Oberglatt

Vom alten Gotteshaus zum modernen Wahrzeichen

So veränderte sich die reformierte Kirche von Oberglatt im Verlauf der Zeit.

Dass die alte Stephanuskirche im Jahr 1962 weichen musste, kann sie ihrer mangelnden Musikalität verdanken. Als eine der einzigen Kirchen im Kanton war sie nämlich ohne Orgel, ein für viele Gläubige unwürdiger Zustand. Der Einbau eines dieser Kircheninstrumente hätte aber grössere Umbauten an der Kirche erfordert, also riss man das Gotteshaus lieber ab und erstellte stattdessen ein massives Bauwerk aus Sichtbeton. Dieses ist längst zum Wahrzeichen des Flughafendorfs an der Glatt geworden. Die markante Kirche steht nun seit fast 55 Jahren neben dem Pfarrhaus am Standort ihrer Vorgängerin.

Das historische Foto aus dem ETH-Archiv ist eine Postkarte, die eine Elisabeth ihrem Vater Adolf Feller am 1. Mai 1926 schickte. Der Horgner Industrielle, der leidenschaftlich Post­karten sammelte, brachte es auf einen Fundus von 54 000 Ansichtskarten aus aller Welt – 15 000 davon aus der Schweiz. Die Sammlung ging schliesslich in den Besitz der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) über. Um Vaters Sammlung zu bereichern, schickte ihm Tochter Elisabeth unermüdlich Karten aus all ihren Aufenthaltsorten; an diesem Maisamstag warens mindestens fünf Stück allein aus Oberglatt.

Es war ein warmer Tag. Elisabeth schrieb auf die Karte: «Heute machts warm, und wir sind froh über ein wenig Zugluft.» Auf einer anderen Oberglatter Postkarte schrieb sie gleichentags: «Zum Braten müssen wir eher daheim bleiben als in den Süden gehen!»

Ein Blick in den Jahresbericht von 1926 der Schweizerischen Meteorologischen Zentralanstalt ergibt für den 1. Mai 1926 eine Höchsttemperatur von 28,9 Grad Celsius, gemessen in Zürich. Dennoch: Die Meteorologen beschreiben den damaligen Mai als «kalt, trübe und nass». Die Höchsttemperatur des Jahres 1926 wurde am 18. Juli gemessen. Sie betrug 31,7 Grad.

Cyprian Schnoz

Erstellt: 15.01.2019, 10:04 Uhr

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