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Profis in QuarantäneDroht dem FCZ die Klatsche?

Der FC Zürich muss mit einer geschwächten U-21 gegen den FC Basel antreten. Einen solchen Fall gab es im Juni bereits in der russischen Liga – mit einem miserablen Ende für den Aussenseiter.

Verwirrung beim FCZ: Wer steht im St.-Jakob-Park auf dem Rasen, wer sitzt auf der Bank – und wer schaut den Match von der Quarantäne aus?
Verwirrung beim FCZ: Wer steht im St.-Jakob-Park auf dem Rasen, wer sitzt auf der Bank – und wer schaut den Match von der Quarantäne aus?
Foto: Keystone

Wenn heute Abend im St.-Jakob-Park zwei Stunden vor Anpfiff das Matchblatt verteilt wird, dann interessiert für einmal nicht nur, wen die beiden Trainer für die Startelf nominiert haben. Aufseiten des FCZ wird es schon genug Gesprächsstoff darüber geben, wer überhaupt im Kader der Zürcher steht.

Aufgrund der zehn positiven Coronafälle beim FCZ nach der Partie gegen Neuchâtel Xamax wird die U-21 des Clubs gegen den FC Basel antreten müssen. Doch wer genau zählt zu der U-21? Und welche Spieler des Fanionteams befinden sich nicht in Quarantäne, da sie sich nicht im Bus nach und von Neuchâtel befanden?

Vieles ist unklar, auch wenige Stunden vor dem Anpfiff. Beim Spiel gegen Xamax fehlten Antonio Marchesano und Pa Modou mit einer Gelbsperre. Marco Schönbächler und Vasilije Janjicic waren krank gemeldet. Dazu kommen die verletzten Sauter, Tosin und Mahi. Laut dem «Blick» können also Marchesano, Pa Modou und Schönbächler heute Abend spielen.

Auf Nachfrage beim FC Zürich will man diese Aussagen nicht kommentieren. Finn Sulzer, Medienverantwortlicher des Clubs, verweist auf die Mitteilung, die auf der Vereins-Homepage erschienen ist. Dort heisst es: «Alle positiv getesteten FCZler befinden sich weiterhin in häuslicher Isolation. Zudem befinden sich alle Personen, welche im Bus nach Neuenburg waren, bis mindestens am 17. Juli 2020 in Quarantäne.» Und weiter heisst es: «Nach weiterführenden Abklärungen mit der Gesundheitsdirektion sind nun sechs Spieler, welche nicht in Neuchâtel beim Spiel gegen Xamax dabei waren und nachweislich keinen engen Kontakt zu infizierten Personen hatten, heute Abend einsatzberechtigt.»

Nur, um welche sechs Spieler es sich dabei handelt, will der Club nicht kommunizieren. Sulzer verweist auf das Matchblatt, das vor dem Anpfiff gegen den FCB verteilt wird. Er sagt: «Wir haben im Voraus noch nie offiziell Spielernamen kommuniziert, die im Kader stehen. Das machen wir jetzt nicht anders.»

Gute und schlechte Vorzeichen

So oder so, auf den FCZ wartet eine äusserst schwierige Aufgabe, ob mit Unterstützung von Spielern aus der 1. Mannschaft oder nicht. Das Nachwuchsteam beendete die abgelaufene Saison in der Promotion League auf dem 13. Rang von insgesamt 16 Teams. Dazu kommt, dass die Teamstützen Shpetim Sulejmani, Michael Kempter, Stephan Seiler und Henri Koide gegen den FCB fehlen werden. Sie alle sind Teil des Profikaders und befinden sich in Quarantäne. Andere Spieler der U-21 sollen bereits in den Ferien weilen und fehlten auch zuletzt beim Testspiel am 4. Juli gegen Höngg. Die Zürcher mussten zusätzlich mit sechs Spielern der U-18 auflaufen, dennoch entschieden sie das Duell mit 3:0 für sich.

Ob das jedoch genug ist, um mit dem FCB einigermassen mithalten zu können? Ein Blick ins Ausland verspricht nichts Gutes: Auch in Russland kam es zur Situation, dass eine komplette Profi-Mannschaft nach Positivfällen unter Quarantäne gestellt wurde. Beim FK Rostow musste im Juni gegen Sotschi also ebenfalls die Jugendabteilung ran. Das Resultat: Rostow verlor 1:10.

7 Kommentare
    Jürg Fehr

    Sportlich, ECHT sportlich, wäre es, wenn der FCB ebenfalls mit seiner U-21 antreten würde. Tut er natürlich nicht, denn die 3 Punkte auf dem Serviertablet lässt man sich sicher nicht entgehen; und dann kann man noch etwas für das Torverhältnis tun, das eventuell auch noch eine Rolle spielen könnte. Wer da noch von einer „regulären Meisterschaft“ fabuliert, ist reichlich naiv.