Niederglatt

Schulgemeinde schickt Budget bachab

Die Stimmberechtigten haben das Budget 2016 für die umstrittene Sekundarschule Niniho abgelehnt. Die Konsequenz: Das Skilager fällt ins Wasser.

Im Schulhaus Seehalde in Niederhasli kommt ein besonderes Lernmodell zur Anwendung.

Im Schulhaus Seehalde in Niederhasli kommt ein besonderes Lernmodell zur Anwendung. Bild: Archiv ZU

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Die Gegner des Budgets 2016 der Sekundarschule Niederhasli-Niederglatt-Hofstetten (Niniho) beteuerten, sie seien nicht grundsätzlich gegen das System selbst organisiertes Lernen (SOL) im Schulhaus Seehalde. Sie störten sich aber vor allem an den hohen Löhnen der Schulleitung und den ihrer Meinung nach überrissenen Ausgaben, die für die «Besoldung Dienst» vorgesehen sind. Zu einem kleinen Wortgefecht kam es zwischen Beat Kappeler, der sich in der Elterngruppierung engagiert, die das SOL in einigen Bereichen infrage stellt, und Schulpräsident Philippe Chappuis. Im Budget sind 96 000 Franken aufgeführt, die für den internen Support für die Informatik vorgesehen sind, wie auf Nachfrage von Kappeler zu erfahren war. Dieser bestand darauf, die Namen dieser Supporter zu erfahren. Chappuis seinerseits wollte wissen, weshalb das denn so wichtig sei. Doch schliesslich lenkte er ein und nannte die Namen der beiden Fachkräfte.

Weniger Aufwand gefordert

Finanzvorsteher Marcel Isenring präsentierte am Mittwoch den Voranschlag mit einem budgetierten Aufwand von knapp 14 Millionen Franken und einem Ertrag von etwas unter 13,7 Millionen Franken. Das Defizit beträgt rund 200 000 Franken, der Steuerfuss bleibt bei 25 Prozent. Ein Stimmbürger forderte die Ablehnung des Budgets mit der Begründung, dass 1 Million Franken eingespart werden soll, was sich auf die finanzielle Situation der drei beteiligten Politischen Gemeinden auswirke. Schliesslich sagten 104 der 164 anwesenden Stimmberechtigen Nein zum Budget. In der vorangegangenen zweistündigen Diskussion wurde mehr Transparenz, insbesondere bei den Lohnkosten und im Bereich der Schulentwicklung, gefordert. Als störend empfanden mehrere Versammlungsteilnehmende, dass Schulleiter Gregory Turkawka die Fragen aus dem Publikum beantwortete. «Wir sind hier an einer Schulgemeindeversammlung und hätten die Antworten gern von der zuständigen Behörde, nicht vom Schulleiter», äusserte sich ein Stimmbürger.

Schüler direkt betroffen

Die Ablehnung des Budgets bedeutet, dass nun mit einem sogenannten Notbudget gearbeitet werden muss. Die gebundenen Ausgaben machen rund 95 Prozent aus, dort besteht auch für ein überarbeitetes Budget wenig Spielraum für Anpassungen. Die ungebundenen Ausgaben werden bis zur Genehmigung der Neufassung des Voranschlags eingestellt. Das bedeutet, dass vor allem bei jenen Positionen gespart wird, welche die Jugendlichen direkt betreffen, wie etwa Schulreisen, Exkursionen, Lager. Auch Schülerprojekte und allenfalls Freifachangebote werden gestrichen. «Die Ablehnung des Budgets wirkt sich auf die Schulqualität aus», gab Philippe Chappuis zu bedenken, bevor er im aufkommenden Entrüstungssturm die Versammlung schloss.

Erstellt: 10.12.2015, 13:54 Uhr

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