Schöfflisdorf

Volksfeststimmung an der Wehntaler Gewerbeschau

Die Wiederbelebung der Wehntaler Gewerbeschau ist voll gelungen: Tausende von Besuchern pilgerten wie an einem Volksfest zu den 46 Ausstellern auf dem Rietli-Gelände und interessierten sich für ihr Handwerk oder ihre vielseitigen Dienstleistungen und Angeboten aus der Region.

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Nach 13 Jahren wagte der Gewerbeverein Wehntal unter der initiativen Schöfflisdorfer Dachdecker- und Zimmerin Sarah Weber die Durchführung einer Gewerbeschau, nachdem verschiedene Umstände, wie Teilnehmerschwund, Personal- und Platzprobleme, 2008 die regionale Leistungsschau gestoppt hatte.

«Zum 25-Jahr-Jubiläum wagten wir einen neuen Anlauf und sind nun glücklich, dass wir so viele Aussteller mobilisieren konnten, die sich alle auf ihre eigene Art und Weise präsentieren», sagte Sahra Weber anlässlich der Gewerbeschau. Ausgerichtet war diese hauptsächlich auf das Handwerk in der Region, welches immer grössere Bedeutung erlangt. Aussteller Erich Meierhofer aus Oberweningen formuliert das so: «Von der Wegwerfgesellschaft wenden sich immer mehr Leute ab und lassen heute ihre Geräte oder Möbel flicken oder restaurieren.»

Sein Kleinbetrieb für Raumausstattung erlebt gerade in der Polsterei ein Revivel und demonstrierte, wie zwei Mitarbeiter einen alten Sessel neu polstern. Vor allem Kinder und Jugendliche schauten fasziniert zu, wie die beiden Handwerker den Sessel mit einem neuen Sitzpolster versahen. Ältere Besucher erinnerten sich seufzend daran: «Früher haben wir alles noch reparieren lassen. Heute ist das mit dem modernen Zeug kaum mehr möglich.»

Seit Generationenim Geschäft

Auf das Früher, die Erfahrung und den guten Namen bauen jene Gewerbler, die seit Generationen in der Region verankert sind. So die Dachdecker- und Kaminfegerfamilie Weber aus Schöfflisdorf, deren Geschäft seit 1909 besteht. OK-Präsidentin Sarah Weber(30) und ihrer Schwester Jennifer werden bald in vierter Generation den Bereich Dach- und Kaminarbeiten von Vater Harry übernehmen.

Die Pini-Bauunternehmung in Oberweningen und Winkel besteht seit 1914 und zählte damals bis zu 50 Mitarbeiter. Heutiger Chef ist, ebenfalls in vierter Generation, Gino Pini (56) mit 15 Angestellten. «Bauen wird immer schwieriger, weil es von immer mehr Vorschriften behindert wird», erklärte er. Die Gewerbeschau ist für den Oberweninger ein guter Ort zur Beziehungspflege und er freut sich darüber, dass seine Frau Rahel am gleichen Stand ihre Aquarelle zeigen kann. Die Bilder zeigen Dorfansichten aus dem Wehntal oder markante Häuser aus der Region.

Möglicherweise wurden einige von ihnen vom Holzbauunternehmen Surber gebaut. In dritter Generation führt der 51-jährige Peter Surber das 1932 gegründete Unternehmen mit fünf Angestellten. Er ist auf der Suche nach Lehrlingen und klagte, so wie auch Bauunternehmer Pini, dass sich die heutigen Jungen zu wenig für gewerbliche Berufe interessierten oder wenig über diese wüssten.

Ebenfalls in dritter Generation wird das Entsorgungsteam Mahr geführt, das mit einem neuartigen Haushalt-Kunststoff-Recycling an der Gewerbeschau aufwartete. Margrit Mahr kam extra aus Kenia angereist, um am Stand ihrer Tochter Christina und Enkel Kevin (28) dabei sein zu können. Die Firmengründerin schwärmte: «Es ist schön hier noch so viele Bekannte von früher zu treffen.» Besucher Walter Köchli aus Bachs ergänzte: «Die Gewerbeschau ist übersichtlich gestaltet und bietet doch Raum und Platz zum Plaudern.» Der Anlass war zugleich auch ein Volksfest für die Talschaft. Viele Besucher kamen an alle drei Tagen vorbei, flanierten, parlierten und genossen die entspannte Atmosphäre an den Ständen.

Erwartungen übertroffen –in vier Jahren nächste Schau

Neben den Ausstellern präsentierte sich die Feuerwehr Wehntal mit einem grossen Aufmarsch und liess die Besucher aktiv an simulierten Einsätzen teilnehmen. Zum Abschluss der der Wehntaler Gewerbeschau erklärte eine strahlende OK-Präsidentin: «Unsere Erwartungen wurden weit übertroffen. Einzelne Schwachpunkte wurden erkannt. Finden sich wieder genügend Aussteller, wird es in vier Jahren wieder eine Gewerbeschau geben.» (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 24.04.2017, 16:18 Uhr

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