Rümlang/Zürich

Normale Schlüssel haben (fast) ausgedient

Die Chipkarte oder das Mobiltelefon ersetzen den traditionellen Schlüssel. Der Schliesskonzern Dorma + Kaba zeigt an der Sicherheitsmesse Zürich neue Lösungen für integriertes Zutrittsmanagement.

Internetbasierte Zutrittslösungen haben beim Sicherheits- und Schliesskonzern Dorma + Kaba Konjunktur. Mobile Access (links) ermöglicht den Zugang mittels einer App auf dem Mobiltelefon, Exivo richtet sich vor allem an kleinere und mittlere Unternehmen.

Internetbasierte Zutrittslösungen haben beim Sicherheits- und Schliesskonzern Dorma + Kaba Konjunktur. Mobile Access (links) ermöglicht den Zugang mittels einer App auf dem Mobiltelefon, Exivo richtet sich vor allem an kleinere und mittlere Unternehmen. Bild: rce

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Der Zusammenschluss der Kaba-Gruppe mit Hauptsitz in Rümlang (Schweiz) und der in Ennepetal (Deutschland) ansässigen Dorma-Gruppe wurde offiziell am 1. September 2015 vollzogen. Am Rande der Sicherheitsmesse in Zürich fand gestern die erste gemeinsame Produkteinformation statt.

Obwohl: Gemeinsam ist erst der Name und die gestern beidseitig geäusserte Zusicherung, der Zusammenschluss sei für beide Firmen ein Glücksfall. Ansonsten treten beide Unternehmen (noch) mehr oder weniger autonom auf. An der Sicherheitsmesse in Oerlikon, die noch bis am Freitag, 13. November, dauert, präsentiert nur Kaba die breite Produktpalette. Und auch die Information im Vorfeld ging zeitlich getrennt vonstatten.

Den Anwesenden wurde bei den Präsentationen gezeigt, dass sich die Angebote der beiden Sicherheits- und Schliessunternehmen einerseits gegenseitig ergänzen, andererseits in gewissen Sparten gleiche Bestrebungen am Laufen sind. Dies gilt vor allem für internetbasierte Zutrittslösungen. Dorma zum Beispiel demonstrierte den programmierbaren elektronischen Türbeschlag Matrix Air, der nicht mehr ein klobiges Unding darstellt, sondern inklusive Chipeinheit so flach wie ein normaler Türbeschlag daherkommt.

Kaba informierte über den Stand von Mobile Access. Das Öffnungssystem, eine App auf dem Mobiltelefon, die vor allem in Hotels in Las Vegas getestet wurde, werde aktuell mit der neusten Technologie ausgestattet, sei dann aber für den Praxiseinsatz bereit, verkündete Andreas Häberli, Chief Technology Officer (CTO) bei Dorma + Kaba. «Jetzt gilt es, die Kundschaft und die Hotelgäste an das neue System zu gewöhnen.» Die Rümlanger rechnen damit, dass Mobile Access ab 2016 weltweit zum Zug kommen kann.

Die zweite webbasierte Zutrittslösung, die Kaba gestern zeigte, heisst Exivo und wird im nächsten Frühling auf den Markt kommen. Sie soll einen einfachen Zugang zur Planung und Konfiguration eines Zutrittssystems bieten. Zielgruppe für diese Lösung, welche sowohl für mechanische wie auch elektronische Anwendungen konzipiert ist, sind laut Kaba kleine und mittlere Unternehmen.

Virtueller Rundgang

Auch wenn es dar­um geht, die eigenen Sicherungs- und Schliesslösungen zu präsentieren, geht Kaba moderne Wege. Die App Kaba 360° City für iPhone, Android und Windows Desktop ermöglicht das Eintauchen in eine 3-D-Welt, in der sich Anwender virtuell durch das Unternehmen bewegen und Detailinformationen zu den verschiedenen Produkten anschauen können.

Eines wurde bei den Demonstrationen der neuen Sicherheits­lösungen klar: Wenn es nach Dorma + Kaba geht, werden digitale Anwendungen traditionelle Schlüssel in der Zukunft einmal ersetzen. Die webbasierten Produkte sind grösstenteils aber vor allem auf den Unternehmensbereich ausgerichtet. Für private Haushalte könnte die eine oder andere Lösung früher oder später trotzdem interessant werden. Bis es so weit ist, werden aber noch viele Heimkehrer nach ihrem Schlüsselbund in der Hand- oder Jackentasche suchen.

Erstellt: 11.11.2015, 20:58 Uhr

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