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Drogendealer handelte in grossem Stil mit «Speed»

88 Kilogramm Amphetamin hatte ein Partyveranstalter aus der Region erworben, gestreckt und 38 Kilogramm weiter­verkauft. Dafür muss der geständige Schweizer für fünf Jahre und acht Monate ins Gefängnis.

Der Beschuldigte soll im grossen Stil gedealt haben: Sichergestellte Amphetamin-Packungen. (Symbolbild).
Der Beschuldigte soll im grossen Stil gedealt haben: Sichergestellte Amphetamin-Packungen. (Symbolbild).
Keystone

Es war Kommissar Zufall, der den hochkarätigen Händler von Amphetamin zu Fall brachte. So führte die Kantonspolizei am 4. März 2013 in Kloten Routinekontrollen im Strassenverkehr durch und hielt dabei auch den heute 38-jährigen Partyveranstalter aus dem Grossraum Winterthur an. Die Polizeibeamten durchsuchten seinen Wagen und stiessen auf über 24 Kilogramm Amphetamingemisch. Sie nahmen den Schweizer fest, worauf dieser mehrere Monate in Untersuchungshaft verbrachte. Bei einer Durchsuchung seines Musikstudios entdeckten die Fahnder weitere 18 Kilogramm Amphetamin. Damit konnten sie insgesamt 42 Kilogramm Amphetamingemisch sicherstellen. 11 Kilogramm davon waren reines Amphetamin.

Der bisher nicht vorbestrafte Beschuldigte legte ein umfassendes Geständnis ab. Demnach war er bereits im Juli 2009 infolge Arbeitslosigkeit in den Drogenhandel eingestiegen. Wobei er bis zum Frühjahr 2013 die laut Bezirksgericht Bülach enorme Drogenmenge von über 88 Kilogramm Amphetamin gekauft und in seinem Tonstudio untergebracht hatte. Dort streckte er das «Speed» mit Milchpulver.

132 000 Franken Gewinn

Fest steht, dass der Beschuldigte mit seinem Drogenhandel einen beachtlichen Gewinn von 132 000 Franken erzielen konnte. Er habe nicht auf Kosten seiner Freundin leben wollen, gab er als Tatmotiv an. Die Drogenlieferanten habe er an seinen Partys kennen gelernt, führte er weiter aus. Zudem habe er selber Amphetamin geschnupft und Marihuana geraucht.

Aufgrund der Angaben des Beschuldigten ergaben die Ermittlungen, dass er von seinem Tonstudio aus rund 38 Kilogramm Amphetamin abgesetzt hatte. Von der rekordverdächtigen Menge von 88 Kilogramm waren laut einer Hochrechnung 17,6 Kilogramm reines Amphetamin. Der frühere Partyveranstalter und Anbieter von Musiklabels musste sich bereits im letzten März zunächst am Bezirksgericht Bülach verantworten. Die Staatsanwaltschaft forderte damals nicht nur eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren, sondern auch eine un­bedingte Geldstrafe von 16 200 Franken, verbunden mit einer Busse von 600 Franken. Die Verteidigung setzte sich für vier Jahre Freiheitsentzug ein.

Strafsenkung dank Reue

Das Bülacher Gericht ging von einem schweren Verschulden aus und sprach von einer gehobenen Stellung des Drogendealers. Das Gericht machte aber auch klar, dass Amphetamin im Vergleich zu Kokain eine halbe Gefährlichkeit aufweise. Zudem warf es die Reue und das volle Geständnis zugunsten des Beschuldigten in die Waagschale. Das führte zu einer Strafsenkung und zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von fünf Jahren und acht Monaten sowie 600 Franken Busse.

Die Staatsanwaltschaft legte Berufung ein und wollte gestern vor Obergericht eine Erhöhung der Strafe beantragen. Doch daraus wurde nichts. Wohl aufgrund des aktuellen Wohlverhaltens des Beschuldigten zog sie ihre Anträge noch vor dem Berufungsprozess zurück. Womit das Bülacher Urteil jetzt rechtskräftig ist.

SDA

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