Regensdorf

Kritische Fragen zum Surfpark, aber keine klare Gegenbewegung

Der Regensdorfer Gemeinderat hat die Bevölkerung nun über einige bevorstehende Geschäfte informiert. Im Zentrum stand der Surfpark. Er erhielt von den Anwesenden viel Unterstützung. Es wurden aber auch einige Bedenken geäussert.

Auf dem am Mittwoch präsentierten Modell kann man sich schon gut vorstellen, wie die Surfanlage 2020 aussehen soll.

Auf dem am Mittwoch präsentierten Modell kann man sich schon gut vorstellen, wie die Surfanlage 2020 aussehen soll. Bild: Flavio Zwahlen

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Die Spannung war greifbar, als Max Walter bei der Informationsveranstaltung zum Thema Umzonung Gebiet Wisacher gelangte. Das Land, das an die bestehende Sportanlage angrenzt, ist gegenwärtig ein Stück Landwirtschaftszone. Die Gemeindeversammlung soll im März 2019 über eine Umzonung dieses Landes befinden, damit die Erholungszone beim Wisacher erweitert werden kann. Diese Änderung ist Grundvoraussetzung für den Bau des geplanten Surfparks.

Über 350 Personen nahmen in der Mehrzweckhalle Pächterried Platz. Die meisten von ihnen waren wegen des Surfparks gekommen. Pascal Brotzer, Präsident des Vereins Waveup, sass zusammen mit seiner Crew ganz hinten. Zuvorderst positionierte sich der Regensdorfer Gemeinderat mit Präsident Max Walter auf einem Podest. Dazwischen befanden sich zum grössten Teil stimm­berechtigte Regensdorfer. Der Gemeinderat lud die Bevölkerung zur öffentlichen Informationsveranstaltung ein, da beiden kommenden Gemeindeversammlungen einige grössere Geschäfte anstehen.

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Einige Anwohner fürchten sich vor Lärm und Verkehr

Die Anwesenden bekamen einen Film zu sehen, in welchem die Mitglieder des Vereins Waveup ihr Projekt genauer vorstellten. Max Walter sagte danach: «Wir waren bisher vor allem als Logistikregion bekannt, weshalb wir die Idee des Surfparks als sehr inter­essantes Sport- und Freizeitangebot sehen.» Dabei stehe nicht nur der sportliche Aspekt im Vordergrund, sondern auch Bildung und Natur. «Mit zwei Grundeigentümern liegen bereits Absichtserklärungen vor, mit einem weiteren sind die Verhandlungen noch im Gange», ­informierte Walter. Noch ausstehend seien zudem der Umwelt­bericht und das Lärmgutachten.

In der anschliessenden Diskussion zeigte sich: Einige Anwohner fürchten sich vor dem Lärm und dem Verkehr. «Ich traue der ­Gemeinde nicht zu, dass sie ein vernünftiges Verkehrskonzept entwickeln kann», hiess es zum Beispiel. Die Auslastung stosse aufgrund der Firmen und des Einkaufszentrums bereits an seine Grenzen. Für diese Wortmeldung bekam der Redner Applaus, worauf Walter die Anwesenden aufforderte, dies zu unterlassen. Der Mehrverkehr soll übrigens durch die Bahnunterführung gelenkt werden und die Quartierstrassen nicht tangieren.

Aufgrund erster Annahmen dürfte der Lärm für die Anwohner rund 40 Dezibel betragen. Max Walter sagte dazu: «Zum Vergleich: Ein Geschirrspüler kommt auf Werte zwischen 30 und 52 Dezibel.» Trotzdem sind einige Anwohner skeptisch. «Das Geräusch der Wellen ist das eine, aber wie sieht es aus, wenn der Park mit Besuchern gefüllt ist?», fragte sich einer davon. Antworten dazu wird der Lärmbericht liefern. Dieser gibt Auskunft über den Geräuschpegel verschiedener Quellen, nicht nur über jenen der Wellen. «Ausserdem hat der Park am Abend ­jeweils nur bis 20 Uhr geöffnet», sagte Walter.

Viele Regensdorfer freuen sich über das Projekt

Dass an diesem Abend kritische Fragen gestellt werden, war zu ­erwarten. Eine klare Gegenbewegung blieb aber aus. Viele Wortmeldungen waren sehr positiv. So sagte eine Regensdorferin: «Ich finde den Surfpark ein super Projekt, vor allem auch für die jungen Leute.» Sie habe ein Kind und würde mit diesem die Anlage regelmässig besuchen.

«Das Projekt ist gut für die Standortförderung und verdient Anerkennung von der Bevölkerung. Alle Regensdorfer werden vom Surfpark profitieren», lautete eine weitere Aussage aus dem Publikum. Auch dafür gabs ­Applaus, und erneut warnte Max Walter, dass solche Reaktionen nicht angebracht seien. Unter den 350 Zuschauern befanden sich auch einzelne Personen, die nicht in Regensdorf wohnen. Eine von diesen sagte: «Ich lebe in Zürich und komme zweimal pro Woche nach Regensdorf, um zu turnen. Ich wüsste aber nicht, was ich da sonst machen sollte. Deshalb finde ich den Surfpark ein fantastisches Projekt, welches der Gemeinde guttun würde.» Max Walter bedankte sich für die Meldung und fügte an: «Wohnen in Regensdorf ist schon auch noch schön. Da geben wir uns alle Mühe.» Das Publikum war sichtlich amüsiert über die schlagfertige Antwort des Gemeindepräsidenten. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 17.10.2018, 14:52 Uhr

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