Steinmaur

Rundes Fest rund um die Kurve

Das traditionelle Kurvenfest lockte drei Tage lang Tausende Besucher an. Es wurden Sportler geehrt, «besoffene» Makkaroni gegessen und die Waden beansprucht.

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Der Storch auf dem Kirchturm wirkt etwas frustriert in seinem Nest. Gerade noch hat er sich die höchste Position weit und breit ausgesucht und jetzt überragt ihn das Riesenrad. Unter ihm in den Strassen und Gassen Steinmaurs ist Kurvenfest. «Steimernights sind jedes Jahr. Kurvenfest alle vier Jahre», sagt Simon Müller, sichtlich gezeichnet von den Anstrengungen der vergangenen Tage.

Der 42-jährige frischgebackene Grossvater berichtet, dass der Zeltaufbau ein Kraftakt sondergleichen war. «Letzt Wochenende nach den Steimernights haben wir es abgebrochen, dann ging der Chrampf erst so richtig los.» Müller meint damit, dass das Zelt nicht auf dem Boden steht, sondern auf 400 Paletten von hilfsbereitenGemüsebauern. «Der Boden war durch den vielen Regen wie ein Sumpf und nur so ging es.» Während er die Helfer lobt und erzählt, dass alleine am ersten Tag des Fests an die 5000 Gäste kamen, dringt Applaus aus dem Festzelt. Der Titel Sportmacher 2016 wird dort gerade verliehen.

Die Grösste im Wehntal

Die Siegerin Bea Koller aus Oberweningen scheint für die Wehntaler die Grösste zu sein. Die meisten der 617 Stimmenden haben ihren Namen auf der Website www.bespo.ch angeklickt. Sie trägt jetzt den Titel «Sportmacher 2016», weil sie sich seit 40 Jahren für den Sport engagiert. Beat Aeschbacher, Gemeinderat von Oberweningen und Präsident von «Bewegung und Sport Wehntal+», erklärt das Prinzip der Sportmacherehrung. «Wir wollen Menschen, die für den Sport im Hintergrund arbeiten, in den Vordergrund bringen», sagt er und fügt hinzu, dass alle vier Nominierten diesen Preis verdient hätten.

Und so nehmen die anderen Teilnehmer Roy Furrer, Albert Weber und Erich Meierhofer ihren Rückstand gelassen und gratulieren ihrer Kollegin. Die Trägergemeinden Niederweningen, Schleinikon, Oberweningen, Schöfflisdorf und Steinmaur wollen in diesem Zusammenschluss Bewegung und Sport unter die Leute bringen. Neben Bea Koller haben auch 17 besonders verdiente Sportler der Region Grund zum Jubeln. Sieben von ihnen erscheinen auf der Bühne zur Ehrung, zehn sind an Wettkämpfen engagiert.

Trampeln für ein Trikot

Rund um die Kurve geht es derweil rund. Die Fahrgeschäfte boomen, die Schiessbuden sind umlagert, im Festzelt singt unter anderem Countrystar Marco Got­tardi. Auch die Vereine sorgen für Festlaune. Am Stand der Spielgruppe Zwergehuus verwandeln sich die Kids in Fabelwesen. Besonders Mutige seilen sich vom Kirchturm ab. «Es kostete Überwindung», sagt Martin Morf aus Riedt. Der 57-Jährige war Bergsteiger und ist sich an einiges gewöhnt. «Doch das hier war wirklich einmalig», sagt er strahlend.

Bei der Kulturkommission Steinmaur vergleichen Hobbygümmeler die Kraft ihrer Waden. So strampelt sich Daniel Diserens aus Rümlang mit Erfolg ab. Er legt die 500 Meter auf einem aufgebockten Velo in rekordverdächtigen 34 Sekunden zurück und könnte den Tagespreis, ein Trikot der offenen Rennbahn Zürich, gewinnen. Unter dem Motto «Chil(l)e i de Kurve» mixt die Kirchgemeinde Steinmaur-Neer­ach Smoothies und verführt mit einem Dessertbuffet. Am Stand des Tat’s-Herrenclubs gibt es «besoffene Makkaroni», ein Nudelgericht, flambiert mit Wodka. Der Storch auf dem Kirchturm dürfte alleine vom Duft schwache Beine bekommen. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 13.06.2016, 08:33 Uhr

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