Dielsdorf

Sportbegeistert bis über die Pensionierung hinaus

Nicola Andric ist in Dielsdorf eine Institution. Der pensionierte Sportlehrer motiviert auch heute noch sportlich interessierte Jugendliche in ihrer Freizeit.

74 Jahre ist Andric mittlerweile alt. Und noch immer top in Form.

74 Jahre ist Andric mittlerweile alt. Und noch immer top in Form.

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Es ist Mittwoch viertel nach zwölf, eigentlich Mittagszeit und schulfrei: In der Turnhalle der Sekundarschule Dielsdorf merkt man nichts davon. Da wird gedribbelt, werden Bälle geworfen und Muskeln gedehnt.

«Wärmt euch gut auf», fordert Nicola Andric die sechs Jugendlichen auf, die nach und nach in der Turnhalle eingetrudelt sind und sich sogleich in Bewegung setzen. Heute ist Tennis angesagt. Bald dürfen die Schüler auf den Tennisplatz der Erlen gegeneinander spielen.

Der 13-jährige Alexander ist hier, um sich fit zu halten: «Tennis und Sport im Allgemeinen macht mir viel Spass und ich will meinem Körper etwas Gutes tun». Auch sein Kollege Linus, 13, ist hochmotiviert: «Wir sind zu viert aus der ersten Sek hier und es ist einfach mega cool zusammen mit den Kollegen Sport zu machen».

Grosse Sportlerkarriere hinter sich

Der 74-jährige Andric zeigt den Jungs die Beinarbeit vor: «Ihr müsst immer bereit sein auf den Ball des Gegners zu reagieren, bleibt also mit den Beinen immer in Bewegung». Bis zu seinem siebzigsten Geburtstag war er an der Sek Dielsdorf als Turnlehrer angestellt. Obwohl pensioniert, hält die Schule immer noch gerne an ihm fest und beschäftigt ihn in einem Teilzeitpensum.

«Solange ich mit den Schülern noch mithalten kann, mache ich weiter»

Der gebürtige Montenegriner betreibt mit den Jugendlichen – Mädchen wie Jungs – am Mittwochnachmittag, am Samstagmorgen oder auch am Sonntag Sport. Geräteturnen, Fitness, Volleyball, Fussball oder Tennis stehen dabei je nach Jahreszeit auf dem Programm. Nicola Andric will für die Jugendlichen ein Vorbild sein, er spielt mit, zeigt ihnen Techniken und motiviert.

Aber Nicola Andric kann nicht nur auf eine langjährige Sportlehrererfahrung zurückblicken, sondern auch auf eine Karriere im Spitzensport. Er spielte 1972 im Olympia Handballkader des damaligen Jugoslawien mit. Danach wurde er Handballprofi in Deutschland und studierte parallel an der Sportschule in Mainz. Er trainierte in der Schweiz die Handball-Nationalliga A-Team der Männer. Ausserdem war er bis zu den olympischen Spielen 1980 Assistenztrainer der Männer Handballnationalmannschaft.

1981 kam er als Sportlehrer nach Dielsdorf. «Ich war total glücklich, diesen Job bekommen zu haben, denn nicht nur die sportliche Infrastruktur der Schule war und ist optimal, sondern auch noch die Nähe zur Sportanlage Erlenpark», sagt Andric. Ideal ist das auch für die Schüler, denn sie können im Rahmen des Freizeitangebots einen Tennisplatz kostenlos nutzen.

Die Jugendlichen bezahlen bei Andric für 90 Minuten Sporttraining fünf Franken. «Dafür können sie alle Geräte benutzen ebenso wie die Tennisschläger und Bälle», erklärt Andric. «Es gibt den Schülern eine gewisse Verbindlichkeit und für das regelmässige Kommen erhalten sie Gutscheine für Tennisrackets oder für Tennisstunden.» Die Gruppe, die heute in der Turnhalle trainiert, müsse aber nicht motiviert werden, schwärmt er: «Es ist eine verrückte, begeisterte Gruppe, die wollen etwas erreichen und sind auch schon zehn Stunden in der Woche am Trainieren.»

Engagement aus Dankbarkeit

Nicola Andric macht einen sehr bescheidenen Eindruck. Für ihn stehen klar die Jugendlichen und der Sport im Vordergrund. «Solange ich mit den Schülern noch mithalten kann, mache ich weiter», betont er. «Ich mache das vor allem für die Kinder und Eltern – und aus Dankbarkeit Dielsdorf und der Sekundarschule gegenüber, die mir damals ermöglichten, hier eine Existenz aufzubauen.»

Er sei eine super Lehrperson und könne einem die Sachen sehr gut beibringen, sind sich die anwesenden Jungs unisono einig. Hört man sich bei ehemaligen Schülern um, schwärmen alle von seiner Kompetenz, Menschlichkeit und seinem fairen und korrekten Verhalten. Genau das weiss die Schule auch zu schätzen.

«So eine Person wie Nicola Andric findet man kein zweites Mal», betont Schulleiter Anton Kleiber. Er finde den Draht zu den Jugendlichen. «Es ist gut investiertes Geld, die Schule bietet ein Sportangebot, das Familien in der Freizeit oft nicht bieten können.» Und die Schule übernehme damit auch Verantwortung für eine gesellschaftliche Aufgabe.

Erstellt: 03.05.2019, 17:31 Uhr

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