Dielsdorf

Schule bereitet die digitale Zukunft vor

Die Schülerinnen und Schüler der 4. bis 6. Klasse in Dielsdorf benutzen ab diesem Jahr persönliche iPads im Unterricht. Damit sollen die Kinder ihre digitale Mündigkeit erlangen.

Die meisten Tablets verfügen über Einstellungen, mit denen die Aktivitäten der Kinder verfolgt werden können.

Die meisten Tablets verfügen über Einstellungen, mit denen die Aktivitäten der Kinder verfolgt werden können. Bild: Sibylle Meier

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«Digitale Medien in der Schule?» Am Samstag haben sich die Eltern der Mittelstufenschülerinnen und -schüler in der Aula der Sek eingefunden um zu erfahren, wie die Primarschule Dielsdorf diese Frage beantworten will. Sie sind auch hier um die iPads entgegenzunehmen, die ihre Kinder fortan im Unterricht benutzen werden.

Die Frage wird auch den Eltern gestellt, gross auf die Leinwand projiziert. Wer ein Smartphone dabei hat, kann sich über eine Webseite einloggen und abstimmen. 113 Personen machen mit: 94 davon stimmen dafür, 19 sind noch unentschlossen. Dagegen ist niemand.

«Die Digitalisierung kommt nicht, sie ist bereits da», sagt Schulleiter Michael Jud. Der vielzitierte Satz widerspiegelt die Realität, mit der die Volksschule zu kämpfen hat. Der rasante technische Fortschritt habe die Schule gezwungen, ihre Rolle in der Bildung zu überdenken. «Viele der Kinder, die heute in die Schule gehen, werden einmal einen Beruf machen, den es noch gar nicht gibt.» Die Aufgabe der Schule sei es nun, den Schülerinnen und Schülern die Fähigkeiten zu geben, diese digitale Welt zu navigieren. Dies erfordert eine grosse Umstellung des Schulunterrichts.

Neue Lernformen

In den Regensdorfer Primarschulen arbeiten die Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe seit drei Jahren mit ihren eigenen Tablets. Ab Januar 2020 sollen auch die Kinder der 1. bis 3. Klasse ihr persönliches Gerät erhalten. Die Erfahrungen, die man mit diesem System gemacht hat, sind fast ausschliesslich positiv. «Die erfolgreiche Arbeit mit digitalen Medien setzt voraus, dass wir uns von den bisherigen Lernformen lösen», erklärt Steve Bass, Leiter der Fachstelle Medien und Informatik.

Die Breite an Quellen, die verfügbar sind, ermögliche es den Schülerinnen und Schülern, sich Wissen selbstständiger anzueignen. Als Medienpädagoge hat Bass diesen Wandel in den letzten zwei Jahrzehnten eng mitverfolgt. «Das ist eine Veränderung, die wir nicht ändern können – aber wir können sie uns zunutze machen.»

Die Einführung der digitalen Hilfsmittel benötigt jedoch auch Geld und Zeit für die Weiterbildung der Lehrpersonen. Einige Lehrmittel enthalten bereits einen digitalen Teil, das sei aber bei weitem nicht bei allen der Fall. Laut Bass gibt es auch technische Stolpersteine, auf die man achten muss. «Es kann sehr frustrierend für die Lehrpersonen sein, wenn man etwas zeigen will und die Technik streikt. Deshalb haben wir von Anfang an darauf geachtet, dass das System so gut wie möglich läuft.»

In Dielsdorf hat Andrea Kistler, pädagogische Informatik-Verantwortliche, den grössten Teil der Vorarbeit bereits geleistet. Eine Voraussetzung, dass die Schule diesen Schritt machen kann, ist dass auch die Eltern über die Möglichkeiten und Gefahren informiert werden. Dass ihre Kinder in vielen Bereichen voraus sind, ist eine Herausforderung aber auch eine Chance.

«Das ist ihre Welt, in der sie aufgewachsen sind», sagt Kistler. «Wir können sie aber auf die Gefahren und Risiken vorbereiten.» Das Ziel ist, dass sie lernen, iPads und andere digitale Hilfsmittel selbstbewusst anzuwenden.

So selbstverständlich wie ein Stift oder Heft

Regensdorf machts vor: Die Tablets seien heute so selbstverständlich wie ein Stift oder Heft. Die Schülerinnen und Schüler können bei Bedarf etwas nachschauen oder Präsentationen vorbereiten. In Zukunft wird die Volksschule einen stärkeren Fokus auf individuell anpassbare Unterrichtsformen setzen.

«Die Schule muss sich vom traditionellen Lektionenaufbau abwenden», sagt Bass. «Stattdessen sollte man auf projektorientiertes Lernen setzen, bei dem die Schülerinnen und Schüler selbstständig Themen erarbeiten und diese weitergeben können.» Die Digitalisierung in der Schule kann diese Unterrichtsentwicklung unterstützen.

Erstellt: 25.08.2019, 16:03 Uhr

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