Buchs

Roboter als zuverlässige Arbeitnehmer

Im Teilelogistikzentrum der Amag arbeiten rund 300 Logistiker, Bürofachkräfte, Lernende und Aushilfen. In den riesigen Lagerhallen wird aber ein Grossteil der Aufträge bereits durch Roboter ausgeführt. Beim Rundgang durch die Anlage fühlt man sich fast ein wenig in die Zukunft versetzt.

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Beinahe geräuschlos bewegen sich die 20 Roboter durch die 40'000 Quadratmeter grossen Lagerhallen des Amag-Teilelogistikzentrums in Buchs. Grelle blaue Lichter kündigen ihre Durchfahrt an. Steht dennoch ein Mensch oder ein Objekt im Weg, stoppen sie automatisch und geben mit Hupgeräuschen zu verstehen, dass sie hier gerne vorbeifahren wollen.

Die Roboter transportieren Palette von A nach B. Um sie zu programmieren, müssen die Mitarbeiter lediglich einen Zielort einscannen, den Rest erledigen die Maschinen dann selbst. Die zuverlässigen, batteriebetriebenen Arbeitskräfte beginnen ihre Schicht jeweils um 7 Uhr und machen um 19 Uhr Feierabend. Jeder Roboter hat seinen eigenen «Schlafplatz». An diesem befindet sich eine Ladestation, wo sie Energie für die kommenden Arbeitstage tanken können.

Die Amag hat das führerlose Transportsystem vor sechs Jahren eingeführt, als eine der ersten Firmen in der Schweiz überhaupt. Das Automobil-Unternehmen gilt also als Pionier solcher roboterisierten Arbeitsvorgänge, weshalb sich bereits viele andere Unternehmen Tipps bei der Amag geholt haben. Die Roboter stammen von der Firma Swisslog. Deren Hauptsitz liegt ebenfalls in Buchs, aber in jenem im Aargau. Der Preis pro Maschine beträgt 40'000 Franken. Das ist etwa gleich viel wie ein neuer VW Golf GTI kostet.

Lager mit 25 000 Paletten

Das Herzstück des Teilelogistikzentrums in Buchs ist das Hochregallager, welches vor zehn Jahren erbaut wurde. Das Gebäude hat etwa die Fläche eines Fussballfeldes und ist 29 Meter hoch. Das Lager bietet Platz für über 25'000 Paletten. Auch hier arbeiten Roboter. Sechs vollautomatische Regalbediengeräte, jedes von ihnen ist 29 Tonnen schwer, verschieben die Ersatzteile und transportieren sie an die gewünschten Stellen.

Im Hochregallager dürfen sich keine Mitarbeiter aufhalten. Der Grund: Wegen dem Brandschutz wird hier der Sauerstoffgehalt tief gehalten. Im Lager herrschen demnach ähnliche atmosphärische Bedingungen wie auf dem Jungfraujoch (3475 Meter über Meer). Damit in der Halle in Buchs, die nur 442 Meter über Meer liegt, solche Bedingungen geschafft werden können, wird Stickstoff eingeblasen. Dadurch wird der Sauerstoffgehalt in den automatisierten Bereichen reduziert und konstant gehalten. Die Entstehung von Feuer, Russ und Rauch ist damit physikalisch nicht mehr möglich. Darum sind auch keine Sprinkler und Brandmelder notwendig. Mitarbeiter dürfen sich nur für Reparaturen und Wartungsarbeiten in diesen Bereichen aufhalten.

Anders in den manuellen Lagerabteilen. Dort unterteilen Brandschutzwände die Hallen in 15 Abschnitte. Sprinkler mit Schaumbeimischung kommen bei Feuer im Reifen- und Gefahrstofflager zum Einsatz, eine Gaslöschanlage bei den Shuttle-Geräten und im Rechenzentrum.

Öffentliche Rundgänge

Nicola Azzara, Leiter interne Dienste in der Amag Buchs, organisiert mehrmals im Jahr öffentliche Führungen durch die Lagerhallen im Teilelogistikzentrum. «Es ist inzwischen zu einem Hobby von mir geworden», sagt er.

Letzte Woche fand eine solche Führung, die kostenlos ist, statt. Zirka 20 Personen fanden sich dazu in der Amag ein und bekamen zuerst einen Vortrag über das Unternehmen und den Standort Buchs zu hören. Das Ersatzteilelager wurde vor 61 Jahren ins Furttal gezügelt und ist seither stetig gewachsen. «Damals waren es hier noch 40 Mitarbeiter. Heute sind es 700 und damit siebeneinhalb Mal mehr», sagt Azzara. Auch die Fläche des Teilelogistikzentrums hat sich in dieser Zeit vervielfacht, von 7100 Quadratmetern vor 60 Jahren, bis zu 40'000 Quadratmetern heute. Und einen kleinen Fleck Land besitzt die Amag in Buchs noch. «Dort wo heute noch ein Fussballfeld und Tennisplätze stehen, wollen wir bald eine Räderlogistik bauen.»

Täglich schwärmen von Buchs zwei Flotten Nutzfahrzeuge aus, um Schräubchen, Windschutzscheiben und vieles mehr in alle Regionen der Schweiz zu liefern. Eine früh am Morgen, die andere am Nachmittag. Die Lagerhallen sind ausserdem an den Eisenbahnverkehr angeschlossen. Die Amag besitzt gar eigene Bahnwaggons, um Waren zu transportieren. 70 Prozent der Teilchen werden per Zug verschickt, 28 Prozent mit den Lastwagen und 2 Prozent per Post oder DHL. Pro Jahr gehen im Teilelogistikzentrum demnach rund 1250 Eisenbahnwagen ein und aus. In den Hallen befinden sich zurzeit etwa 150'000 Teilchen.

Nach zwei Stunden und vielen Eindrücken war der Rundgang durch die Weiten der Lagerhallen zu Ende. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 03.07.2018, 16:02 Uhr

Die Amag-Gruppe

Jedes fünfte Auto ist ein Amag-Produkt

Die Amag Gruppe beschäftigt in der Schweiz 5700 Arbeitnehmer. 700 davon — das entspricht zwölf Prozent — sind Lernende. Gegründet wurde das Unternehmen im Jahr 1945 von Walter Haefner. Bald darauf schloss man einen Importvertrag mit Volkswagen ab. Im laufe der Jahre kamen weitere solcher Verträge mit den Marken Audi, Seat und Skoda hinzu.

Heute stammen rund 30 Prozent aller Fahrzeuge, die in die Schweiz importiert werden, aus dem Amag-Markenportfolio. In dieser Hinsicht ist das Unternehmen klar die Nummer Eins im Land. Gemessen an ihrem Umsatz gehört die Amag Gruppe zu den 50 grössten Schweizer Unternehmen überhaupt. Dieser betrug im letzten Jahr 4,6 Milliarden Franken. (fzw)

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