehmen

Wer zum Büchertausch kommt, darf – gegen einen geringen Kostenbeitrag, Kinder bis zehn Jahren gratis – so viel bringen und nehmen, wie er will. Bis zu 50 Bücherfreunde erwartet Vorstandsmitglied und Literaturliebhaber Peter Fahrni im Laufe des Nachmittags. «Das Ziel dieser Veranstaltung entspringt der Idee des Philosophe: Miteinander zu reden, auch über das Alltägliche hinaus, oder sich auszutauschen auf literarischer Ebene. Hier treffen sich Alt und Jung, auch Eltern mit Kindern kommen immer gerne her.»

Keineswegs würde der Büchertausch als Recyclingstelle missverstanden. «Die Leute haben Freude an Büchern, es ist ein Geben und Nehmen.» Was keinen neuen Leser findet, geht zu Second Hand Bücher Bülach. Für Fahrni selbst bedeuten Bücher mehr als ein Hobby: «Lesen bringt Langsamkeit in diese schnelllebige Zeit.» Es würde nach wie vor viel gelesen und in Zukunft werde es eher mehr, zeigt er sich überzeugt.

Der Einkauf im Internet kommt für Fahrni nicht in Frage: «In der Buchhandlung beraten mich Menschen, die etwas davon verstehen.» Als Konkurrenz für den Handel sieht er den Büchertausch nicht. «Neuerscheinungen von 2017 sucht man hier vergebens.»

Trennen fällt schwer

Inzwischen präsentieren sich die Tische gut gefüllt: Das bunte, durchweg gut erhaltene Sortiment reicht vom Luftfahrt-Bildband bis zum Erziehungsratgeber, von Krimi bis Cartoon, von Roger Willemsen bis Rosamunde Pilcher. Es wird eifrig gestöbert. Elizabeth Schürmann aus Regensberg hält den Roman eines amerikanischen Autors im Original in den Händen. «Als Engländerin lese ich noch gerne in meiner Muttersprache», verrät sie und hat im Gegenzug eine englische Kinderbuchreihe mitgebracht.

Kochbücher hingegen sind die ganz grosse Leidenschaft von Ana-Maria Utzinger-Auer. «Ich habe bestimmt 850 oder mehr», beteuert sie und ergänzt: «Ich interessiere mich auch sehr für Biographien. Jene von Camille Claudel besass ich vorher nur in Französisch. Hier habe ich sie auf Deutsch gefunden.»

Die Regensbergerin liebe es, Bücher zu besitzen, umso schwerer falle es ihr, sich davon zu trennen, gibt sie offen zu. Zwar habe sie dieses Mal zwei Säcke voll Bücher zum tauschen mitgebracht, «aber die sind von meiner verstorbenen Mutter.»

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