Winkel

Musiker für langjährige Treue geehrt

Beim ersten Zürcher Unterländer Musikantentreffen wurden langjährige Mitglieder zu Veteranen ernannt. Walter Flüeler bekam für seine 70 Jahre Mitgliedschaft den Titel «eidgenössischer Eherenveteran».

Walter Flüeler, seit 70 Jahren Mitglied bei der Stadtmusik Opfikon Glattbrugg, wurde von den Anwesenden bejubelt.

Walter Flüeler, seit 70 Jahren Mitglied bei der Stadtmusik Opfikon Glattbrugg, wurde von den Anwesenden bejubelt. Bild: Manuela Kälin

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Rund 150 Mitglieder verschiedener Zürcher Unterländer Blasmusikvereinen warteten am vergangenen Samstag vor dem Breitisaal in Winkel auf den Start des ersten Zürcher Unterländer Musikantentreffens, bei dem die langjährigsten Mitglieder zu Veteranen ernannt wurden.

Pünktlich um 19.30 Uhr war alles bereit für die Ehrungszeremonie. Brigitte Bächtold, Präsidentin der Stadtmusik Bülach, eröffnete diese. Die Stadtmusik führte die Veranstaltung für den Musikverband Zürcher Unterland (MVZU) durch.

70 Jahre Blasmusiker

Vor den Ehrungen wurden die Besucherinnen und Besucher vom Musikverein Oberglatt bestens unterhalten. So waren die Feiernden bereits in guter Stimmung, als die Veteranen, angeführt von den Vereinsfähnrichen und unter den Marschklängen des Musikvereines Oberglatt, die Bühne betraten. Martin Graf, Veteranenverantwortlicher des Zürcher Blasmusik Verbandes, begrüsste danach die 22 Veteranen und Veteraninnen.

Neben vielen Veteranentitel für 25 oder 35 Jahre als Aktivmitglieder erhielten drei Personen den kantonalen Ehrenveteranentitel für 50 Jahre aktives Musizieren und Walter Flüeler von der Stadtmusik Opfikon Glattbrugg erhielt gar den Titel als eidgenössischer Ehrenveteran für 70 Jahre Mitgliedschaft. Für diese Leistung wurde der sichtlich gerührte Flüeler von den Anwesenden mit lautem Applaus und einer Standing Ovation geehrt.

In den 70 Jahren als Blasmusiker hat Flüeler für die Stadtmusik Opfikon vier verschiedene Uniformen getragen, welche immer legerer wurden. «Die Stoffe früher waren starrer. Heute haben wir nicht mal mehr einen Hut.» Auch die Musik sei moderner geworden. Früher habe man mehr Märsche und Polkas gespielt. Bei den Bauernhäusern habe man Geburtstagsständchen gegeben mit Marschmusik. Danach wurde gefeiert und gesungen bis in die frühen Morgenstunden. «Einmal erwachte einer von uns zwischen den Kühen», erzählte Flüeler lachend.

Klarinette als einzige Option

Veteranin Sonja Husistein erinnerte sich an ihre 50- jährige Vergangenheit in der Knabenmusik und später in der Stadtmusik Bülach. Zu ihren Highlights zählt eine Musikreise nach Prag. Vor 50 Jahren sei zudem alles noch etwas anders gewesen: «Ich wollte eigentlich Waldhorn spielen, aber der Dirigent der Knabenmusik untersagte es mir.» Als Grund gab er an, dass Mädchen hässliche Lippen bekämen, wenn sie ein Blechblasinstrument spielten. So musste Husistein die Klarinette lernen, die einzige Option, die sie neben der Querflöte hatte.

Nachdem alle Veteranen geehrt wurden, war die Bühne frei, für ein weiteres Konzert. Der Musikverein Harmonie Lottstetten eröffnete sein Konzert mit dem Versprechen: «Wir spielen für euch, so lange ihr wollt.» Der Musikverein Lottstetten, einziges ausländisches Mitglied des MVZU, dessen Verbundenheit mit den Unterländer Vereinen geschichtlich geprägt ist, hielt sein Versprechen. Erst nach mehreren Zugaben war der Konzertabend vorbei.

Erstellt: 15.09.2019, 15:49 Uhr

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