Weiach/Bachs/Stadel

Weiach will keine Kirchenfusion mit Bachs und Stadel

Mit 55 Nein- gegenüber 8 Ja-Stimmen haben die Weiacher gestern eine Kirchenfusion abgelehnt, in Bachs und Stadel hat man den Zusammenschluss genehmigt. Wegen des Neins in Weiach ist innerhalb von sechs Monaten eine überarbeitete Kirchgemeindeordnung fällig.

Die reformierte Kirche Weiach bleibt nach Abstimmung vorerst eigenständig.

Die reformierte Kirche Weiach bleibt nach Abstimmung vorerst eigenständig. Bild: pd/www.kirche-weiach.ch

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Ein wuchtiges Nein war es, welches die 65 Stimmberechtigten gestern an der ausserordentlichen Kirchgemeindeversammlung in der reformierten Kirche Weiach beschlossen. Die Kirchenpflege empfahl einen Zusammenschlussvertrag mit den Kirchgemeinden Stadel und Bachs zur Annahme, doch nur acht Stimmberechtigte befürworteten dies, 55 stimmten dagegen Nein. Die Abstimmung in der Kirche war kurz, aber chaotisch. Nachdem Kirchenpflege und Rechnungsprüfungskommission (RPK) ihre Abschiede verlesen hatten – die RPK empfahl eine Ablehnung des Vertrags – wurde im Plenum die Frage aufgeworfen, ob Änderungsanträge möglich seien. Die Frage war deshalb relevant, weil in allen drei Kirchgemeinden, in denen über den Zusammenschluss abgestimmt wurde, am Ende derselbe Vertrag gelten muss. Nach kurzer Besprechung wurde entschieden, dass Änderungsanträge durchaus möglich seien, denn noch waren die Kirchgemeinden autonom.

Beitritt nach Renovation fand Zuspruch

Der ehemalige Gemeindepräsident Gregor Trachsel schlug daraufhin vor, ein Zusammenschluss von der Renovation der Liegenschaften der Kirchgemeinden Weiach abhängig zu machen. Dies, weil die Fusion mit Bachs und Stadel umstritten war, weil Weiach über ein hohes Eigenkapital von rund 1,8 Millionen Franken sowie über einen Steuerfuss von 11 Prozent verfügt, während in den anderen Gemeinden ein Steuerfuss von 14 Prozent gilt und zudem Nettoschulden von über 800 000 Franken vorhanden sind.

Trachsel formulierte zwei Varianten seines Änderungsantrages: Die erste Möglichkeit schlug vor, dass Weiach nach den Renovationen den Fusionspartner automatisch beitritt. Die zweite Variante wurde so formuliert, dass dies nicht automatisch geschehen soll, sondern zuerst ein Antragsgesuch zum Beitritt gestellt würde. So oder so hätte das angehäufte Eigenkapital der Gemeinde mit einer dieser Varinate garantiert für die Renovation eingesetzt werden können. Die Versammlung stimmte zwar über diese Anträge ab und entschied sich dabei zugunsten des zweiten Vorschlags, doch es spielte schliesslich gar keine Rolle. Nach einigem Hin und Her kam man nämlich zur Einsicht, dass zuerst sowieso über den ursprünglichen Vertrag abgestimmt werden müsse. Und nachdem dieser abgelehnt wurde, gab es auch keine Änderungen zu diskutieren und die Versammlung wurde eine gute halbe Stunde nach ihrem Beginn für beendet erklärt.

«Wir wussten immer, dass es knapp werden könnte», sagte Kirchenpflegepräsidentin Heidi Schenkel dazu. Insofern sei sie vom Ergebnis nicht überrascht. Und Kirchenpfleger Daniel Elsener, der sich im Vorfeld gegen die Fusion ausgesprochen hatte, ging davon aus, dass die vielen Ungewissheiten bei den finanziellen Aspekten den Ausschlag gegeben hatten.

Bachs und Stadel machen trotzdem weiter

In Stadel stimmten die Stimmbürger gestern mit 74 Ja- sowie 4 Nein-Stimmen für den Vertrag. Und auch in Bachs wurde der Zusammenschluss mit 24 Ja-Stimmen und 7 Enthaltungen gutgeheissen. Käthi Willi, die momentan Kirchenpflegepräsidentin von Stadel ist, ab dem 1. Januar 2018 aber Präsidentin der neuen Kirchgemeinde Stadlerberg sein wird, zeigte sich denn auch zufrieden mit dem Ausgang der Abstimmungen. Dass die Weiacher vielleicht nicht mitmachen würden, war auch ihr klar gewesen: «Mit dem Ergebnis aus Weiach mussten wir rechnen», sagte sie.

Weiach bleibt also vorerst eigenständig. In Bachs und in Stadel muss die Projektorganisation binnen sechs Monaten eine überarbeitete Fassung der Kirchgemeindeordnung vorlegen, da die ursprüngliche Ordnung noch Weiach enthält. Das Thema wird die Kirchgemeinden in Zukunft trotz dieser Abstimmung weiterhin beschäftigen. Denn die Landeskirche treibt Zusammenschlüsse voran und ermutigt auch bereits fusionierte Gemeinden, noch grössere Kirchgemeinden zu bilden. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 19.03.2017, 15:36 Uhr

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