Niederhasli

Nähe zum Himmel ist neu

Die Pfarrstelle bei der reformierten Kirche Niederhasli-Niederglatt ist für Lysander Jakobi die erste nach seiner Ausbildung. Bevor er seine Arbeit beginnt, liest er in der Bibel und betet.

Der neu gewählte Pfarrer Lysander Jakobi wünscht sich an regulären Gottesdiensten mehr Menschen in der Kirche.

Der neu gewählte Pfarrer Lysander Jakobi wünscht sich an regulären Gottesdiensten mehr Menschen in der Kirche. Bild: Leo Wyden

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Zwar ist Lysander Jakobi bereits seit August als Pfarrer in Niederhasli tätig, offiziell gewählt wurde er jedoch am vergangenen Sonntag. Der 29-Jährige ist seit kurzem verheiratet und gemeinsam mit seiner Frau von Basel ins Zürcher Unterland gezogen. «Neu ist für uns vor allem die Nähe zum Flughafen», sagt er. Er interpretiert diese Situation augenzwinkernd als Teil seiner Aufgabe, die Leute näher zum Himmel zu bringen.

Obwohl Jakobi aus einer Familie stammt, in der Mutter und ­Vater Theologen sind, wollte er nicht Pfarrer werden. Ursprünglich hatte er sich fürs Wirtschaftsstudium eingeschrieben. Doch nach einem viermonatigen Aufenthalt in New York, während dem er an einem sozialdiakonischen Projekt mit Kindern aus den Ghettos mitarbeitete, änderte er seine Absicht. «Mir wurde bewusst, dass es noch andere Möglichkeiten gibt, als nur an sich selber zu denken.»

Deshalb hat er sich doch entschieden, denselben Berufsweg wie seine Eltern einzuschlagen. Im Laufe seines Theologiestudiums habe er die Wirkung des Evangeliums erfahren. «Es macht einen Unterschied, ob jemand die Botschaft Gottes gehört hat oder nicht.»

Das sei auch bei seiner jetzigen Tätigkeit immer wieder spürbar. «Wenn wir als Seelsorger Hausbesuche machen, reden wir nicht über das Sparkonto. Die Gespräche drehen sich um emotionale und seelische Themen.» Manchmal bete er gemeinsam mit den Menschen, und dann passiere auch etwas. Zwar sei das nicht greifbar, und trotzdem gebe es die Gewissheit: Gott ist da.

Mit den Menschen kommunizieren

Nachdem er sich für den Beruf des Pfarrers entschieden hatte, besuchte Jakobi die Gottesdienste aller in Basel tätigen christ­lichen Religionsgemeinschaften. «Mich beschäftigt die Frage: Wer hat recht?» Aus dem Glauben schöpfe er Kraft. Was ihm bereits am Studium gefallen hat, nämlich die Vielseitigkeit, das Verständnis für Sprachen und die Kommunikation, prägt nun auch seine Arbeit in Niederhasli. «Jede Begegnung empfinde ich als Bereicherung. Ich kann gut auf die Menschen eingehen und kann über Gespräche Kontakt zu ihnen herstellen.»

Das gilt nicht nur für jene, die am Sonntag den Gottesdienst besuchen, sondern auch für die beiden anderen Pfarrleute im Team, die Mitglieder der Kirchenpflege, die Mitarbeitenden der Kirchgemeinde und die freiwilligen Helferinnen und Helfer. «Mit meiner Kollegin und meinem Kollegen kann ich über alles offen reden», sagt Jakobi. «In den vergangenen fünf Monaten habe ich nur posi­tive Erfahrungen gemacht. Wir ergänzen uns gut, die Zusammenarbeit funktioniert.» Deshalb sei es zum Beispiel auch möglich, im Januar für vier Wochen nach Australien zu reisen. Während dieser Zeit müssen die beiden anderen nämlich sein Pensum übernehmen. «Das gleicht sich im Herbst wieder aus, wenn der Kollege längere Zeit weg ist.»

Mehr Engagement für die Kirche

«Bei Spezialanlässen kommen mehr Leute in die Kirche als sonst üblich», sagt Jakobi. Er wünscht sich aber auch an gewöhnlichen Sonntagen gut besetzte Bänke. Ihm schwebt vor, dass sich Freiwillige vermehrt an den Gottesdiensten beteiligen und zum Beispiel Bibeltexte lesen oder ein Gebet sprechen.

«Es wäre schön, wenn sich die Mitglieder der Kirchgemeinde am Sonntag treffen und die Gemeinschaft geniessen.» Ideen hat er auch für die Jugendlichen. «Oft interessieren sie sich nach der Konfirmation nicht mehr für das Kirchenleben. Spezielle Angebote für dieses Alterssegment, wie etwa die Bildung einer Jugendgruppe, könnten hier Abhilfe schaffen.»

Soziale Kontakte sind wichtig

Trotz des Vollzeitpensums pflegt der junge Pfarrer Hobbys als Ausgleich. Dazu gehören Fitnesstraining, Lesen und Kochen. Zudem mag er Museumsbesuche zusammen mit seiner Frau. «Wir sind viel unterwegs, auch weil unsere Freunde und Familien in der Region Basel wohnen.» Soziale Kontakte sind ihm wichtig, ob bei der Arbeit oder in der Freizeit, er mag Menschen und lässt sich gerne auf sie ein.

Erstellt: 28.11.2018, 15:31 Uhr

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