Niederhasli

SRF berichtet über ­umstrittenes Schulmodell

Das umstrit­tene Schul­modell «Selbst­orga­nisiertes Lernen» der Sekundarschule Nieder­hasli-Nie­der­glatt-Hofstetten wird nun auch vom Schweizer Fernsehen thematisiert.

Im Schulhaus Seehalde in Niederhasli kommt ein besonderes Lernmodell zur Anwendung.

Im Schulhaus Seehalde in Niederhasli kommt ein besonderes Lernmodell zur Anwendung. Bild: Archiv ZU

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Die Sendung «Schweiz aktuell» berich­tet diese Woche in einer ihrer Aus­gaben über das Schulmodell «Selbstorganisiertes Lernen» in der Sekundarschule Nie­der­hasli-Nie­der­glatt-Hof­stet­ten. Das Modell ist bei Eltern und Fachpersonen sehr umstritten und wurde vor einigen Jahren ­im Seehalde-Schulhaus in Nie­der­hasli eingeführt. Viele Lehrpersonen verliessen dar­auf die Schule.

Die im kommenden Jahr bevorstehende Einführung des Modells im Nie­der­glat­ter Schul­haus ­Eichi führte ebenfalls zu Tumulten. ­So haben 13 von 30 Lehr­per­so­nen der Schule bereits den Rücken ­gekehrt und gekündigt. Auch der Schulleiter nahm den Hut.

Im Schulmodell «Selbstorga­nisier­tes Lernen» arbeiten die Schüler nicht in fixen Klassen, sondern werden in alters- und leis­tungs­durchmischten Gruppen untergebracht. Je nach Fach findet sich ein Schüler in einer anderen Gruppe wieder. Statt einer Hauptklasse gibt es eine Home­base, die aus Schülern unterschiedlichen Alters, jedoch derselben Stufe (A oder B) bestehen. Die Home­base kommt immer dann zusammen, wenn im ­Office gearbeitet wird.

Während der Arbeit im ­Office (4-mal 90 Minuten pro Woche) können die Schüler jeweils selber bestimmen, wor­an sie arbeiten wollen. Unterstützt werden sie von einem soge­nannten Lern­coach. Die Schüler können periodisch gemäss einer Lernwegs­planung zwischen verschiedenen Kursen in den Fächern wählen. Der Unterricht in den Kursen findet teilweise altersdurchmischt und mit Schülern anderer Home­bases statt – je nach Leistungs­fähigkeit und dem Interesse der Schüler.

Punkte statt Noten

Bewertet werden die Schüler anhand von Punkten, die sie an Fachprüfungen und mittels des Festhaltens und Erreichens gestellter Aufgaben und Ziele sammeln können. Die Endpunktzahl ergibt am Ende des Kurses eine Note, welche in die Gesamt­bewertung Ende Semester ins Zeugnis mit einfliesst.

Die Schülerinnen und Schü­ler sollen mit dieser Schulform lernen, sich selber besser orga­ni­sieren zu können. So werden sie auch für Lern­schritte und nicht nur für die jeweiligen Fachprüfungen benotet.

Kritiker kreiden an, dass Schüler aus diesem Modell ge­gen­über anderen Schülern ein Defizit ­an Schulstoff haben – und dadurch zum Beispiel die Vorbereitung auf die Mittelschule erschwert werde. Für weniger selbstständige Schüler sei es zudem nicht einfach, in dem System zurechtzukommen. Für schüchterne Schüler sieht ­ das Modell aber besondere Unterstützung vor.

Erstellt: 01.11.2015, 17:36 Uhr

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