Rümlang/Oberglatt

Oberglatt droht Absenz in der Sekundarschulpflege

Für die Wahl der Sekundarschulpflege treten fünf Personen aus Rümlang an, aber nur zwei aus Oberglatt. Möglicherweise wird die Schulpflege also ab April nur noch mit Rümlangern besetzt sein – obschon das neue Schulhaus in der Nachbargemeinde geplant ist.

Markus Wolff kandidiert neu für die Sekundarschulpflege. Anita Graf aus Oberglatt hat schon acht Jahre amtiert.

Markus Wolff kandidiert neu für die Sekundarschulpflege. Anita Graf aus Oberglatt hat schon acht Jahre amtiert. Bild: pd

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Wie fast alle Unterländer Gemeinden wählen Rümlang und Oberglatt am 15. April ihre Vertreterinnen und Vertreter für die neue Amtsperiode. Nebst Gemeinderat und Rechnungsprüfungskommission wird auch die Schulpflege neu bestimmt – und die wählen die beiden Gemeinden auf Sekundarschulebene aufgrund der Kreisschulgemeinde gemeinsam.

Aktuell besuchen 166 Schülerinnen und Schüler aus Oberglatt sowie 181 aus Rümlang den Unterricht. Von den jetzigen Schulpflegemitgliedern treten zwei zurück: die Präsidentin Tonja Züllig (Oberglatt) sowie Franziska Heiniger (Rümlang). Auch hat das Mitglied Astrid Beloli (Rümlang) ursprünglich den Rücktritt angekündigt, stellt sich nun aber doch zur Wiederwahl.

Neues Schulhaus in Oberglatt

Fünf Plätze müssen in der Schulpflege besetzt sein. Dafür kandidieren zwei Personen aus Oberglatt und fünf aus Rümlang. Die Rümlanger Kandidierenden könnten die Behörde damit ganz alleine füllen – Oberglatt droht der Ausschluss aus dem Schulpräsidium. Gesetzliche Bestimmungen für eine ausgeglichene Zusammensetzung der Kreisschulpflege, die das Szenario verhindern könnten, gibt es nicht.

Dabei stehen der Sekundarschule wichtige Entscheidungen bevor: Auf das Schuljahr 2022/2023 plant sie die Inbetriebnahme eines neuen Schulhauses in Oberglatt. Denn bis 2028 steigt die Schülerzahl um bis zu 70 Prozent. Ende November 2017 stimmte die an der Gemeindeversammlung anwesende Bevölkerung dem Kredit für die Vorbereitung und Durchführung des Projektswettbewerb zu. Im November dieses Jahres dürfte gemäss Fahrplan die Abstimmung über den Projektierungskredit folgen, die Abstimmung über den Baukredit Ende 2019.

Zwei Oberglatter Kandidaten

Aus Oberglatt kandidieren Anita Graf (bisher) und Markus Wolff. Graf ist bereits seit zwei Amtsperioden in der Schulpflege. «Ich trete nochmals an, weil mir das Amt sehr gefallen hat und es mir Spass macht, junge Leute auf einem guten Weg ins Leben zu begleiten», nennt sie ihre Beweggründe. Persönlich fände sie es schwierig, wenn die Sekundarschulpflege nur noch aus Rümlangerinnen und Rümlangern bestehen würde. «Wir haben eine langjährige Tradition, dass Jugendliche aus Oberglatt die Schule in Rümlang besuchen. Deshalb sollten auch beide Orte ihre Interessen einbringen können.»

Markus Wolff stellt sich neu zur Wahl auf. «Ich bin seit vier Jahren in der Schweiz eingebürgert und schätze es, dass man auf Gemeindeebene direkt Einfluss nehmen kann», sagt er. Gerade in Schulprozessen sei diese Einflussnahme wichtig – Wolff sieht in der Ausbildung der Kinder ein hohes Gut. Eine Einschätzung seiner Wahlchancen fällt ihm allerdings schwer. «In Oberglatt kennt man mich auf schulischer Ebene ein bisschen, ich war im Elternrat, als meine Kinder die Primarschule besuchten.» Schon dieses Engagement habe ihm Spass gemacht. Aus Rümlang kenne er dagegen fast niemanden. «Ich mache das in dieser Form ja zum ersten Mal. Spannend wird es auf jeden Fall.»

Graf sieht demgegenüber den Vorteil, dass sie bereits als Schulpflegemitglied bekannt ist. Ausserdem arbeitet sie in Oberglatt im Wahlbüro. «Ich bin sicher, dass es die Bisherigen leichter haben, wiedergewählt zu werden. Trotzdem ist es schwierig, meine Chancen zur Wiederwahl abzuschätzen.» Positiv stimme sie aber auch, dass bei den letzten Wahlen auch «nur» zwei Personen aus Oberglatt kandidiert haben, namentlich sie und Tonja Züllig. Beide wurden gewählt.

Auch die amtierende Schulpräsidentin Züllig, die in Oberglatt wohnt, hält es für wichtig, dass aus beiden Gemeinden Personen in der Schulpflege sitzen. «Die Unterschiede zwischen den Gemeinden sind teils grösser, als man meint», sagt sie – sie habe das auch erst seit ihrem Antritt vor vier Jahren festgestellt.

Dällikon ist auch nicht dabei

In anderen Kreisschulgemeinden ist die Kommunenpräsenz in den meisten Fällen ausgewogen. In der Sekundarschule Rorbas-Freienstein-Teufen beispielsweise treten sieben Personen an: drei aus Freienstein und je zwei aus Rorbas und Teufen (alle bisher). In Embrach-Oberembrach und Lufingen fand die stille Wahl von sechs Embrachern und je einer Person aus Lufingen und Oberembrach bereits statt. Die Schulpflege Unteres Rafzerfeld muss sich dagegen komplett neu zusammensetzen, da die Bisherigen nach dem Nein zu einem gemeinsamen Schulhaus mit Eglisau geschlossen zurücktraten. Nun stehen für fünf Sitze je zwei Kandidierende aus Hüntwangen, Wil und Wasterkingen zur Wahl.

In der Sekundarschule Regensdorf-Buchs-Dällikon fehlt eine Gemeinde vollkommen: Vier Kandidierende leben in Watt, zwei in Regensdorf und eine in Buchs – nur aus Dällikon will niemand amtieren. «Die Bestrebungen sind da, weil es wünschenswert wäre, dass alle Gemeinden vertreten sind», sagt die derzeitige Präsidentin Marlise Fahrni. Da aber sowieso eine Person für die sieben Sitze fehlt, wird es in der Sekundarschulpflege zu Nachwahlen kommen. «Dann werden wir uns weiter bemühen.» (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 12.02.2018, 16:35 Uhr

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