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Viel Sympathie für Furttaler Bienen

Die Bienenvölker, die in Boppelsen an der Bakterienkrankheit Sauerbrut eingegangen sind, lassen die Öffentlichkeit nicht kalt: Imker Robert Muther erhielt 75 Telefonanrufe. Für die Bienenförderung wurden ihm 10 000 Franken in Aussicht gestellt.

Imker Robert Muther baut die Traglager der Auffangstation für Bienenschwärme.
Imker Robert Muther baut die Traglager der Auffangstation für Bienenschwärme.
Francisco Carrascosa
Diese soll am 20. April in Watt in Betrieb gehen.
Diese soll am 20. April in Watt in Betrieb gehen.
Francisco Carrascosa
Robert Muther bei der Arbeit.
Robert Muther bei der Arbeit.
Francisco Carrascosa
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Am 24. März vermeldete der «Zürcher Unterländer», dass der Dälliker Imker Robert Muther seine beiden toten Bienenvölker in Boppelsen samt Kisten verbrannt hatte, wie es in der Verfügung des Veterinäramtes verlangt wird. Für den Rentner bedeutete dies ein Verlust von rund 1000 Franken. Das Echo auf den Zeitungsartikel waren gemäss Muther sehr gross: «Es hat mich umgehauen, ich bin sehr gerührt und bewegt. Das Telefon hat fast pausenlos geläutet. Insgesamt habe ich zwischen 70 und 75 Anrufe erhalten», sagt der Dälliker.

Doch der Imker hat nicht nur Telefonate erhalten, sondern auch finanzielle Hilfe. Bereits eingezahlt wurden rund 6000 Franken. «Mit den zugesicherten Beiträgen dürfte sich die Summe wahrscheinlich auf etwa 10 000 Franken belaufen», sagt Muther.

Auffangstation für Schwärme

Bei den Spendern handle es sich um Privatpersonen, aber auch um einige Firmen. So etwa die Informatik-Schule ISB-Boppelsen der Bopplisser SVP-Kantonsrätin Erika Zahler: «Spontan hatte ich die Idee, Robert Muther explizit für seine Bopplisser Bienen zum 20-Jahr-Jubiläum meiner Firma 1000 Franken zu spenden», sagt Zahler. Eine andere Firma habe ihm 3000 Franken in die Hand gedrückt mit dem Auftrag, etwas für die Bienen zu tun.

«Es ist mir nach der Sperrfrist möglich, meinen Bienenbestand in Boppelsen von zwei auf vier Völker zu verdoppeln», erklärt Muther. Und da noch viel Geld übrig bleibe, werde er mit seinem Imkerkollegen Paul Frei bis zum 20. April in Watt eine Auffangstation für bis zu zwölf Bienenschwärme einrichten (siehe Kasten unten). Diese werde er auf ihre Gesundheit prüfen und sie an Imker vermitteln. Einen Slogan für die Station hat Imker Muther auch schon: «Wir geben Bienen ein Zuhause – Auffangstation Watt.» Je nach Bedarf werde er zusammen mit Honigimker Frei einen weiteren Standort für eine Auffangstation suchen. «Wir wollen in Sachen Bienen etwas bewegen, denn wir sind Macher», argumentiert Muther.

Imkerverein kritisiert Muther

Der Imkerverein Bezirk Dielsdorf kritisiert, dass die Verbrennungsaktion von Imker Muther nicht «einer guten imkerlichen Betriebsweise» entspreche. Dazu hat der frühere Vereinspräsident Alber Schneider ein Schreiben verfasst, in welchem er die seiner Meinung nach unkorrekte Vorgehensweise im Sauerbrutfall von Boppelsen beschreibt. Dieses Schreiben hat der Vereinsvorstand seinen Mitgliedern zugestellt mit dem Hinweis dass die Vereinsleitung und die Bieneninspektorin Esther Kobi, Niederweningen, Schneiders Kritik stütze.

Schneider bemängelt unter anderem, dass Muther Kisten, Waben und tote Bienen vor Ort verbrannt habe, was nicht dem Umweltschutzgesetz entspreche. Er hätte sie verpacken und in die Kehrichtverbrennungsanlage Hagenholz bringen müssen.

Der Dälliker Imker Robert Muther seinerseits verweist auf die Verfügung des Veterinäramts, die klar festhält, dass tote Sauerbrut-Völker und das Material unverzüglich zu verbrennen seien. Zudem ist dem betroffenen Imker verboten, solches Material aus dem Sperrkreis von 1 Kilometer zu bringen. Im Widerhandlungsfall droht eine Busse von bis zu 20 000 Franken.

Im Schreiben hält der frühere Präsident auch fest, dass der Honig von Sauerbrut-Völkern durchaus verkauft und verzehrt werden dürfe.

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