Stadel

Stadler locken mit Asthaufen neue Bewohner an

Um Hermeline und Mauswiesel zu fördern, bauen Freiwillige bald Stein- und Asthaufen in der Gemeinde Stadel. Dies ist Teil eines schweizweiten Projekts zur Förderung der kleinen Raubtiere, die sich besonders als Mäusefänger bewähren.

Marianne Albrecht (links) und Bea Meier vom Naturschutzverein Stadel werden beim Bau der Asthaufen für Wiesel mithelfen.

Marianne Albrecht (links) und Bea Meier vom Naturschutzverein Stadel werden beim Bau der Asthaufen für Wiesel mithelfen. Bild: Balz Murer

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Am Samstag, 22. April, wird die Gemeinde Stadel zum Zentrum der Wieselförderung: Freiwillige werden Ast- und Steinhaufen bauen, in denen Hermeline und Mauswiesel Unterschlupf finden sollen. «Die Forstmitarbeiter haben bereits Äste zusammengetragen, sodass wir nicht für jeden Asthaufen weite Distanzen überbrücken müssen», sagt Marianne Albrecht vom Naturschutzverein Stadel, unter dessen Mithilfe das Projekt umgesetzt wird.

Geplant sind 35 Haufen in der Gemeinde. «Ob wir diese Anzahl schaffen, kommt auf die Helfer an», sagt Albrecht. Dass diese Anzahl nicht an einem einzigen Tag erreicht wird, ist ihr aber klar. Als «Zückerli» erhalten Vereine, die mithelfen, 150 Franken. Gemeldet haben sich auch Schulklassen, die sich in ihrer Projektwoche nützlich machen wollen.

Alle 100 Meter ein Bau

Die Wieselförderung wird im Auftrag der Stiftung WIN Wieselnetz durchgeführt. Sie wird vorgenommen, weil durch die Intensivierung der Landwirtschaft ein grosser Teil des Lebensraums für diese Tiere verloren gegangen ist – das Mauswiesel steht gar auf der Liste der gefährdeten Tierarten. Die Stiftung geht davon aus, dass die Bestände des Hermelins und des Mauswiesels zurückgegangen sind.

Das Stadler Vorhaben gehört zum Projektgebiet Bachsertal, Studenland und Surbtal und ist Teil eines nationalen Projekts zur Wieselförderung. Die Finanzierung erfolgt über Stiftungen, Naturschutzvereine, Gemeinden, Kleinspender oder auch den Kanton Aargau.

Das Ziel ist, die Wieselpopulation im Projektgebiet zu stärken und einen Wanderkorridor für die kleinen Raubtiere zu bilden. Laut dem Biologen Adrian Dietrich von der Organisation Swild, die am Projekt mitarbeitet, sind Unterschlüpfe wichtig, weil Wiesel viele Feinde haben: «Ihre Hauptfeinde sind Hauskatzen und Greifvögel.» Um sich vor ihnen in Sicherheit zu bringen und Junge aufzuziehen, seien Strukturen nötig. Diese sollten laut Dietrich im Abstand von 100 Metern zu finden sein.

Da die Tiere wegen des Feinddrucks eine Lebenserwartung von 1 bis 2 Jahren haben und Einzelgänger sind, brauche es Korridore. «So können andere Wiesel in die Gebiete einwandern», erklärt Dietrich. Laut dem Biologen sind aber nicht nur solche Bauten wertvoll für Wiesel, sondern «jegliche Kleinstrukturen», zum Beispiel Radstreifen von Traktoren oder Asthaufen.

Sie fressen jährlich 900 Mäuse

Als Argument für das Projekt wird neben der Rückläufigkeit des Hermelins und des Mauswiesels auch ihre Fähigkeit zur Jagd angeführt: So frisst ein Wiesel 900 Mäuse pro Jahr. Adrian Dietrich betont zudem, dass die Bauten auch Lebensräume für andere Tiere darstellen, zum Beispiel Amphibien, Vögel, Hasen oder Igel. Im Populationsraum zwischen Bülach bis Würenlingen könnten in Zukunft bis zu 50 Wiesel leben.

«Diese Zahl ist aber ein theoretischer Wert und wird schwer zu erreichen sein», sagt Dietrich. Die Aktivität dieser flinken Mäusefänger wird mittels eines Monitorings überwacht – dafür werden in Spurentunnels Tintenkissen und Papierstreifen angebracht. Dass die künftigen Bewohner von Stadel andere Tierarten verdrängen, schliesst Dietrich aus.

Erstellt: 12.04.2017, 11:20 Uhr

Bald sollen sich Hermeline in der Gemeinde Stadel ansiedeln. (Bild: Archiv)

Infobox

Wer sich für eine Mitarbeit an den Bauten interessiert, kann sich beim Naturschutzverein Stadel unter nvst-aktuar@bluewin.ch melden.

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