Regensdorf

Schüler helfen Wiese zu verblenden

Eine Schulklasse half eine Wiese vor dem Mähen nach Rehen abzusuchen. Ein Nachmittag, beim dem sie von Jäger Christian Garriz erfahren haben, dass man Rehkitze auf keinen Fall anfassen darf.

Die Regensdorfer Primarschüler halfen tatkräftig dabei mit, die Rehkitze vor dem Mäher zu retten.

Die Regensdorfer Primarschüler halfen tatkräftig dabei mit, die Rehkitze vor dem Mäher zu retten.

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Auf dem Watter Lindenhof begrüsst Christian Garriz, Jäger der lokalen Jagdgesellschaft 15 Schülerinnen und Schüler der 4. Klasse aus dem Schulhauses Pächterried. Auch Jagdhund Jack wedelt freundlich mit dem Schwanz und lässt sich gerne von den Kinderhänden streicheln. Alle sind in freudiger Erwartung, denn sie dürfen Bauer Matthias Frei helfen, eine Öko-Wiese zu verblenden. Das bedeutet, aus einer Wiese Rehe und ihre Kitze zu verscheuchen und fernzuhalten.Das geschieht am Vorabend des Mähens durch systematisches Ablaufen und Installieren von Tüchern, Folien oder Ballonen. Die Klasse von Myriam Ackermann hat bereits im Vorfeld weisse Tücher zum Thema Natur-Reh-Bauernhof farbig bemalt. Am letzten Freitagmittag macht sich Gruppe dann auf den Weg zur Wiese, welche direkt an den Wald grenzt. Solche Flecken sind besonders exponiert, erklärt der Jäger. «Dort sind die Rehe weniger gestört und setzen gerne ihre Kitze.» Garriz und seine Jägerkollegen werden regelmässig von den Bauern gerufen, um Wiesen auf die Anwesenheit von Rehkitzen zu kontrollieren.

Rehkitze sind nicht sichtbar

«Vor zehn Tagen konnten wir zwei Rehe aus einer Wiese beim Katzensee verscheuchen», weist der Jäger auf solche wertvollen Kontrollen hin. Er möchte die Bauern aber auch die Bevölkerung auf eine vermehrte Zusammenarbeit in diesem Bereich sensibilisieren. Ziel ist es immer, Rehkitze vor den Mähmaschinen zu retten. In den Monaten Mai und Juni bringen die Rehgeissen Nachwuchs zur Welt. In einer Wiese sind die Kitze für die Bauern nicht sichtbar. Denn in den ersten zwei bis vier Wochen ducken sich die Jungen bei Gefahr. Erst wenn sie etwas älter sind, können sie die Flucht ergreifen. Darauf hoffen auch Christian Garriz und seine Helfer an diesem sonnigen Nachmittag. Aber zuerst will er von den Kindern wissen, ob sie in der Schullektion auch gut zugehört haben. Und tatsächlich - bei der Frage, wie man denn ein Feld oder eine Wiese absuchen könne, antworten die Schüler schnell. «Indem man mit Stangen hindurchläuft», heisst es da. Und «Mit einer Wärmebildkamera und einer Drohne», wird gerufen. «Oder der Hund hilft suchen». Jack, der Jagdhund von Jagdpächter Roger Leuthard steht auf, er kann es kaum erwarten. Aber zuerst werden die bunten Laken an den Stangen befestigt und auf das Kommando von Christian Garriz laufen die Kinder die fussballfeldgrosse Wiese ab. Gleichzeit lässt Matthias Frei die Drohne über das Feld kreisen.

Reh-Schlafstelle gefunden

Erst dann darf Jack an der langen Leine durch die Wiese. Als ausgebildeter Jagdhund zeigt er das Wild nur an und jagt ihm nicht nach. Aus der Wiese springt an diesem Nachmittag zwar kein Reh, Garriz zeigt den Kindern aber eine Stelle mit niedergedrücktem Gras. «Hier hat ein Reh geschlafen und dort sieht ihr die Spur, die in den Wald führt.»

Und was wenn die Kinder auf ein Reh gestossen wären? Dafür haben sie Gummihandschuhe angezogen. Denn: «Rehkitze dürfen nie angefasst werden, weil sie dann den Geruch der Menschen annehmen und die Rehgeiss nimmt ihr Junges nicht mehr an.» Die Kinder sind von diesem Nachmittag begeistert. Lias, 11 ist oft mit seiner Familie in der Natur unterwegs. „Es ist gut, dass wir so etwas machen, denn es geht um den Schutz der Tiere.“ Und die 10jährige Noa fügt hinzu: “Ich hatte schon Freude beim Bemalen der Flagge und dass wir jetzt selber durch die Wiese laufen dürfen, finde ich total cool.“ Die Stangen mit den bunten Laken bleiben bis zum nächsten Morgen stecken, dann wurde die Wiese gemäht und die farbigen Flaggen sind für eine nächste Wiese gebraucht worden.

Erstellt: 17.06.2018, 15:19 Uhr

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