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Müllsammler haben sich bewährt

Das Projekt des Gemeinderats, bei dem Asylsuchende Abfall von den Strassen räumen, wird nach erfolgreichem Pilotversuch nun unbefristet fortgesetzt. Künftig haben auch vorläufig Aufgenommene die Möglichkeit, am Beschäftigungsprogramm teilzunehmen.

Das Beschäftigungsprogramm, bei dem Asylsuchende Müll einsammeln, wird weitergeführt. Für die Zukunft sind auch andere Aufgaben wie Rasenmähen denkbar.
Das Beschäftigungsprogramm, bei dem Asylsuchende Müll einsammeln, wird weitergeführt. Für die Zukunft sind auch andere Aufgaben wie Rasenmähen denkbar.
Balz Murer

Abfall, der auf der Strasse liegt, aufsammeln: Das machen seit vergangenem September Asylsuchende in Niederhasli im Rahmen eines Beschäftigungsprogramms des Gemeinderats. Zweimal wöchentlich engagieren sich drei Personen im Betrieb Werke und erhalten pro Einsatz, der einen halben Tag dauert, eine Entschädigung von 10 Franken.Der Gemeinderat hat die sechsmonatige Testphase, die diesen Monat zu Ende ging, als erfolgreich beurteilt und deswegen entschieden, das Projekt unbefristet fortzusetzen. «Das Ziel dabei ist, dass die Leute eine Weile dabei sind, um Konitnuität zu schaffen. Es geht aber nicht darum, dass sie das Jahre lang machen», erklärt Gemeinderat Daniel Frei (SP), Ressortvorsteher Soziales das Konzept. Sechs Monate sei der ungefähre Zeitraum, der bei der Teilnahme angestrebt werde. Doch der Einsatz ist und bleibt freiwillig.

Beschäftigung, nicht Arbeit

Neu richtet sich das Angebot nicht mehr ausschliesslich an Personen mit Status N, also solche, die auf einen Asylentscheid warten. Künftig können auch vorläufig aufgenommene Ausländer (Status F) teilnehmen. Ein zentraler Unterschied zwischen Status F und N ist das Recht, arbeiten zu dürfen. Dieses ist ersteren vorbehalten. Deswegen sei es wichtig, klarzustellen, dass es sich um eine Beschäftigungsmassnahme mit Entschädigung handelt und nicht um Arbeit, die mit einem Lohn bezahlt wird, betont Frei. Der Gemeinderat hat dieses Jahr 12 000 Franken für das Projekt budgetiert.

Obwohl nun auch vorläufig Aufgenommene mitmachen können, soll dies die Ausnahme bleiben: «Wenn jemand trotz rechtlicher Erlaubnis keine Stelle findet – sei es wegen zu wenigen Jobs auf dem Markt oder mangelnden Deutschkenntnissen – kann eine Teilnahme durchaus sinnvoll sein», führt Frei aus. «Durch das Beschäftigungsprogramm der Gemeinde erhalten diese Menschen eine minimale Tagesstruktur, können neue Leute kennenlernen und ihr Deutsch verbessern», erklärt der Sozialvorsteher.

Ausbau der Aufgaben möglich

Grund für die Ausweitung des Programms sei auch die Veränderung beim Aufentahltsstatus der Personen in Niederhasli: «Aktuell leben in der Gemeinde deutlich mehr vorläufig Aufgenommene als Asylsuchende.» Das Verhältnis liege etwa bei 40 zu 10 Personen.

Das Feedback der bisherigen Abfallsammler sei durchwegs positiv. «Sie waren froh darüber, etwas zu tun und dankbar für die Erfahrung», sagt Frei. Auch bei der Bevölkerung scheint das Programm anzukommen: «Ich habe gehört, dass es im Dorf hohe Akzeptanz findet», berichtet Frei.

Während die drei Personen im Einsatz bisher ausschliesslich die Abfalltour machten, seien besonders im Frühjahr und Sommer auch andere Aufgaben denkbar, beispielsweise Umgebungsarbeiten wie Rasenmähen.

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