Rümlang

Wo der Schweizer Wirtschaftsmotor angetrieben wird

Die Camion Transport AG zählt zu den führenden Transport- und Logistikunternehmen in der Schweiz. Einer der 15 nationalen Standorte steht in Rümlang. Von dort aus werden tagaus, tagein zahlreiche Kunden mit Waren aller Art beliefert.

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Egal ob in Eglisau, New York oder Kapstadt – wer Orangen, einen Kühlschrank, ein Fahrrad oder Haushaltspapier einkaufen will, tut dies in einem Shoppingcenter, dem Laden um die Ecke oder einem Fachgeschäft. Damit diese Anbieter überhaupt Waren an die Kundschaft bringen können, brauchen sie einen Zulieferer. Diese Aufgabe fällt den Transport- und Logistikfirmen zu (siehe Kasten). Ohne sie wären die Verkaufsregale ziemlich leer. Oder wie es Patrick Witzany, Niederlassungsleiter der Camion Transport AG in Rümlang, ausdrückt: «Wir sind ein wichtiger Bestandteil des Schweizer Wirtschaftsmotors und helfen mit, diesen am Laufen zu halten.»

Die Camion Transport AG mit Hauptsitz in Wil SG ist Teil der Jäger Holding, zu der beispielsweise auch die Larag AG in Neftenbach und Rümlang gehört. Das Transport- und Logistikunternehmen beschäftigt schweizweit 1200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, verfügt insgesamt über 600 Fahrzeuge und 145 000 Quadratmeter Lagerfläche und bearbeitet pro Tag durchschnittlich 8000 Sendungen und Logistikaufträge.

Die Camion Transport AG tut dies von 15 Standorten in der Schweiz aus. Zwei davon befinden sich im Zürcher Unterland: in Rümlang und in Bülach. Ein Rundgang, organisiert vom Wirtschaftsnetzwerk Flughafenregion Zürich, erlaubte einen Blick hinter die Kulissen der Niederlassung der Camion Transport AG im Rümlanger Riedmattquartier. Seit 1984 werden Güter aller Art in Rümlang gelagert und ausgeliefert (in Bülach seit 2004). Mit 170 Mitarbeitenden, 80 Fahrzeugen, 51 Rampenplätzen, einem Anschluss für 16 Eisenbahnwagons sowie 33 000 Quadratmetern Grundstücks- und 28 500 Quadratmetern Lagerfläche gehört das Cargo-Logistikcenter in der Riedmatt zu den grössten der Ostschweizer Mutterfirma. «Alle Standorte arbeiten in Eigenregie», erklärt Patrick Witzany. «Die Buchhaltung wird für alle Aussenstellen zentral von Wil aus geführt. Kunden und Angestellte akquirieren wir – natürlich in Absprache mit dem Hauptsitz – aber selber.»

In Rümlang kommt Stückgut rein, wird kurz oder lang gelagert und wird ausgeliefert. Dieser Kreislauf setzt eine reibungslose Organisation und das gute Zusammenspiel von Strasse und Schiene voraus. Eine Sendung wird mit Liefer- oder Lastwagen zu einem der elf Cargo-Domizil-Center in der ganzen Schweiz gebracht. Die Güter werden auf Bahnwagen verladen und während der Nacht in ein anderes Regionalzentrum transferiert. Dort werden die Güter frühmorgens von den Fahrzeugen in Empfang genommen und von den Fahrern an die Kundschaft ausgeliefert.

Ökologie ist Teil der Firmenpolitik

Bei der Camion Transport AG gelte das Prinzip der letzten Meile, erläutert Witzany. «Unsere Regionalzentren sind so verteilt, dass sie sich in der Nähe der Städte und Regionen befinden, wo die Lieferung letztendlich hinmuss. Die grossen Distanzen legt das Stückgut mit der Bahn zurück, nur die Auslieferung erfolgt per Camion oder Lieferwagen.» Warenlieferungen aus Chur, St. Gallen oder Zürich beispielsweise, die dann alle nach Genf müssten, würden zuerst in einem der Standorte in der Nordostschweiz zentral zusammengeführt und dann auf der Schiene in die Romandie gebracht. «Leer- und Mehrfahrten werden so vermieden. Das spart Geld und schont die Umwelt», betont Witzany. Das ist kein Lippenbekenntnis. Ökologische Überlegungen gehören bei Schweizer Logistikunternehmen zur Firmenpolitik. Die Gebäulichkeiten in Rümlang haben einen eigenen Bahnanschluss und werden mit Holzschnitzeln beheizt. Und die Wagenflotte besteht nicht nur mehr aus Dieselfahrzeugen, sondern auch aus Last- und Lieferwagen mit Hy­brid- oder Gasantrieb. 2012 wurde die Camion Transport AG für diese Bemühungen belohnt. Sie erhielt den Eco Performance Award verliehen, eine der bedeutendsten europäischen Auszeichnungen für Nachhaltigkeit im gewerblichen Gütertransport.

Von Rümlang aus wird primär der Grossraum Zürich und die angrenzende Agglomeration von Brugg über Affoltern am Albis bis Horgen, Meilen und Uster beliefert. «Die Kundschaft ist vielfältig und von unterschiedlichster Firmengrösse – vom Schuhladen bis zum Grossverteiler», verrät Witzany. In den Rümlanger Lagerhallen finden sich gut sortiert auf verschiedenen Etagen Weine, Katzenfutter, Haushaltsgeräte oder – durch Schleusen gesichert – auch giftiges Gefahrengut.

Pünktlichkeit als Gebot und Herausforderung

Wer durch die Hallen geht, dem fällt auf einer Etage die Farbe Rot mit weisser Aufschrift auf. «Das ist einer unserer grössten Kunden. Seit 2014 dürfen wir einen Teil der Coca-Cola-Getränkelogistik bei uns abwickeln», sagt Witzany nicht ohne Stolz. Eine typische Schweizer Tugend ist für die Camion Transport AG selbstverständlich, aber auch eine ­Herausforderung: Pünktlichkeit. «Wir verzeichnen eine grosse Zunahme an Terminlieferungen, zum Beispiel bis 8 Uhr morgens. Wenn dann ein Camion im Morgenverkehr ins Zürcher Niederdorf muss, kann diese Aufgabe recht knifflig werden», erklärt Witzany. «Aber wir sind ja Frühaufsteher.» Um 4 Uhr morgens werden die Waren vom Bahnwagen auf die Fahrzeuge umgeladen, ab 6 Uhr wird ausgeliefert.

«Die Warenzustellung durch die SBB Cargo AG ist in aller Regel pünktlich», sagt Patrick Witzany abschliessend. «Und wenn es dennoch zu Verspätungen kommt, dann brauchts von unserer Seite halt noch einen zusätzlichen Effort.»

Erstellt: 18.09.2015, 08:51 Uhr

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