Buchs

Manege frei fürs Chränzli im Zirkus Nötzelli

Ein Präsident als Clown, ein Rollator-Ballett, fitte Kids, starke Typen und rassige Girls. Das Chränzli «Zirkus» des Turnvereins, der Damenriege und des Männersports rockte die Manege.

Alle Abteilungen des TV Buchs zeigten ihre Darbietungen zum Thema Zirkus auf der Bühne.

Alle Abteilungen des TV Buchs zeigten ihre Darbietungen zum Thema Zirkus auf der Bühne. Bild: Sibylle Meier

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Im Zelt, also genau genommen im Gemeindesaal der Pemo Arena, duftet es nach Hackbraten und in Speck eingepackte grüne Bohnen. Richtet das hochverehrte Publikum hier im Zirkus Nötzelli den Blick nach oben in die Kuppel, so sieht es dort Unmengen von roten und weissen Fähnchen flattern. Auch die Clownhüte der Tischdekoration passen zum Motto des Abends.

Losverkäufer umkreisen die Essenden in regelmässigen Abständen. Wer möchte, darf auch ein Programmheftchen erwerben und sich schon mal mit dem vertraut machen, was da bald in der Manage ablaufen wird.

Während Aktivmitglied Nicolas Dörnberger und sein Kollege Marco Tarnutzer Behälter mit Popcorn zum Verkauf auftürmen, strömen immer noch mehr Gäste in den Saal. Hier stehen die Stühle bereits dicht an dicht. Der Zirkus Nötzelli scheint populär zu sein. Der Raum ist ausgebucht an diesem Freitagabend.

Riesiger Aufwand

Gegen 20 Uhr verdunkeln sich die Scheinwerfer, und der Geräuschpegel nimmt ab. Ein Knirps erklimmt seinen Stuhl, um möglichst viel vom Geschehen auf der etwas tief liegenden Bühne zu erhaschen. Und dann schiebt sich der Vorhang zur Seite, ein Lichtkegel tastet sich durch den Saal. Ein Tusch. Applaus. Manage frei. Die Vorstellung beginnt.

Dieses Turnerchränzli findet alle zwei Jahre statt. Registriert man den riesigen Aufwand, den die veranstaltenden Laien da an zwei aufeinanderfolgenden Abenden schultern, so ist es eigentlich logisch, dass man das nicht jährlich wiederkehrend so über die Bühne bringen kann. So wurde dieses Jahr zum Beispiel das Thema Zirkus bis ins Detail ausgeschmückt. Seit vergangenem Herbst probten mehr als hundert Kinder, Erwachsene dachten sich Choreographien aus, Zirkuskostüme wurden beschafft. Vor allem aber musste das Theaterstück, das beim TV Buchs traditionsgemäss die turnerischen Elemente umrahmt, geschrieben und geprobt werden.

Zum ersten Mal in der Pemo Arena

Wie in der letzten Auflage namens «Polterabend» vor zwei Jahren, stammt auch diesmal die Idee und das Stück von Damenriege-Mitglied Viktoria Jeggli. «Ich bin heilfroh, dass bis jetzt alles so gut läuft. Es ist das erste Chränzli unter meine Präsidentschaft. Möglich macht das ein eingespieltes und engagiertes Team», erklärt der Präsident Christof Hunziker in der grossen Pause und schnappt sich ab und zu ein Popcorn. Zum Essen blieb ihm bis jetzt keine Zeit.

Dieses Chränzli findet zum ersten Mal in der neu erbauten Pemo Arena statt. «Wir mussten zuerst schauen. Wie, wo, was?», sagt er. Hunziker selbst zieht sich im Stück eine rote Perücke über und setzt sich die Pappnase auf. «Man sieht nur: Fürs Chränzli, Höhepunkt im Vereinsjahr, mache ich mich gerne total zum Clown», erklärt er und lacht. Schliesslich sind die Einnahmen dieser Veranstaltung wichtig für den Verein.

Weiterbildung, Bewegung und Geselligkeit sind mit finanziellen Auslagen verbunden. «Ausserdem haben wir viele Junioren im Verein. Für deren sportliche Betreuung benötige wir qualifizierte Jugend+Sport-Leiter», berichtet der Präsident.

Bewegliche Omas

Doch zurück in die Manege. Hier erfreuen unter anderem ganz junge Clowns, eine Pferdenummer aus dem Kinderturnen, schwungvolle Darbietungen der Mädchenriege sowie der Jugi das Publikum. «Zugabe!», schallt es zu vorgerückter Stunde. Grund für die kollektive Begeisterung ist die Nummer «Seniorinnen im Zirkus».

Eine der Artistinnen, die mit dem Rollator Rock ‘n’ Roll tanzen ist Verena Riedl. Längst pensioniert, wirkt die Dame der Damenriege äusserst fit. Als sie nach der Vorstellung in Jeans und Sneakers schlüpft, erkennt man in ihr beim besten Willen nicht mehr eine der neun Grossmütter, die eben noch über die Bühne schlurften. Die Buchserin sagt: «Die Gehhilfen mussten wir uns ausleihen. Im wirklichen Leben sind wir ohne unterwegs, vermutlich auch wegen der regelmässigen Bewegung in der Damenriege.»

Erstellt: 27.01.2019, 18:28 Uhr

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