Rümlang

Partielle Mondfinsternis verzaubert Rümlangs Nachthimmel

Die Voraussetzungen für die Beobachtung der partiellen Mondfinsternis hätten besser nicht sein können. Rund 50 Interessierte verfolgten am Montagabend das Schattenspiel bei der Sternwarte Rotgrueb durch die bereitgestellen Teleskope.

50 Interessierte kamen in die Sternwarte Rümlang und beobachteten die partielle Mondfinsternis durch Hightech- Teleskope. Fasziniert schaute auch Robin Kikaj aus Bülach durch den Sucher.

50 Interessierte kamen in die Sternwarte Rümlang und beobachteten die partielle Mondfinsternis durch Hightech- Teleskope. Fasziniert schaute auch Robin Kikaj aus Bülach durch den Sucher. Bild: Gaby Oehler

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Von der Wiese neben der Sternwarte Rümlang hat man freie Sicht nach Osten auf den Säntis, wo rechts neben dem Bergmassiv der Mond aufgehen wird. Deshalb haben die Demonstratoren der Sternwarten Rümlang und Bülach für die Interessierten dort sieben mobile Teleskope aufgestellt. «Zu diesem speziellen Ereignis haben wir die Bevölkerung eingeladen.

Wir führen die Mondbeobachtung gemeinsam mit Rümlang durch, weil wir hier eindeutig die beste Sicht haben», erzählte Primarlehrer und Leiter der Sternwarte Bülach, Thomas Baer. Rund 50 Interessierte aller Altersklassen nahmen die Einladung an. «Auch das Schweizer Fernsehen hat in seiner Mittagssendung in den Meteo News auf unseren Anlass hingewiesen.»

Perfekte Voraussetzungenfür Schattenspiel

«Das Warten auf eine Sonnen- oder Mondfinsternis ist für mich immer eine Mischung aus Hoffnung und Bangen. Wie wird das Wetter? Wird man etwas sehen können?», beschrieb Baer seine Gefühle. «Sind die Voraussetzungen dann so ideal wie heute Abend, ist es vergleichbar mit einem Fussballfan, der sich auf ein wichtiges Spiel freut. In unserem Fall ist es fast ein Heimspiel.»

Pünktlich um 20 Uhr 50 zeigte sich der Mond neben dem Säntis, zu einem Fünftel vom Kernschatten der Erde bedeckt. Eine Mondfinsternis lässt sich auf die Sekunde genau berechnen und findet mindestens zweimal pro Jahr statt, allerdings nicht immer bei uns.

«Für mich ist jede Finsternis ein astronomisches Highlight. Mich fasziniert, dass sich solche Ereignisse vorhersagen lassen; es ist wie ein hochpräzises himmlisches Uhrwerk», bemerkte Baer. Der Amateurastronom, wie er sich selber bezeichnet, wurde im Jahr 1983 schon in der Schule durch eine Sonnenfinsternis auf die Astronomie aufmerksam. «Ich beobachtete damals schon den Himmel mit einem Fernrohr. Mich fesseln vor allem die Finsternisse.» Am 21. August 2017 reist er nach Kansas City, um dort seine neute totale Sonnenfinsternis mitzuerleben.

Auch für den 11-jährigen Primarschüler Robin Kikaj aus Bülach war es ein ganz besonderer Abend. Er kam in Beleitung seiner Tante Zyrafet Kurti nach Rümlang. «Ich habe mich sehr auf diesen Abend gefreut.» Gespannt beobachtete Robin durch das Teleskop den Vollmond, der um 21 Uhr 19 wieder aus dem Kernschatten der Erde austrat und orange leuchtete. «Ich hoffe, dass wir mit unserer Klasse einmal die Sternwarte in Bülach besuchen werden», sagte Robin.

Internationale Raumstation rauscht vorbei

Für Spannung am sternenklaren Rümlanger Nachthimmel sorgte am Montagabend auch der Überflug der Internationalen Raumstation ISS. Wie ein heller Stern flog sie um 21 Uhr 31 in einer Höhe von 400 Kilometern und mit einer Geschwindigkeit von rund 27 600 km/h in Richtung Schwarzes Meer. Schwer vorstellbar, dass sich darin sechs Astronauten befinden sollen.

An diesem Montagabend waren auch der Saturn und der Jupiter gut zu sehen. Die partielle Mondfinsternis war ein kleiner Vorgeschmack auf die totale Mondfinsternis vom 27. Juli 2018. Dann wird der Mond für 1 Stunde und 43 Minuten vollkommen verdunkelt sein.

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 08.08.2017, 16:12 Uhr

Auf der Serienaufnahme ist zu sehen, wie ein Fünftel des Mondes zwischen 20.50 und 21.19 Uhr am vergangenen Montagabend vom Kernschatten der Erde bedeckt wurde (von rechts oben nach links unten). (Bild: Thomas Baer, Sternwarte Bülach)

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