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Schweizerin zeigt Deutschen, «wo dä Bartli dä Moscht holt»

In «NowHere Land» parodieren die beiden Schauspielerinnen Larissa Keat und Johanna Sarah Schmidt die Macken ihrer Landsleute. Am vergangenen Samstag wurde das Schauspiel im Teatro Dalla Piazza in Dielsdorf uraufgeführt.

Larissa Keat (links) und Johanna Sarah Schmidt diskutieren darüber, «wo dä Bartli dä Moscht holt».
Larissa Keat (links) und Johanna Sarah Schmidt diskutieren darüber, «wo dä Bartli dä Moscht holt».
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Die Deutschen freuen sich immer, wenn sie Schweizer kennen lernen. Die Schweizer sind zu den Deutschen tendenziell aber eher gemein. Die Schweiz wird romantisiert, man meint, die Deutschen könnten den Schweizern etwas wegnehmen. Die Schauspielerinnen Larissa Keat aus Lenzburgim Kanton Aargau und Johanna Sarah Schmidt aus Hamburgnehmen in ihrem Theaterstück «NowHere Land» einen anderen Blickwinkel ein. Wie ist es für die Deutschen, dass die Schweizer sie nicht mögen?

Brainstorming auf dem Bahnsteig

Für Larissa Keat und Johanna Sarah Schmidt ist «NowHere Land» bereits das dritte gemeinsame Projekt. Kennen gelernt haben sich die Schauspielerinnen während eines Tanztheaters. Keat wohnt nun seit vier Jahren in Hamburg, wo sie auch die Schauspielschule besucht hat.

«In dieser Zeit konnte ich sehr viele Eindrücke sammeln, was die Beziehung zwischen Deutschen und Schweizern betrifft. Es ist mir deshalb auch ein Anliegen, diese Empfindungen in einem Theaterstück zu thematisieren», erzählt Keat. Die Idee zum Stück ist entstanden, als Keat und Schmidt am Silvesterabend vergangenen Jahres nach einem gemeinsamen Kinobesuch in Hamburg auf dem Bahnsteig lange auf den Zug warteten.

«Wir sinnierten über verschiedene Ansichten und Blickwinkel und landeten schliesslich bei den Eigenheiten der Deutschen und der Schweizer. Dieses Thema faszinierte uns dermassen, dass unser erstes Brainstorming noch auf dem Bahnsteig stattfand», führt Keat aus.

Eine Stunde vor der Uraufführung am vergangenen Samstag sind beide «freudig aufgekratzt». «Ich werde jetzt dann meinen ganzen Körper aufwärmen und mich so auf die Vorstellung vorbereiten», sagt Keat, die in der Theaterschule Atelier Kunterbunt von Mirca Dalla Piazza Popp und Hans Peter Popp ihre ersten Theatererfahrungen sammelte. «Ich werde das Stück wie einen inneren Film ablaufen lassen», verrät Schmidt. Der Titel des Stücks «NowHere Land» ist ein Wortspiel. Ersetzt man gewisse Buchstaben, erhält man eine andere Bedeutung.

Unterhaltsam und authentisch

Das Stück beginnt mit einer Toneinspielung voller Aussagen von Deutschen über Schweizer und umgekehrt. Dann betritt Larissa Keat die Bühne, bekleidet mit einem roten Shirt mit weissem «Suisse»-Aufdruck und schwarzen Leggins. «Ich bin vom Amt für Innere Sicherheit und warne die Schweizer vor Deutschen mit bestimmten Merkmalen.»

Sie zählt den Germanus adrogans auf, den «So-funktioniert-die-Welt-Deutschen», den Germanus impatiens den «Aber-dalli-Deutschen» und den Germanus ama-bilis, den «Schwer-in-Ordnung-Deutschen», um nur einige zu nennen. Johanna Sarah Schmidt im weiss-schwarzen Deutschland-Shirt und schwarzen Leggins parodiert dann diese Rollen. Die Schauspielkolleginnen charakterisieren die beiden Typen sehr unterhaltsam und authentisch; sie regen zum Nachdenken an.

Als dann Keat die ultimative Frage stellt: «Wo holt dä Bartli dä Moscht?», kommt es zwischen ihr und Larissa zu den so ländertypischen Äusserungen und sprachlichen Missverständnissen. «NowHere Land» ist ein kurzweiliges Theaterstück mit sehr viel Witz, Ironie und trotzdem einem hohen Wahrheitsgehalt. Das Stück sorgt für hervorragende Unterhaltung und unzählige Lacher.

«Die Daten für die weiteren Vorführungen stehen noch nicht fest», sagt Hans Peter Popp nach der gelungenen Uraufführung. «Sobald wir diese wissen, werden wir sie bekannt geben.» Geplant sind auch Auftritte in der übrigen Schweiz und in Deutschland.

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