Regensberg

Wie sich ein Dorf seine Zukunft wünscht

Ein intaktes Dorfbild, Einkaufsmöglichkeiten und Selbstständigkeit: Das wünschen sich die Bewohnerinnen und Bewohner von Regensberg

Was wünschen sich die Bewohnrinnen und Bewohner von Regensberg? Am Wochenende fand dazu ein Workshop in der Gemeinde statt.

Was wünschen sich die Bewohnrinnen und Bewohner von Regensberg? Am Wochenende fand dazu ein Workshop in der Gemeinde statt. Bild: Archiv Patrick Gutenberg

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Der Aufmarsch war beachtlich. Am frühlingshaften, strahlend schönen Sonntagnachmittag trafen sich in der nüchternen Turnhalle des Primarschulhauses 50 Personen – rund zehn Prozent der Regensberger Bevölkerung.

Hanna Hinnen, ehemalige Lehrerin in Regensberg mit einer Ausbildung zur Gruppenmoderatorin, organisierte und moderierte den Zukunftsworkshop. Der Modus: An zehn Tischen sassen beliebig gemischte Gruppen mit je einer Gastgeberin oder einem Gastgeber, welche die gesammelten Ideen oder Anregungen notierten.

Was gut ist und was weniger

Eine erste Frage, die es zu beantworten gab, stellte die Moderatorin in den Raum: Auf was dürfen die Regensberger stolz sein? Interessanterweise wurden an allen Tischen identische Antworten gesammelt. Erwähnt wurde, dass die Gemeinde trotz ihrer geringen Grösse selbstständig bleibt, das intakte Dorfbild, dass man sich kennt und einander hilft, das eigene Schwimmbad und die natürliche Umgebung.

Die Folgefrage lautete: «Auf was sind wir in Regensberg nicht stolz?» Sie brachte Antworten wie: Fehlender öffentlicher Verkehr am späten Abend, störende Touristenströme, das Fehlen von Jugendtreff und Gemeindesaal sowie von Parkplätzen für Besucher der Einwohner. Und fehlende Einkaufsmöglichkeiten.

In der Folge galt es, Lösungsvorschläge zu erarbeiten, was an den Tischen rege Diskussionen auslöste. Das fehlende öffentliche Verkehrsangebot am Abend könnte beispielsweise mit einem Ruftaxi-System oder mit einem Mobilityangebot behoben werden. Die Neubildung einer Baukommission soll «ästhetische Umweltverschmutzung» verhindern und für ein intaktes Dorfbild besorgt sein. In der Tagesschule, einer der ersten im Kanton, sollte das Betreuungsangebot ausgebaut werden. Für die seit der Schliessung der Volg-Filiale fehlende Einkaufsmöglichkeit liesse sich vielleicht durch eine optimierte Zusammenarbeit mit der Stiftung eine Lösung finden.

Schwarzes Brett gefordert

Als es darum ging, die Themen zu beurteilen, erhielt die Idee eines Anschlagbrettes, einer App, die meisten Punkte. An einem solchen könnten Behörden und Einwohner über Angebote jeglicher Art informieren. Solche Apps sind in anderen Gemeinden bereits vorhanden und müssten nicht neu erfunden werden. Allerdings wäre durch eine solche Lösung das weitere Erscheinen des Gemeindeblattes in Frage gestellt. Das zweitwichtigste Anliegen ist die Verbesserung von Angeboten für die Jugend mit einem Begegnungsraum. An dritter Stelle stehen fehlende Autoparkplätze für Einwohner und deren Besucher.

Gemeindepräsident Gregory Turkawa dankte am Schluss des Anlasses den Teilnehmenden für ihren Einsatz: «Dank Ihnen hat der Gemeinderat neue Inputs erhalten. Wir werden uns nun überlegen, wie wir die Themen und Probleme angehen werden und Sie darüber informieren.»

Monika Schenk, sie lebt seit 38 Jahren in Regensberg, war erstaunt, wie viele Personen am Workshop teilgenommen haben und wie viele positiven Ideen aufgetaucht sind. Auch Kurt Brunners Fazit fiel positiv aus: «Es ist sympathisch, dass der Gemeinderat die Bevölkerung einbezieht. Wir haben nun die Erwartung, dass Ideen umgesetzt und Sachen, die nicht realisiert werden können, begründet kommuniziert werden.» Am Schluss äusserte sich Moderatorin Hanna Hinnen: «Ich bin zufrieden, es wurde gut gearbeitet.»

Erstellt: 25.03.2019, 13:50 Uhr

Hanna Hinnen moderierte den Workshop zur Regensberger Zukunft. (Bild: Olav Brunner)

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