Regensdorf

Landschaftsarchitekt Enea plant einen Surfpark ohne Palmen

Die Handschrift des Schweizer Landschaftsarchitekten und leidenschaftlichen Surfers Enzo Enea könnte bald auch in Regensdorf erkennbar sein: Er will seine Ideen in der geplanten Freizeitanlage samt Surfsee verwirklichen.

So stellt sich Landschaftsarchitekt Enzo Enea die geplante Freizeitanlage neben dem Surfsee in Regensdorf vor. Ihm ist es wichtig, dass ein Park entsteht, der sich gut in die Landschaft integriert.

So stellt sich Landschaftsarchitekt Enzo Enea die geplante Freizeitanlage neben dem Surfsee in Regensdorf vor. Ihm ist es wichtig, dass ein Park entsteht, der sich gut in die Landschaft integriert. Bild: Visualisierung: Enea Landscape Architecture

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Enzo Enea ist ein grosser Name in der Gartenbaubranche – und nicht zuletzt ist er auch ein leidenschaftlicher Surfer. Von der Vision der waveup creations AG, in Regensdorf eine grosse Freizeitanlage samt Surfsee zu realisieren, hat der Landschaftsarchitekt aus Rapperswil deshalb schnell Wind bekommen. «Also musste ich die Köpfe hinter diesem Projekt kennenlernen», sagt Enea, der sich selber als Old School Surfer bezeichnet. Weil er – wie sich herausstellte – einige der Mitglieder des Vereins wave-up bereits kannte, fiel der Entscheid für eine Zusammenarbeit schliesslich leicht. «Unser Team bringt die nötige Leidenschaft und Erfahrung mit, um ein solch bahnbrechendes Projekt zu entwickeln», sagt er.

Regensdorf soll nicht nur für das Gefängnis bekannt sein

In diesem «bahnbrechenden Projekt» sieht Enzo Enea auch eine grosse Aufwertung für die Gemeinde: «Das ehemalige Bauerndorf hat seit den 50er- Jahren eine starke Entwicklung erlebt und ist jetzt eine eigene Stadt in der Agglomeration vonZürich. Für die Lebensqualität ist ein Ausgleich zwischen Wirtschaft, privatem und öffentlichem Raum wichtig. Der geplante Freizeit- und Surfpark könnte Regensdorf einen wichtigen Erholungs- und Begegnunsraum bieten und es für mehr als das Gefängnis schweizweit bekannt machen», sagt er.

Eine grosse Chance und einen Aufschwung für die Gemeinde Regensdorf, ja für das gesamte Furttal, sieht auch der Gemeinderat Regensdorf, der schon seit langem voll und ganz hinter dem Projekt steht. Das letzte Wort hat aber die Bevölkerung. Sie entscheidet am 25. März über eine politische Grundvoraussetzung für den Park (siehe Box unten links).

«Dominiert von der Natur und nicht von der Technik»

Neben dem Surfsee mit künstlich erzeugten Wellen sind unter anderem ein Restaurant, Möglichkeiten zum Schwimmen, ein Barfussweg, ein Boulderpark, Beachvolleyballfelder und ein Pumptrack für Biker, Trottinett und Skater geplant. «All diese unterschiedlichen Nutzungen gilt es zu einer grossen Anlage zu vereinen und eine durchgehende Gestaltung zu kreieren», sagt Enea. Schliesslich wolle er einen Ort, der von der Natur und nicht von Technik dominiert wird. «Wir arbeiten an einem Konzept, das den Ort widerspiegelt. Strand und Wellen gehören nicht zu den natürlichen Vorkommnissen in und um Regensdorf. Dennoch haben wir Ideen, den Freizeit- und Surfpark so in die Landschaft zu integrieren, dass eine natürliche Einheit entsteht.»

