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Sturmwetter bläst die Spendenfreudigkeit weg

Der Internationale Kindertag veranlasste gestern viele Schulen, an der Aktion «Strassenkind für einen Tag» teilzunehmen, um Geld für die Bildung armer Kinder zu sammeln. Rümlanger Schüler konnten aber trotz bester Absichten nicht viele Spender finden – des Wetters wegen.

Katarzyna SubotickiYves Maurer (links) und Patriot Ibraimi, in den traditionellen Terre-des-Hommes-Mützen, versuchten sich bei Passanten als Schuhputzer.
Katarzyna SubotickiYves Maurer (links) und Patriot Ibraimi, in den traditionellen Terre-des-Hommes-Mützen, versuchten sich bei Passanten als Schuhputzer.
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Für einmal mussten die Rümlanger Schüler der ersten Sekundarklasse A1b des Schulhauses Worbiger am Freitagvormittag nicht in den Unterricht. In orangen Kappen durchzogen sie ab 9 Uhr die Strassen im Zentrum Rümlang und Oberglatt, warteten vor Einkaufsläden und auf Parkplätzen. Ihr Angebot: Schuhe putzen, Autos waschen sowie selbst gebackene Süssigkeiten und gebastelte Weihnachtskarten verkaufen. Ihr Ziel: Geld sammeln. Die Strassenaktion fand im Rahmen des Internationalen Kindertages statt. Am 20. November 1989 war die Verabschiedung der UNO-Kinderrechtskonvention.

Für einmal wie ein Strassenkind arbeiten

Die Organisation Terre des Hommes veranstaltet jährlich den Aktionstag «Strassenkind für einen Tag». Kinder verrichten Arbeiten, die ihre ausgebeuteten Altersgenossen in den armen Teilen der Welt verrichten müssen, statt in die Schule gehen zu können. Und sammeln eben Geld für Terre des Hommes, das für die Erhöhung der Bildungschancen der Kinder eingesetzt wird.

Zahlreiche Schulen beteiligen sich daran. So wie die 24 Schüler von Peter Interbitzin. «Ich mache es glaube ich zum vierten Mal. Eigentlich immer, wenn ich eine erste Klasse habe.» Doch was gut gemeint war, hat dieses Jahr wegen des Wetters nicht richtig geklappt. An diesem regnerischen und windigen Novembertag verirrten sich nur wenige Rümlanger nach draussen. So drehte unter anderem Sarinia Straub (14) aus Rümlang mit einer Schachtel mit Donuts, Muffins und gebrannten Mandeln ihre Runden, ohne Spendenwillige anzutreffen. «Die wenigen, die wir sehen, sind nicht wirklich interessiert.» Genauso wenig Glück hatten Kevin Litic (12) aus Oberglatt und Ali Redazaiter (12) aus Rümlang. Sie hofften, ihre Kübel mit Wasser für eine Autoputzaktion einzusetzen, doch «niemand wollte es», so Kevin. «Wir haben mit dem Wetter wirklich Pech. Die Autos werden heute eben alle gratis gewaschen», sagte Interbitzin. «Verschieben könnten wir die Aktion nicht. Der Tag des Kinderrechts ist heute, und von Armut betroffene Kinder müssen auch bei Regen und Kälte raus», erklärte er seinen Schülern, die vom Erfolgsmangel etwas enttäuscht waren.

Kleine Erfolge und besseres Wissen

Etwas mehr Glück hatte die Schuhputzgruppe um Yves Maurer (13) und Patriot Ibraimi (12) aus Rümlang. «Wir konnten wenigstens ein paar Passanten überzeugen, ihre Schuhe reinigen zu lassen. Wir haben bis jetzt über 30 Franken», sagte Yves. Er sei beeindruckt von den Infos über die Kinder der Welt, welche die Klasse während einer Lektion bekam. «Ein wenig habe ich schon über den Tag gewusst. Aber am eindrücklichsten für mich war zu sehen, wie extrem die Armut gerade heute ist.» Das Geld wird am Montag gezählt. Doch laut Interbitzin kann man nicht auf 2000 Franken hoffen, die seine Schüler auch schon gesammelt haben – aber eben an sonnigeren Tagen.

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