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Verlegung der Post passt vielen nicht

Die Poststelle Watt soll noch dieses Jahr aufgehoben und durch eine Agentur im örtlichen Volg ersetzt werden. Der Unmut bei der älteren Bevölkerung ist gross – doch es gibt auch unbestreitbare Vorteile.

Die Post in Watt (rechts) soll an ihrem jetzigen Standort aufgehoben werden und als Agentur im örtlichen Volg untergebracht werden.
Die Post in Watt (rechts) soll an ihrem jetzigen Standort aufgehoben werden und als Agentur im örtlichen Volg untergebracht werden.
Francisco Carrascosa

«Erfahren Sie, wie die Post den veränderten Erwartungen der Kunden im Alltag begegnet», hatte es in der Einladung der Post zum Informationsabend von vergangenen Montag geheissen, «und welche neuen Lösungen die Post in Watt vorsieht.»Die etwa 130 Watterinnen und Watter, die sich in den übervollen Mehrzweckraum «Wohnen zur Post Watt» drängten, hatten allerdings gar keine veränderten Erwartungen an ihre Post. Im Gegenteil: Sie wollen diese unverändert behalten, Punkt.

Neben dem Hauseingang waren Unterschriftenbogen für ein Referendumsbegehren gegen die angekündigte Schliessung ihrer Poststelle aufgelegt. Die meisten Besucher – überwiegend im Bereich des Pensions- und Seniorenalters – unterschrieben die Petition, noch bevor sie sich einen Platz suchten.

Zahlungsverkehr kontra Öffnungszeit

Die Post trat mit einer siebenköpfigen Delegation an, um den Wattern das zu präsentieren, was als Folge veränderten Kundenverhaltens und massiv rückgängiger Umsätze an den Postschaltern unumgänglich scheint: Ihre klassische Post soll möglichst noch dieses Jahr geschlossen und durch eine Postagentur im Volg ersetzt werden.

Dort im Angebot: Senden von Briefen, Paketen und Einschreiben im In- und Ausland, Express Inland, Briefmarken sowie Abholen von verpassten Sendungen. Einschränkungen gibt es im Zahlungsverkehr, mitunter aus Sicherheitsgründen: Einzahlungen Inland sind nur bargeldlos mit (Bank-)Karten möglich, Geldbezüge mit Post Finance Card bis maximal 500 Franken. Grösster Vorteil: Die Post ist wie der Laden durchgehend von 6 bis 20 Uhr zugänglich, unter dem gleichen Dach kann eingekauft werden.

Der Volg in Watt gehört zur Genossenschaft Landi Furt- und Limmattal. Deren Leiter, Peter Ringger, verfügt mit einer Postagentur im Volg Oberhasli über mehrere Jahre gute Geschäftserfahrung und wäre bereit, die Aufgabe zu übernehmen.

Watt und sein Laden profitieren

Gemeindepräsident Max Walter empfahl, sich mit der Agenturlösung Volg als bestmöglicher Alternative zu befreunden. Wermutstropfen sei der Abbau von Dienstleistungen, insbesondere im Zahlungsverkehr. Dass die Landi mit den Postkunden aber mehr frequentiert und gestärkt werde, sei ein grosser Vorteil: «Es ist wichtig, dass der Laden erhalten bleibt.»

In der Frage- und Diskussionsrunde gab es durchaus fundierte Bedenken, etwa, ob das Postgeheimnis im Dorfladen gewährleistet bleibe. Das tue es, sagt die Post. Häufig waren es aber individuelle Ärgernisse, die man loswerden konnte, die aber kaum die Postschliessung betrafen: ein unfreundlicher Pöstler etwa, wiederholt die aufgehobenen Postfächer. Vielfach kam auch einfach der Frust gegenüber dem allmächtigen Gelben Riesen hoch, der Vertrautes abwürge und Unbekanntes zumute.

«Mir fällt ein Stein vom Herzen, dass es nicht heisst: ‹Ihr müsst alle nach Regensdorf›», erklärte schliesslich eine Frau. «Es gibt wirklich auch Positives an der Lösung mit dem Laden.» Das war praktisch die Überleitung zum Post-Apéro, wo bei Weisswein und Canapés in Grüppchen schon etwas entspannter weiterdiskutiert wurde.

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