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Von mystischen Alpsagen verführt

Die Band Doppelbock zog im Bistro Philosophe das Publikum in ihren Bann. Das Erzählen von alten Sagen und Ländlermusik, urchig und doch ganz neu, gehört zum Programm AlbGöttisch der fünfköpfigen Band.

Die Band Doppelbock mit Erzähler Jürg Steigmeier entführten das Publikum in die Sagenwelt der Berge, untermalt mit urchig-neuer Ländlermusik.
Die Band Doppelbock mit Erzähler Jürg Steigmeier entführten das Publikum in die Sagenwelt der Berge, untermalt mit urchig-neuer Ländlermusik.
Jasminka Huber

Vom ersten Ton an wurde das Publikum mitgezogen und tauchte ein in die Welt der Berge, der Gottwärgjini, der Sennen mit ihren Kühen und ihren tragischen Geschichten und liess sich verführen von der Musik, die bekannt und doch ganz anders daher kam.

Erzähler Jürg Steigmeier fesselte die rund 60 Besucher mit seinen Erzählungen aus dem Wallis, dem Bündnerland oder Obwalden und beschwörte die Zeit der alten Sagen und Mythen hervor. Da sitzen die Gottwärgjini, so nennt man im Wallis die Zwerge, auf ihren Steinen und grüssen die Alpfamilien, wenn sie ihr Vieh auf die Alp führen. Da ist die Sage einer unglücklichen Liebe am Morteratschgletscher, vom jungen Sennen Aratsch, der dem Gletscher seinen Namen verdankt, so sagt es die Legende. Er stirbt und seine grosse Liebe Anetta ruft zum Gletscher Mort Aratsch (gestorben, der Aratsch).

Untermalt werden die Geschichten vom Akkordeon, gespielt von Jonas Guggenheim, von der Drehleiher des Dide Marfurt, vom Kontrabass oder der Maultrommel des Jean-Pierrre Dix und nicht zuletzt von der Stimme und dem Geigenspiel der Christine Lauterburg.

Lieder, die unter die Haut gehen

Die Musik der Band, die sich dem Ländler und alten Volksliedern verschrieben hat, ist atmospärisch dicht, urchig, frech, einfach mitreissend und fesselnd, wie das Publikum bestätigte. Christian Meier aus Glattfelden war begeistert. «Ich bin Bauer und habe Kühe im Fex-Tal. Deshalb gehen mir die Erzählungen so nah und die Kombination der alten Instrumente und den Sagen ist nicht alltäglich aber etwas Besonderes.»

Seine Frau Andrea Wydler Meier erinnerte der Abend an ihren Ursprung. «Von diesen Wurzeln wissen wir aber oft nichts mehr. Die Lieder und die Sagen haben etwas Mystisches, Tiefgründiges und Ursprüngliches.» Und die Interpretation des wohl ältesten Schweizer Volksliedes Vreneli ab em Guggisberg ging ihr unter die Haut.

Als Gesamtkunstwerk bezeichnete Hans-Dieter Kreuzhof aus Stadel und Bonn die Kombination der Geschichten mit den Liedern und dem Gesang. «Die Darbietung ist aussergewöhnlich, wunderschön, mutig und sehr witzig. Da ist alles drin.»

Mit vollem Körpereinsatz gespielt

Jürg Steigmeier ist der geborene Geschichtenerzähler und wenn er gemeinsam mit Christine Lauterburg eine Geschichte zum Besten gibt, da wird von beiden mit vollem Körpereinsatz gespielt, erzählt gesungen und gejodelt. Die Gruppe spielt gerne vor kleinerem Publikum. «Wenn ich erzähle, dann interagiere ich mit den Zuhörenden. Ich muss keine Wand aufbauen. Das Publikum ist immer Teil der Geschichte», erläuterte Steigmeier die Nähe. Die Band verabschiedete sich mit einem zu Herzen gehenden Bet-ruf aus Melchsee-Frutt.

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