Dällikon

Rezepte für gesunde Kantonsfinanzen

Vier Politiker haben am Podium über Unternehmenssteuern und die Wirtschaft des Kantons diskutiert.

Am Podium im Dälliker Schützenhaus diskutierten (von links) Robert Brunner (Grüne), Barbara Franzen (FDP), Moderator Silvio Seiler, Raphael Spring (GLP) und Stefan Schmid (SVP).

Am Podium im Dälliker Schützenhaus diskutierten (von links) Robert Brunner (Grüne), Barbara Franzen (FDP), Moderator Silvio Seiler, Raphael Spring (GLP) und Stefan Schmid (SVP). Bild: PD

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Das Thema «Kampf um Wirtschaft, Wohlstand und Steuern» schien nicht richtig zum lauschigen Schützenhaus ausserhalb von Dällikon zu passen. Das geblümte Tischtuch und die rot-weissen Vorhänge ebenso wenig zu den internationalen Firmen, welche die Schweiz mit Steuervorteilen angelockt hatte, was sie jetzt auf Druck der internationalen Gemeinschaft ändern muss. Ob die abgeschiedene Lage des Schützenhauses oder das komplexe Thema der Grund waren, dass nur sechs Personen das Podium am Dienstag besuchten, sorgte für ersten Gesprächsstoff unter den vier Politikern.

Moderator Silvio Seiler eröffnete das Podium mit der Frage: Was ist zu tun, damit es der Wirtschaft im Kanton besser geht? SVP-Kantonsrat Stefan Schmid ergriff als erster das Wort und sprach über die Steuervorlage 2017, die nach dem Nein zur Unternehmenssteuerreform III eine international akzeptierte Firmenbesteuerung schaffen soll. Für den Kantonsrat aus Niederglatt ist klar: «Man muss schauen, dass es für die Firmen, die viel Steuern zahlen, stimmt.» Er rechnete vor: «Im Kanton Zürich kommen 20 Prozent der juristischen Personen für das Steuervolumen auf, 80 Prozent der Firmen bezahlen fast keine Steuern.» Darum bestehe eine gewisse Abhängigkeit von den Steuereinnahmen dieser Firmen. Auch der grüne Kantonsrat Robert Brunner findet die Vorlage nötig. Anders als Schmid befürchtet er aber keine Abwanderung: «Eine Bank wie die UBS kann nicht von heute auf morgen den Sitz ändern.» Es seien nicht die Steuern alleine, die den Standort ausmachen, eine gute Infrastruktur sei wichtiger.

CO2-Ausstoss besteuern

Einen anderen Ansatz verfolgt Raphael Spring, GLP-Kantonsratskandidat aus Rümlang: «Wir finanzieren alles über das Einkommen und die Gewinne. So werden diese mehrfach belastet. Das ist nicht logisch.» Sein Vorschlag: Neue Wege finden, um den Staat zu finanzieren. Zum Beispiel den CO2-Ausstoss statt dem Einkommen zu besteuern. «Wir schrauben am System herum, dabei müssten wir das System hinterfragen.»

Barbara Franzen, FDP-Kantonsrätin aus Niederweningen, will gute steuerliche Rahmenbedingungen für alle Unternehmen schaffen. «Ich bin überzeugt, die Steuervorlage 2017 ist eine sinnvolle Vorlage, damit Zürich als Standort attraktiv bleibt.» Alle Firmen würden von den Steuererleichterungen profitieren. Brunner wies auf die Abzugsmöglichkeiten der Firmen hin, die zu grosszügig seien. Seine Kritik: Die bürgerliche Mehrheit im Kantonsrat habe bei den Steuerabzügen überall das Maximum gewählt. Das heisst: Die Firmen können so viele Abzüge geltend machen, dass die Steuereinnahmen des Kantons stark zurückgehen könnten. «Noch ist völlig unklar, wie sich die Abzüge aufs Steuersubstrat auswirken», sagte Brunner. Spring sieht dies ähnlich: «Mein Gefühl sagt mir, die Steuervorlage ist sinnvoll, aber wirklich wissen kann es niemand.» Für Schmid ist indes klar: «Kapital und Erträge wandern weltweit an jene Orte, wo sie am wenigsten geplagt werden.» Um eine Abwanderung der Unternehmen zu verhindern, müsse ihnen der Kanton möglichst weit entgegenkommen.

Erstellt: 06.03.2019, 17:57 Uhr

Infobox

Das Züricher Stimmvolk wählt am 24. März das Kantonsparlament. Die Steuervorlage 2017 kommt am 19. Mai an die Urne.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Zürcher Unterländer digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 24.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!