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«Dieser Parkplatz ist ein Skandal»

Die Zürcher Jungsozialisten demonstrieren gegen den kostenlosen Parkplatz der SBB-Präsidentin Monika Ribar am Rüeschliker Bahnhof.

Der kostenlose Maserati-Parkplatz von SBB-Verwaltungsratspräsidentin Monika Ribar beim Bahnhof Rüschlikon versetzt die Jungsozialisten in Wut.
Der kostenlose Maserati-Parkplatz von SBB-Verwaltungsratspräsidentin Monika Ribar beim Bahnhof Rüschlikon versetzt die Jungsozialisten in Wut.
Manuela Matt
Sie machen ihrem Ärger mit Plakaten Luft.
Sie machen ihrem Ärger mit Plakaten Luft.
Manuela Matt
Angesichts des angekündigten Stellenabbaus bei der SBB sei der Parkplatz ein Skandal, finden die Jusos.
Angesichts des angekündigten Stellenabbaus bei der SBB sei der Parkplatz ein Skandal, finden die Jusos.
Manuela Matt
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Am Bahnhof Rüschlikon parkt ein schwarzer Maserati — gratis. Der Wagen gehört der SBB-Verwaltungsratspräsidentin Monika Ribar. Für einmal fällt der Luxuswagen nicht einzig mit seinem Glanz auf, sondern mit verunglimpfenden Kartontransparenten der Zürcher Jungsozialisten (Juso) auf dem Heck. «Hier parkt eine Bonze» steht auf dem einen, «Privilegien stoppen» auf dem anderen. Die Sprüche ziehen Schaulustige an. «Endlich tut mal jemand was gegen diese Bonzen», sind Kommentare der Umstehenden zu hören.

Den Alltag vergolden

Angesichts der drastischen Sparmassnahmen und des Stellenabbaus bei den SBB stösst der Gratis-Parkplatz auf wenig Verständnis. Die Juso prangert mit der Protestaktion das Missverhältnis an. Nachdem der Blick am Wochenende berichtete, wem das gelb markierte Parkfeld gehört, hagelte es Kritik von Politikern und Gewerkschafter. Trotzdem steht der Maserati, als die Juso eintrifft, immer noch auf dem umstrittenen Parkfeld.

«Der Parkplatz ist ein Skandal», moniert der Juso-Präsident Lewin Lempert. 1400 Stellen seien gestrichen worden und dennoch beharre die Konzernleitung auf solchen Privilegien — «das stinkt zum Himmel», sagt Lempert. Symbolisch erteilen Lempert und Konsorten der Verwaltungsratspräsidentin eine Parkbusse. In einem offenen Brief an die Medien, der zeitgleich zur Aktion verschickt wird, fordern sie Ribar auf, den Gratis-Parkplatz aufzugeben. Sie kritisieren darin, dass die Mitglieder der SBB-Leitung ihr Leben vergolden, während Mitarbeitende auf die Strasse gestellt werden. Aber auch, dass Ribar die Vorteile des öffentlichen Verkehrs nicht zu schätzen wisse.

27 000 Parkplätze für Kunden

Dieses Privileg haben laut SBB-Sprecher Daniele Pallecchi alle Konzernleitungsmitglieder — so auch die Verwaltungsratspräsidentin. Pallecchi betont, dass Ribar mit dem Auto bloss von zuhause zum Bahnhof fährt, «dort ihr Auto auf SBB-Boden parkiert und selbstverständlich mit der Bahn an Ihren Arbeitsort in Bern reist», sagt Pallecchi. Der Vorwurf der Juso, sie nutze den öffentlichen Verkehr nicht, sei daher nicht berechtigt.

Ribar werde den Parkplatz nicht aufgeben. Für Kundinnen und Kunden stünden 27 Parkplätze am Bahnhof Rüschlikon zur Verfügung. Pallecchi ruft in Erinnerung, dass die SBB die Mobilitätskette mit schweizweit 27 000 Autoparkplätzen in Bahnhofnähe unterstütze.

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