Wichtig ist ihm auch der pädagogische Aspekt. So ist zum Beispiel ein botanischer Lehrpfad geplant und auch ein Seekindergarten, analog zum Waldkindergarten, sowie Projekte mit Schulklassen sind denkbar. «Die Kunst ist es, alle Themen so zu integrieren,dass es nicht nach einem Themenpark aussieht, sondern nach einer Landschaft mit vielfältigem Angebot.»

Aushubmaterial dämmt den entstehenden Lärm

Enzo Enea ist sich bewusst, dass der geplante Surfpark samt Freizeitanlage nicht überall nur auf Begeisterung stösst. «Die Aufklärungsarbeit ist zu Recht noch in vollem Gange. Wir müssen den Regensdorfern aufzeigen, welcher Mehrwert für sie geschaffen wird», sagt er.

Ein grosses Thema für die Anwohner ist zum Beispiel der entstehende Lärm – sei es derjenige der Surfanlage selber oder auch einfach der Freizeitlärm durch die Besucher. Hier möchten die Gartenplaner ihr Mögliches dazu beitragen, dass dieser nach aussen gering ausfällt. «Wir arbeiten an der Geländemodellierung und platzieren das Aushubmaterial so, dass die Schallentwicklung optimal gemindert werden kann. Im Lead sind hier aber die Ingenieure, die die Modelle berechnen und uns leiten.»

Keine invasiven Neophyten im Park

Konkrete Gestaltungsideen für den Freizeitpark lässt sich der Landschaftsarchitekt noch nicht entlocken. Auch über das Budget, über das er verfügen darf, schweigt er sich aus. «Zum jetzigen Zeitpunkt sind wir noch mit Ingenieuren im Gespräch, die Bewilligung wurde noch nicht freigegeben», sagt er. Was die konkrete Bepflanzung betrifft, steht zum jetzigen Zeitpunkt einzig fest, dass keine invasiven Neophyten verwendet werden – also keine gebietsfremden Pflanzen, die sich hier stark ausbreiten und Schäden anrichten. «Wir haben uns für heimische Föhren anstatt für typische Palmen entschieden», nennt Enzo Enea ein Beispiel. Näheres wird erst bekannt gegeben,wenn das Projekt von der Bevölkerung grünes Licht bekommen hat und die Planung weiter fortgeschritten ist.

Für die Mitglieder der waveup creations AG ist indes zumindest eine Sache jetzt schon klar: Wird der Freizeit- und Surfpark eines Tages Realität, so entsteht mit Enzo Enea an ihrer Seite der schönste Erholungspark der Schweiz. 

Erstellt: 24.02.2019, 13:48 Uhr

Nach der Umzonung erfolgt der Gestaltungsplan

Am Montagabend, 25. März, entscheiden die Regensdorfer über die Teilrevision der Bau- und Zonenordnung. Denn das Areal, das angrenzend an die Sportanlage Wisacher zum Surfpark werden soll, befindet sich zurzeit in der Landwirtschaftszone. Im Gegensatz dazu ist das Areal Leematten momentan als Erholungszone vermerkt.

Entschieden wird darüber, ob die Nutzung dieser beiden Landstücke getauscht werden soll. Will heissen, die Leematten, die momentan ohnehin landwirtschaftlich genutzt wird, soll wieder offiziell Landwirtschaftszone werden. Beim Wisacher hingegen soll die Erholungszone erweitert werden. Dieser Zonentausch ist die Grundvoraussetzung für die weiteren Schritte.

Sagt die Bevölkerung Ja zur Umzonung, wird das Projekt weiter vertieft und ein Gestaltungsplan erarbeitet, der öffentlich aufgelegt wird. Die Verantwortlichen haben sich neu für dieses zweistufige Verfahren entschieden, da der Kanton im Rahmen der öffentlichen Auflage darauf hingewiesen hat, dass die Beschreibung der Anlage zu vage sei und ein Baugesuch deshalb nicht direkt erteilt werden könne. Die Festsetzung des Gestaltungsplans erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt wiederum durch die Gemeindeversammlung. (mca)

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