Neerach

Staunen über Mikrowelt im Wasser

In der Sonderausstellung «Geheimnisvolle Unterwasserwelt» im Birdlife-Naturzentrum Neeracherried können jetzt winzig kleine Lebewesen bestaunt werden.

Benno Stamm (6) und seine beiden Brüder Arno (8) und Leo (10, von links) aus Eglisau wollen genau wissen, ­ wie das Leben unter dem Wasser funktioniert.

Benno Stamm (6) und seine beiden Brüder Arno (8) und Leo (10, von links) aus Eglisau wollen genau wissen, ­ wie das Leben unter dem Wasser funktioniert. Bild: Sibylle ­Meier

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Mit einer Lupe und nicht mit ­ dem Feldstecher oder einem ­Binokular betrachten die Besucher in zahlreichen Aquarien ­die Tierwelt, die sonst kaum sicht­bar im Gewässer des Neeracherrieds lebt und zur natürlichen Nahrungskette von «Jeder frisst fast jeden» zählt. So schön und anmutig, wie die Libellen über dem Was­ser schweben, so bizarr ist ­ ihr Verhalten unter Wasser, wie der achtjährige Arno aus Eglis­au mit der Lupe entdeckte: «Das Tier hat einen ganz komischen Kopf mit einem grünen Ding, das allerlei Zeug frisst.» Er meint damit die Fang­maske, mit deren dolchartigen Endhaken die ­Larve Einzeller, Kleinkrebse, Würmer und Wasserinsekten schnappen kann. «Die Unterlippe kann sie mit ­ der Hilfe eines Scharnier­gelen­kes aus­klappen», erklärt ihm sein ­Vater Thomas Stamm und de­mons­triert das Vorgehen mit ­ dem bereitgelegten Modell eines metalle­nen Scharniergelenks.

Für seinen sechsjährigen Sohn ­Benno ist der Eisvogel das Lieblingstier im Neeracherried. Und dessen Bruder Leo (10) bastelt ­gerade eine Hülle, wie die Köcher­flie­gen­larve sie im Wasser auf ­ihren Cotton klebt. Leo staunt: «Sie trägt sogar ein kleines Schnecken­haus, das mit Pflanzenteilen oder Steinchen ihren weichen Körper schützt.»

16 Aquarien, Infotafeln, ­ Videoclips und Fotografien

Das erstaunliche Wissen der drei Brüder rührt daher, dass sie oft mit ihren naturverbundenen ­Eltern den Rhein befahren und auch die Auenlandschaften im Thurgau besuchen. Vater Thomas Stamm sagt: «Die Ausstellung gibt einen grossartigen Einblick in ­ die verborgene Unterwasserwelt im Ried und vermittelt viel Wissenswertes.» Dies in Form der Lebe­wesen in den 16 Aquarien, den Informationstafeln, Videoclips und den brillanten Fotos ­ von ­Luca ­Rüedi aus Windlach.

Friedrich Frehner aus Bülach war schon seit vielen Jahren nicht mehr im Neeracherried und hat die Eröffnung der Sonderausstellung am Karfreitag zum Anlass genommen, das Natur­zen­trum zu besuchen. Der 81-Jäh­rige erklärt: «Ich bin erstaunt, welche Vielfalt von Kleinsttieren hier zu beobachten ist. Ich sehe aber lieber ­ die vielen verschiedenen Vögel, die hier zwischenlanden oder brüten.» Jan und Ursi Ekker aus Nie­der­weningen besuchen die Aus­stellung mit ihren Enkeln Mel­vin (7) und ­Joan (4) mehr im Vorbeigehen zu den Beobachtungsstationen im Ried.

Zentrumsleiter Stefan Hel­ler freut sich: «Trotz des misslichen Wetters kamen viele Besucher, die über die Vielfalt der Unterwasserlebewesen staunten oder sich gezielt für ein Tier interessierten.» Zu diesen zählt die Posthornschnecke, die wie ihr Name sagt, ein Haus in Form eines Posthorns auf dem Rücken trägt. Für die einen ist die Pflanzenfresserin ein Schädling, für die anderen trägt sie ihren Teil zu einem sauberen Aquarium bei. Die rotblütige Posthornschnecke muss alle halben Stunden an die Oberfläche, um Luft zu tanken. Dabei schillert ihre Färbung in schönen Farbeffekten.

Neuer Beobachtungsstand­ im Herbst

Farbig zeigt sich auch ­die ­ neue Buntspecht-Präsentation, die parallel zur Sonderausstellung läuft. An drei öffentlichen Führungen wird am Sonntag, 24. April, ab 6 Uhr das Frühmorgenkonzert der Vögel belauscht. Am 8. Mai und 5. Juni können die Besucher unter Anleitung die Kleintiere des Teiches erforschen. Dazwischen findet am 22. Mai das Frühlingsfest mit der Bewirtung durch den Füürwehrverein statt. Im Herbst, so hofft Stefan Heller, dass am Ost­rand des Rieds ­auf Höri­gebiet der neue, 6,2 Meter hohe, ganz in Holz gekleidete ­Beobachtungsstand eingeweiht werden kann.

Erstellt: 26.03.2016, 23:11 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Newsletter

Die Woche in der Region.

Endlich Zeit zum Lesen! Jeden Freitagmorgen Leseempfehlungen fürs Wochenende. Den neuen Newsletter jetzt abonnieren!